Edelsteine. Alle diese Rcichthümer des Morgenlandes wurden immer auf
Kameelen und nicht anf Wagen versendet. Persius Satyra V. §.135 sagt:
?,Fort, holet Bibergail, Sardellen, Flockseide, Weihrauch, Ebenholz und Wein
aus dem Pontus; aber eilet, den Pfeffer zuerst den eben angekommenen Ka-
mc'elen abzunehmen." Vorerwähnte Kameel - Ladungen, . welche zusammen
beynahe schon hinreichend wären, das Gewölbe eines ausgezeichneten Handels-
mannes ruhmvoll zu füllen, beweisen den Aufwand jener alten Völker; da sich
unter allen den benannten Waaren lauter entbehrliche Sachen, die blofs zum
Luxus der Reichen dienten, und keine zumLebensbedürfnifs der ärmernKlasse
nöthigen Artikel befinden. Auch in den Heeren dienten sie nicht allein der
Reiterey statt der Streitrosse, sondern auch um das Gepäck, den Mund-
vorrath und sogar das Wasser in Schläuchen nachzutragen. Curtius Lib.IV.
Cap. 7 schreibt: „Das Wasser sogar, welches Alexander in Schläuchen auf
Kameelen nachtragen liefs, war verdorben 5" und Salust im Jugurtha Cap. XCI
erzählt, dafs Marius aus allen Häuten des Schlachtviehes bey dem Heere eine
Menge Schläuche verfertigen, mit Wasser füllen, und auf die Lastthiere la-
den liefs." S. LXXXV. Fig. 4. von der Säule des Theodos. entlehnt, ein mit
Schläuchen beladenes Kameel, mit doppeltem Gurt, Vorder- und Hin-
terzeug, woran jedoch der Sattel hinter den Schläuchen verborgen ist.
Die Alten bedienten sich der Schläuche von Thierfellen nicht allein
um allerley Flüssigkeiten auf Packsätteln mit Lastthieren zu versenden, son-
dern sogar an den Tafeln der Grofsen sah man zuweilen dergleichen statt
der goldenen, silbernen, gläsernen und anderer Gefäfse erscheinen, wie Petro-
nius in seinen Satyren sagt, dafs bey dem Gastmale des Trimalcion zwey
langhaarige Aelhiopier mit kleinen Schläuchen (utribus pusillis) eintraten,
(die ganz denjenigen ähnlich waren, welche man im Circus braucht, um den
Sand der Rennbahn zu begiefsen) und aus diesen die Becher der Gäste mit
Wein füllten.
Das Saumrofs.
Das Pferd wird überall, wo es einheimisch ist, in freyen Landschaften,
in der Ebene, über Hügel und Thal, und in Engpässen als Saumrofs mit
Vortheil benützt, da sein schneller Gang die Reise beschleunigt. Curtius, der
öfters der Pferde als Saumthiere erwähnt, sagt, Lib. I. Cap. n: „Dort war
ein enger Pafs, ungefähr 6000 Schritte lang, wo kaum ein Saumrofs durch-
kommen kountej" welches, wie eine Menge anderer Stellen beweist, dafs die
Pf er de auch im Kriege als Saumthiere gebraucht wurden. Julius Cäsar
IL Band. 61
Kameelen und nicht anf Wagen versendet. Persius Satyra V. §.135 sagt:
?,Fort, holet Bibergail, Sardellen, Flockseide, Weihrauch, Ebenholz und Wein
aus dem Pontus; aber eilet, den Pfeffer zuerst den eben angekommenen Ka-
mc'elen abzunehmen." Vorerwähnte Kameel - Ladungen, . welche zusammen
beynahe schon hinreichend wären, das Gewölbe eines ausgezeichneten Handels-
mannes ruhmvoll zu füllen, beweisen den Aufwand jener alten Völker; da sich
unter allen den benannten Waaren lauter entbehrliche Sachen, die blofs zum
Luxus der Reichen dienten, und keine zumLebensbedürfnifs der ärmernKlasse
nöthigen Artikel befinden. Auch in den Heeren dienten sie nicht allein der
Reiterey statt der Streitrosse, sondern auch um das Gepäck, den Mund-
vorrath und sogar das Wasser in Schläuchen nachzutragen. Curtius Lib.IV.
Cap. 7 schreibt: „Das Wasser sogar, welches Alexander in Schläuchen auf
Kameelen nachtragen liefs, war verdorben 5" und Salust im Jugurtha Cap. XCI
erzählt, dafs Marius aus allen Häuten des Schlachtviehes bey dem Heere eine
Menge Schläuche verfertigen, mit Wasser füllen, und auf die Lastthiere la-
den liefs." S. LXXXV. Fig. 4. von der Säule des Theodos. entlehnt, ein mit
Schläuchen beladenes Kameel, mit doppeltem Gurt, Vorder- und Hin-
terzeug, woran jedoch der Sattel hinter den Schläuchen verborgen ist.
Die Alten bedienten sich der Schläuche von Thierfellen nicht allein
um allerley Flüssigkeiten auf Packsätteln mit Lastthieren zu versenden, son-
dern sogar an den Tafeln der Grofsen sah man zuweilen dergleichen statt
der goldenen, silbernen, gläsernen und anderer Gefäfse erscheinen, wie Petro-
nius in seinen Satyren sagt, dafs bey dem Gastmale des Trimalcion zwey
langhaarige Aelhiopier mit kleinen Schläuchen (utribus pusillis) eintraten,
(die ganz denjenigen ähnlich waren, welche man im Circus braucht, um den
Sand der Rennbahn zu begiefsen) und aus diesen die Becher der Gäste mit
Wein füllten.
Das Saumrofs.
Das Pferd wird überall, wo es einheimisch ist, in freyen Landschaften,
in der Ebene, über Hügel und Thal, und in Engpässen als Saumrofs mit
Vortheil benützt, da sein schneller Gang die Reise beschleunigt. Curtius, der
öfters der Pferde als Saumthiere erwähnt, sagt, Lib. I. Cap. n: „Dort war
ein enger Pafs, ungefähr 6000 Schritte lang, wo kaum ein Saumrofs durch-
kommen kountej" welches, wie eine Menge anderer Stellen beweist, dafs die
Pf er de auch im Kriege als Saumthiere gebraucht wurden. Julius Cäsar
IL Band. 61



