Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst [Editor]
Die Graphischen Künste — 6.1884

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Motlfiu, die japani/che Gottin der Literatur, aus einem Hunde fitzend.


Das Herfleilen tind Bemalen t

• Schneemannes in Japan.

Der Verfasser hat (ich seine Aus-
gabe nicht leicht gemacht. Durch sorg-
Fältige Benützung aller Vorarbeiten und
unterftützt von zwei Freunden aus
Japan, welche in Paris leben und Übcr-
fetzerdienfte leifteten, fowie mit ihren
umfangreichen Kenntnisfen der heimat-
lichen Gcfchichte, Kunft und Literatur
aushalfen, konnte Gonse in feinem
Werke weit mehr Material anhäufen
und es weit zweckmäfsiger verarbeiten,
als feine Vorganger auf dem Gebiete
der Kunstgefchichte Japans. So erfehen
wir aus feinem Werke nicht blofs den
hohen Stand der decorativen Kunft in
eföl Japan und die Vollkommenheit aller
dafelbst in Übung befindlichen Kunst-
techniken, sondern gewinnen auch einen
vollen Einblick in alle natürlichen, mit
der Beschaffenheit des Landes, seiner
Flora und Fauna zusammenhangenden
Elemente der japanischen Kunst und in
den historischen Entwicklungsgang der-
felben, der bis in die zweite Hälste des
ig. Jahrhunderts reicht und gegenwärtig
wegen des rafchenVordringensdereuro-
päifchen Civilifation in Japan an einem
Wendepunkte sich befindet. Welchen
Einssufs das arifche Culturprincip, das
in Japan immer mehr Wurzel safst, aus
die dortige Kunst nehmen,
ob eine Fortbildung oder
eineEntnationalisirungder-
felben herbeigeführt wird,
lässt fich gegenwärtig noch
nicht bestimmen. Wie be-
dauerlich es aber wäre,
wenn man aus Japan, ftatt
der alten, reizvollen, von
ursprünglicher Erfindungs-
gabe und erstaunlicher
decorativer Empsindung
zeugenden, mit bewunde-
rungswürdiger technifcher
Vollendung ausgesührten
Gegenstände, künstigNach-
ahmungen europäischer
Muster, oder gar sabriks-
mäfsige Marktwaare er-
hielten, braucht nicht erft
hervorgehoben zu werden.
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