Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst [Editor]
Die Graphischen Künste — 49.1926

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Reiz. Giles technische Entdeckungen, durch die die Schwierigkeiten überwunden werden, die einst
mit dem Entstehungsprozeß der Reliefradierung untrennbar verknüpft schienen, werden späteren
Künstlern von großem Nutzen sein.

Mabel Royds, die sich mehr an das japanische System anlehnt, ist die Autorin einiger
interessanter Drucke mit Szenen aus dem Orient. E. A. Verpilleux, ein in England ansässiger
Künstler, hatte viel Erfolg mit einem großen Farbenholzschnitt der St.-Pauls-Kathedrale an einem
Regentag, in dem er die Eigentümlichkeit der Londoner Atmosphäre mit besonderem Geschick zum
Ausdruck brachte. Aus Raummangel erwähne ich nur noch die Arbeiten von Mrs. Austen Brown,
Ethel Kirkpatrick, J. E. Platt und Hall Thorpe. Sie alle leisten nützliche Arbeit, indem sie ein
Mittel ausprobieren, das möglicherweise eine große Zukunft hat. Immerhin ist es schwer, einen
anderen Schluß als diesen zu ziehen, daß gerade die genaue Ausführung der farbigen Verfahren
mehr dem Handwerk als der Kunst angehört.

Die Notwendigkeit einer gewissen handwerksmäßigen Geschicklichkeit bedeutet für den
Künstler eine äußerst wertvolle Erziehung. Übertreibt er jedoch in diesem Punkte, dann ist seine
Freiheit gehemmt, seiner Originalität sind zu enge Grenzen gezogen, die Resultate seiner Arbeit
sind zwar interessant, aber oft nur von geringem ästhetischen Wert.

Selbst auf die Gefahr hin, durch Wiederholung zu langweilen, möchte ich nochmals meine
Uberzeugung betonen, daß der Künstler von morgen, welcher sich irgendeiner graphischen Technik
bedienen will, das beste Ausdrucksmittel im monochromen Holzschnitt entweder auf Hirnholz mit
dem Stichel oder auf Langholz mit dem Messer findet. James Laver.

Paul N'ash, Die Bai.

Nach dem Holzschnitt.
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