Glöckner, Karl [Editor]; Historische Kommission für den Volksstaat Hessen [Editor]
Codex Laureshamensis (Band 1): Einleitung, Regesten, Chronik — Darmstadt, 1929

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I. Die Handschrift.

Chronik und Kopialbuch des Klosters Lorsch, nach dem Titelblatt der Mannheimer
Ausgahe vom Jahre 1768—1770 gewöhnlich Codex Laureshamensis (diplomaticus)
genannt, stellt sich im Original des Münchener Reichsarchivs als eine stattliche Hand-
schrift im größtem Folio dar. Das Format des Deckels ist 34,5 X 48,5 cm, die
Blattgröße beträgt 33,5 X 46 cm. Der Holzdeckel, mit Pergament überzogen, zeigt
einfache gotische Verzierungen, zwischen denen an mehreren Stellen ein unschein-
bares Wappen sichtbar ist, das das Lorscher Kreuz rechts neben dem Kranich der
Familie v. Wasen enthält. Es ist das Wappen des Propstes Eberhart v. Wasen
(1478—1480), der die Handschrift binden ließ.1) In gotischen Majuskeln des 15. Jahr-
hunderts trägt der Deckel die Aufschrift Liber Privilegiorum Sancti Nazarii in Lau-
rissa. Darüber setzte eine Hand aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts: ^uubatto
be§ $lofter§ ßorfdj. 5ßrtottegta et ®ortatione§. Vom Ende des 16. Jahrhunderts rührt
die verblaßte Note her: Churf. Pfältzisch. Eine weitere Bemerkung am unteren Rande
ist unleserlich.

Die erste Lage des Buchinnern, die erst beim Einband vorgesetzt wurde und
daher bei der Zählung übergangen ist, bestand aus vier Blättern, von denen das
erste, auf die innere Seite des Deckels aufgeklebt, rechts unten das Monogramm

1564 trägt.

Auf das zweite leere Blatt schrieb eine der später zu nennenden Benützerhände
des 16. Jahrhunderts Hic liber continet 230 folia; [richtiger 229]. Die beiden anderen
Blätter sind herausgeschnitten.

Folgende Tabelle veranschaulicht die keineswegs einheitliche Anlage des Buches.

Bl.

Lagenzählung
mod. li.d.Handschr.

Lagen-
stärke

Schreib-
fläche

Zeilenzahl

Bemerkungen

1-32

1-4 a-d (v. d.
Texthand)

ie8Bll.

23,5X 37,5

33-35 5 2)3 B11

36-67 6-9 Ii—III. Q. u. je 8 Bll
darunter
F-I (Text-
hand; im
folg. Ru-
brikator-
enhände)

*) Ebenso den Evangelienkodex 50 der vatikanischen Palatina; Falk, Bibliotheka, S. 56. Auch
das Lorscher Totenbuch in Würzburg hat ähnlichen Einband.
2) Das erste davon (Bl. 33) ist eingeklebt.
Codex Laureshameusis. 1

51

Bl.l-34'sHd.A;

Chro c^ann Schluß
anbeschrieben.
Einschiebun-

gen s. § 3.

Kopialbuch. Hd. E
in Text u. Rubriken.
B1.59'2(Ended.8.Lage)
Einschiebung v. Hd. K.
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