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Gramm, Josef
Spätmittelalterliche Wandgemälde im Konstanzer Münster: ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Malerei am Oberrhein — Studien zur deutschen Kunstgeschichte, Heft 59: Straßburg, 1905

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https://doi.org/10.11588/diglit.10020#0029
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L

Die obere Sakristei und ihr Bildschmuck

(Vgl. den Grundriß, Tafel I.)

Von der eigentlichen Sakristei auf der Nordseite des Chores
steigt man auf sechs Stufen zu der sog. oberen Sakristei herauf,
die einst als Kapitelsaal diente und den östlichen Teil des süd-
lichen Kreuzgangarmes einnimmt. Ein längliches Rechteck von tektur.
8,28 m Breite und 15,47 m Länge bildet die Grundrißform
dieses Raumes. Sieben schmale, hohe, rechteckige Fenster
durchbrechen die nördliche Außenmauer. Hohlkehle und Rund-
stab dienen als Verzierung ihrer Gewände.

Mit Ausnahme des östlichen, einfachen Fenslers sind die
Liehtöffnungen jeweils zu zweien oder dreien gekuppelt. Letz-
teres trifft bei dem Westfenster zu, ersteres bei den übrigen.
Die flache, auf Querbalken ruhende Holzdecke wird in der
Längsachse von zwei hölzernen Pfeilern mit Unterzug gestützt.

Eine Tür in der Ostwand des Raumes führt in den sog.
Kapitelsaal, der seinen Namen jedoch aller Wahrscheinlichkeit
nach mit Unrecht trägt, ein weiteres, mit einer eisernen Türe
verschlossenes Pförtchen mündet in das sog. Archiv, dessen
Bedeutung als einstige Schatzkammer weiter unten dargetan
werden soll.

An der Ostwand der obern Sakristei befindet sich zwischen
der Türe zu dem sogenannten Kapitelsaal und der nördlichen
Außenmauer eine wohlerhaltene steinerne gotische Mensa und
darüber ein 2,02 m breites und 2,23 m hohes Wandgemälde Wandgemälde.
 
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