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Paul Graupe <Berlin> [Editor]; Paul Graupe (Firma) [Editor]; Kunsthandlung Doktor Otto Burchard (Berlin) [Contr.]
Auktion / Paul Graupe, Antiquariat (Nr. 106): Die Sammlung Leon Nathansohn - Dresden, mit Beiträgen aus anderem Besitz: Goethe und sein Kreis ; Goethes äussere Erscheinung, Büsten, Gemälde, Stiche, Medaillen ; Gothes Schriften, Goethe-Stätten, Alt-Weimar ; die Künstler des Goethe-Kreises, Gemälde Aquarelle, Handzeichnungen von Carus, C. D. Friedrich, Graff, Hackert, Kneip, Kraus, Schütz, Tischbein u.v.a. ; Auktion ... am 19. und 20. April 1933 — Berlin, 1933

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https://doi.org/10.11588/diglit.6165#0022
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PAUL GRAUPE / BERLIN W 9 / B ELLEVUESTRASSE 3

IV. GOETHE-AUTOGRAPHEN
*93 GOETHE’S BRIEFE AN FRIEDRICH ROCHLITZ
(1800—1831)
sowie einige Briefe von Rochlitz an Goethe,
von Friedrich v. Müller an Rochlitz,
2 Briefe von Schiller an Rochlitz
und einige Goethe-Reliquien
Insgesamt 77 Briefe in der alten Original-Pergamentmappe
(Buchdeckel) mit dem eigenhändig geschriebenen Etikett
Rochlitz’s: „Goethe’s Briefe an mich vom Jahre 1800 an bis
an seinen Tod, nebst noch einigen anderen Papieren, welche
nach meinem Todte dieselbe Bestimmung, wie jene, erhalten
sollen. Friedrich Rochlitz. Leipzig, im May 1839.“
Johann Friedrich Rochlitz wurde geboren zu Leipzig am 12. Februar 1769 und
ist ebenda am 16. Dezember 1842 gestorben. Nach mehrfachen Versuchen,
sich der Musik, dann der Theologie zu widmen, begann er sich schrift-
stellerisch zu betätigen und hatte bald nicht unbedeutende Erfolge zu
verzeichnen. So schrieb er in dieser Zeit einem Buchhändler, daß er nicht
unter lOTalern für den Bogen arbeite. Die Themen seiner Novellen und Schau-
spiele waren meist Schilderungen kleiner Begebnisse und beschränkter Zu-
stände. Goethe nannte sie daher „Blüten einer wirklichen Welt“. Von seinen
Lustspielen wurden fünf unter Goethes Leitung in Weimar aufgeführt. 1809
führte Goethe Rochlitz’ Bearbeitung der „Antigone“ auf, worüber die vor-
liegenden Briefe reichen Aufschluß geben.
Als Leiter der „Allgemeinen Musikalischen Zeitung“, die er zusammen
mit Gottfried Christoph Härtel 1798 gründete, war er außerordentlich erfolg-
reich und wurde bald der maßgebendste Musikkritiker seiner Zeit. Von
seinen kritischen Arbeiten sagt Goethe: „Wieviel ihm die gebildete Welt
hierin schuldig geworden, ist kaum mehr zu sondern; denn seine Wirkungen sind
schon in die Masse der Nation übergegangen, woran er sich dann in einem
höheren Alter uneigennützig mit allgemeiner Beistimmung vergnügen kann.“
Wieviel Goethe an einem persönlichen Verkehr mit Rochlitz und seiner
kritischen Einstellung ihm gegenüber lag, geht aus diesen Briefen zur Genüge
hervor. Es sei nur auf den wundervollen Dankesbrief für Rochlitz’ Kritik
der „Wahlverwandtschaften“ hingewiesen (Siehe Tafel 26). In Theater-
Angelegenheiten interessierten Goethe immer erneut Rochlitz’ Ansichten.
Von großem Wert hier Goethes öftere Skepsis betreffs des Weimarer Theaters
und die Schilderung der dortigen Krise
Weitere Erörterungen über die Briefe erübrigen sich, denn sie sprechen
für sich selbst.
Goethe, J. W. v. Brief m. eigenh. Unterschr. „Goethe“. Jena am
25 Dez. 1800. ls/4 Seite. 4°.
Nimmt Anteil an dem ,,sonderbaren Glückswechsel“, der Rochlitz betroffen hat
und fordert ihn auf, sich an einem literarischen Preisausschreiben mit zu beteiligen.
Hofft sehr, bald mit ihm zusammenzutreffen und alles mit ihm mündlich zu besprechen.

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