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Grill, Erich
Der Ulmer Bildschnitzer Jörg Syrlin d.Ä. und seine Schule: ein Beitrag zur Geschichte der schwäbischen Plastik am Ausgang des Mittelalters — Studien zur deutschen Kunstgeschichte, Band 21: Strassburg: J.H. Ed. Heitz (Heitz & Mündel), 1910

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https://doi.org/10.11588/diglit.73234#0025
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Die Familie Syrlin1 stammt aus dem westlich von Ulm
gelegenen kleinen Dorfe Söfflingen und ist von dort um 1412
in zwei Gliedern: Lienhart und Hainz (erwähnt 1412—47)
in die Stadt eingewandert2. Der Zimmermann Hainz gilt
als der Vater des älteren Jörg Syrlin, der gegen 14253 zu
Ulm geboren wurde. Ueber seine Kindheit und seinen Werde-
gang breitet sich ein undurchsichtiger Schleier. Nur wenige
Urkunden und Datierungen bringen zuweilen Licht in das
Dunkel und erheben das Leben des Meisters für Augenblicke
aus dem Meere der Vergessenheit4. Seine Schöpfungen aber
reden von heißem Ringen mit der künstlerischen Form, von
einer großen Liebe zur Natur und einer tiefen Erkenntnis des
Lebens
Wie er sich diese Fähigkeiten erworben haben mag, da-
rüber lassen sich nur Vermutungen anstellen. Die erste Aus-

1 Die Schreibweise des Namens variiert vielfach (Surlin, Sürlin, Siirlen.
Sewrlin, Seurlin und Syrlin). Hier ist die Art der Unterschrift festgehalten,
deren sich Jörg Syrlin d. Aeltere auf seinen beglaubigten Werken bedient.

^ Vgl. Naglers Künstlerlexikon Bd. 18, S. 66 ff.; Allgemeine deutsche
Biographie Bd. 37, S. 166—69; Pfleiderer: «Das Münster zu Ulm und
seine Kunstdenkmale», Sp. 40.

3 Mit dieser frühen Datierung schließe ich mich Stadler an. (Franz
J. Stadler: «Hans Multscher und seine Werkstatt», Studien zur deutsch.
Kunstgesch., Heft 82. S. 185.)

4 Schon 1456 muß er ein eigenes Haus besessen haben, vgl. Bazing
und Veesenmayer: «Urkunden zur Geschichte der Pfarrkirche in Ulm»,
Nr. 194, S. 83: «1456 uff mittwochen nach sant Gallen tag (20. Oktober) :
Bürgermeister und Rat stellen Urkunde darüber aus, daß sie den Kauf
bestätigen, durch welchen Hanns Stöcklin, Bürger zu Ulm und Kaplan der
Messe des Kaib sel. von Jörg Böler in Ulm dessen Haus in der Ulmer
Gasse, zwischen des Wydemans und des Syrlins Häusern gelegen um
73 fl. gekauft hat . . .»
 
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