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Günther, Hubertus
Bramantes Tempietto: die Memorialanlage der Kreuzigung Petri in S. Pietro in Montorio, Rom — München, Univ., Diss., 1973

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https://doi.org/10.11588/diglit.5896#0067
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-.57.-

ltl den Nebenachsen. In den Achsen dazwischen befinden
sich Nischen.

Die Strahlen werden durch die Ärchitekturglieder
sichtbar gemacht. Sie gehen von den Voluten des Kuppel-
aufsatzes im Zentrum des Hofes aus, laufen über die
kippen der Bleihaube und die Lisenen des Tambours;
setzen sich in den Pilastern der Cella, den Säulen
"*es Peristyls und der Ringloggia fort und enden in
^en Pilastern der Ringmauer.

Der Innenraum der Cella ist zu klein, um dies
system fortsetzen zu können. Die Organisation des Hofes
schrieb 8 rythmische Traveen vor. Aber deren Teilung
ls* genauso vollständig wie außen durchgeführt. Sie
WlI>d unten durch Pilaster auf Sockeln, die dem Stylo-
^ät in der Höhe entsprechen, Lisenen im Tambour und
Semalte Kuppelrippen besorgt.

■Si£gnsionen

Von Anfang an betonen die Beschreibungen des Tem-
Pietto regelmäßig, daß der Bau nur sehr klein sei.
Abgesehen von seinen geringen Dimensionen, hört man
°*t, könnte er sich mit den besten Werken der Antike
Ve*"gleichen.2 In den Bildern des 16. Jahrhunderts ist
er dann in gewaltigen Ausmaßen dargestellt."^ Die Ar-
chitekturzeichnungen der Zeit vergrößern ihn eben-
^aÜs, indem sie seinen Eingang, der geradeeben das
hötige Mindestmaß einhält, verkleinern.

Etwa gleichgroße Memorien wie S. Giovanni in Oleo
(lSo8) könnten nicht in Darstellungen so ausgeweitet
Werden wie der Tempietto, ohne monströs zu wirken. Und

ware lächerlich, sie mit antiken Werken wie dem
^antheon zu vergleichen. Die meisten Beschreibungen
s°lcher Heiligtümer weisen nicht auf ihre geringen
Au

usmaße hin, da dies an ihrer anspruchslosen Gestalt
 
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