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Günther, Hubertus
Bramantes Tempietto: die Memorialanlage der Kreuzigung Petri in S. Pietro in Montorio, Rom — München, Univ., Diss., 1973

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https://doi.org/10.11588/diglit.5896#0083
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- 73 -

-Der Hof als "runde Basilika" - Tempietto als
Ziborium

Alberti bezeichnet S. Stefano Rotondo als runde Ba-
3&mca. und Francesco di Giorgio spricht die Umgänge
entsprechender Rotunden als Schiffe an.1

In der Mitte zwischen Peristyl und Ringloggia stehend
ftätte man den Hof als eine Einheit von drei Umgängen
begriffen, die wir als runde Basilika charakterisie-
ren möchten: Der mittlere, ungedeckte Umgang, der an
beiden Seiten von Säulenstellungen begrenzt wird,
bildet formal das Hauptschiff.2 Er dient auch als
Gemeinderaum. Die "Seitenschiffe" sind je durch eine
Wand nach außen abgegrenzt. Ihre quadratischen Eck-
kapell en sind so winzig, daß sie nur einen Altar be-
herbergen können.

Bramante knüpfte nicht nur in der Disposition, son-
dern auch in der Gliederung der Hof-Umgänge an basi-
kale Innenräume anr In Kreuzgängen und Höfen des
Quattroc ento stützen nur an den Stirnseiten Säulen
das Gewölbe oder allgemein die Decke. An der zurück-
liegenden Wand befinden sich dagegen Konsolen. Aber
schon seit Brunelleschis S. Lorenzo war es üblich, daß
ln den Kirchen den Säulen des Hauptschiffs Pilaster
an den Wänden der Nebenschiffe antworten. Diese ver-
schiedenen Anordnungen setzen mittelalterliche Tradi-
tionen in modernen Formen fort.''

Die Cella bildet gewissermaßen die Vierung des
**°fes. Ihr beschränkter Raum, der im Prinzip der Vie-
rung von St. Peter gleicht,^ kann nur Priester und
Meßdiene,, aufnehmen. Die Gemeinde, die im "Haupt-
schiff« um sie herumsteht, sieht von außen durch Tü-
ren und Fenster in sie hinein. Die beiden Seitentüren
dienten - vor der Anlage der späteren Stüfchen im
Styl

obat — nur als Durchblicke»
 
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