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Akademische Mitteilungen für die Studierenden der Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg: Winter-Halbjahr 1897/98 — Heidelberg, 1897-1898

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1897/98

Heidelbergee Akademische Mitteilungen

Nr. 7

Bekanntmacliiiiipn äer Universitäts-BeSörflen.

Engerer Senat.

Honorarbefreiungsgesuche betr.

Diejenigen Studierenden, welche um Befreiung von Zah-
lung der Kollegien-Honorare eingekommen sind, werden in
Kenntnis gesetzt, dass die Entscheidungen des Senates auf
der Universitätskanzlei erhoben werden können.

Heidelberg, den 30. November 1897.

Der Prorektor:
Gteorg Meyer.

Akademisclies Dircktorium.

Die Herren Studierenden werden benachrichtigt, dass die

Akademische Rede

im Druck erschienen ist und gegen Vorzeigung der Legiti-
mationskarte auf der Universitätskanzlei in Empfang genom-
men werden kann.

Heidelberg, den 29. November 1897.

Der Prorektor:
Georg Meyer.

Akademisclies Direktorium.

Die Immatrikulation für das Winter-
semester 1897/98 betr.

Die neu immatrikulierten Herren Studierenden werden
hierdurch benachrichtigt, dass die Matrikeln fertig gestellt
sind und innerhalb acht Tagen auf der Universitätskanzlei
in Empfang genommen werden können.

Heidelberg, den 29. Novemher 1897.

D e r P r o r e k t o r:
(ieorg Meyer.

Akademisches Direktorium.

Die akademischen Preisaufgaben fiir das
Studienjahr 1897/98 betr.

Die von den fiinf Fakultäten fiir das Studienjahr
1897/98 aufgestellten Preisaufgaben werden naclistehend
zur Kenntnis der Herren Studierenden gebracht:

Von der theologischen Fakultät:

„Die empiristische Religionsphilosophie der Neu-
zeit ist in ihren wiclitigsten Erscheinungsformen dar-
zustellen und einer Kritik zu unterziehen“.

Von der j u r i s t i s c h e n Fakultät:

„Natürliche Verbindlichkeiten nach dem biirger-
lichen Gesetzbuche“.

Von der medizinischen Fakultät:

„ExperimentellePriifung derDesinfektion infizierter
Wunden. Vergleich der experimentellen Resultate mit
den klinischen Beobachtungen.

Eventuell sollen auch die Veränderungen, welche
die Gewebe durch die iiblichen Desinfektionsmittel
erleiden, einer Priifung unterzogen werden“.

Von der philosophischen Fakultät:

I. Aus der Philosophie:

„Es soll in der Kantischen Vernunftkritik
die transcendentale Aesthetik mit der transcenden-
talen Analytik, insbesondere mit der transcendentalen
Deduktion der reinen Verstandesbegriffe genau ver-
glichen werden und der Zusammenhang beider Unter-
suchungen soll dergestalt gepriift werden, dass die
Punkte der Uebereinstimmung und Nichtiibereinstim-
mung deutlicli zu Tage treten“.

II. Aus der Alten Geschichte:

„Die Vita Commodi in der Sammlung der scrip-
tores historiae Augustae ist auf ihren historischen
Wert zu prüfen. Zunächst ist das Verhältnis der
Vita Commodi zur echten Ueberlieferung, welche bei
Cassius Dio und Herodianus vorliegt, festzustellen.
Dann sind die Parallelnachrichten in den andern vitae
der Sammlung zu vergleichen, mit genauer Unter-
scheidung der in dieser Sammlung nebeneinander
laufenden doppelten Ueberlieferung. Hierauf soll ge-
zeigt werden, wie weit die sogen. Excerptenlitteratur,
Aurelius Victor, die Caesares, Eutropius, bei der Be-
arbeitung der Sammlung im 4. Jahrhundert, in die
Vita Commodi eingedrungen ist. Um die unzuläng-
liche litterarische Ueberlieferung zu ergänzen, hat
der Bearbeiter die epigraphischen und numismatischen
Zeugnisse fiir die Regierung des Commodus möglichst
vollständig zu sammeln und für die Kritik der Vita
Commodi zu verwerten. Auf Grund dieser Untersuch-
ungen ist die Vita Commodi in ihre Bestandteile zu
zerlegen, der echte Grundstock von den späteren Ein-
schaltungen zu sondern. In diesem Zusainmenhange
ist aucli die Eclitheit der in die Vita Commodi ein-
gelegten Aktenstücke zu priifen“.

III. Aus der Germanischen (Englischen) Phi-
lologie:

„Byrons Verhältnis zu Scott und den Dichtern der
sog. Seeschule, der Einfluss, den dieselben auf Form
und Inhalt seiner Dichtungen ausgeiibt haben, soll
eingehend untersucht und möglichst erschöpfend dar-
gestellt werden“.

Von der naturwissenschaftlich-mathematis chen
Fakultät:

„Es soll die Schallgeschwindigkeit in verschiede-
nen Gasen und Dämpfen bei verschiedenen Tempera-
turen gemessen werden“.

Die a 11 g e m e i n e n B e d i n g u n g e n der Konkurrenz
sind:

a) der Verfasser muss zur Zeit der Uebergabe
seiner Abhandlung noch hiesiger akademischer Biirger
sein;

b) die Abhandlungen sind längstens bis zum 15. Ok-
tober 1898 auf dem Universitäts-Sekretariat abzugeben;

c) der Name des Verfassers muss in einem ver-
siegelten Umsclilag enthalten sein, welcher gleich wie
die Abhandlung mit einem Motto iiberschrieben ist;

d) die übergebene Abhandlung darf nicht von der
Hand des Verfassers geschrieben sein; wolil aber wird
deutliche und leserliche Schrift verlangt.

Heidelberg, den 22. November 1897.

Der Prorektor:
Georg Meyer.
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