Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 31,2.1838

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HEIDELBERGER

N°. 77.
JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

Römische LUeratur-Literärgeschichle.
( Besch l uf s)
Dafs zur Charakteristik mancher Zeitverhältnisse manche
schätzbare Beiträge hier vorliegen, kann Jeden eigene
Einsicht in diese brieflichen .V ittheilungen bald lehren. Dafs
die Briefe des berühmten und geistreichen Philologen Friedr.
August Wolf für den Unterzeichneten ein besonderes In-
teresse hatten, wird Niemand befremden 5 aber Ref. ist über-
zeugt, dafs auch Viele Andere, die nicht grade Philologen
von Profession sind, dieses Interesse theilen, das er selbst in
gleicher Weise auch an anderen in diesen zweiten Band auf-
genommenen Briefen nimmt. Wir erinnern an die Briefe von
Friedrich Ludwig Jahn aus dem Jahre 1818, an die
Briefe von Jung Stilling aus dem Jahre 1808, oder an die
Briefe von Adam von Müller, Moses Mendelsohn,
Kobbe, Zschokke, Wieland u. A. die auf persönliche
Verhältnisse sich beziehenden Briefe Friedrich’s v. Gentz
u. s. w., oder an den Brief oder vielmehr die Ordre des jetzi-
gen Königs von Schweden aus dem Hauptquartier zu Zerbst
vom 28. Sept. 1813 an den General v. Walmoden, dessen
Vorrücken gegen die damals vereinten Franzosen und Dänen
betreffend. Ein Brief von Ludwig Robert, von Mannheim
aus datirt im Jahre 1820 den 22 Mai, entwirft dem Freunde,
an den er gerichtet ist, eine Erzählung von der Hinrichtung
Sand’s und berührt dabei Manches Andere über die damah-
lige Regierung des Landes. Ein Brief von Schleier-
macher aus dem Jahre 1811 d. 13. Septbr. enthält Einiges
über die eben gegründete Universität zu Berlin, für welche
dieser berühmte Theolog so eifrig wirkte. In einem andern
Briefe von F. V. Reinhardt an Stäudlin <heilt der berühmte
Kanzelredner dem gelehrten Göttinger Theologen seine An-
sichten mit, wie eine Geschichte der christlichen Moral am
Besten abgefafst und welche Quellen insbesondere für die mit-
telalterliche Periode, dabei benutzt werden könnten. Bei den
jetzigen kirchlichen Streitigkeiten in Preufsen wird man die
Briefe des Fürstbischofs von Ermeland, Joseph s Fürsten von
Hohenzollern (aus den Jahren 1806 und 1808) an den Kriegs-
rath Bock und dessen Sohn, der zur katholischen Religion
übergegangen war und in ein Kloster zu treten wünschte;
mit Interesse lesen; ebenso die Mittheilungen des
Herausgebers über eine Audienz, die er bei dem verstorbe-
nen Pabst Leo XII. erhielt, von dem auch ein lateinischer
XXXI. Jahrg. 12. Heft. TI
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