Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 31,2.1838

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Römische Literatur-Literargcschichte.


Brief an den Herausgeber hier abgedruckt ist. Den Schlufs
des Bandes von S. 197 bildet ein Abdruck von Denkschrif-
ten, Briefen, Depeschen und diplomatischen Noten aus der
Periode der französischen Revolution vom Jahr 1792 bis 1799.,
von welchen das Original in des Herausgebers Händen sich
befindet. Es sind darunter vier-Noten von Bonnier, dem
französischen Gesandten bei dem Congrefs zu Rastadt, in
dessen Nähe er bekanntlich am 28. April 1799 ermordet ward,
an ReuöeJ, den Präsidenten des Directoriums, geeignet viel-
leicht. das Benehmen der französischen Regierung bei dem
bemerkten Morde zu erklären. Ein kurzer Brief von Bona-
parte (d. h. von Berthier’s Hand geschrieben und von Bo-
naparte unterzeichnet) aus Verona den 23. Novbr. 1796 macht
den Beschlufs.

Grufs an Berlin. Ein Zukunfttraum von Heinrich Stieglitz. Leipzig F.
A Brochltvus 1838. 183 S. in gr. 8.
Enter diesem Namen übergiebt uns der Verf., dessen
poetische Leistungen auch in diesen Blättern stets die sei-
nem Talente und seiner Bildung gebührende Anerkennung
gefunden haben, eine Dichtung, die, wenn man will, eigentlich
eine Charakteristik von Berlin, d. h. des künstlerischen wie
des gelehrten Berlin’s enthält, und durch die zahlreichen Per-
sönlichkeiten, die hier in bunter Reihe aufgeführt, nach ihren
gelehrten und anderen Richtungen Gegenstand des Liedes
werden, allerdings ein eigenes Interesse gewährt, das auch der,
welcher (wie lief.) nicht in die Berliner Chronik eingewei-
het ist, Avohl zu begreifen \ermag, zumal da der Verf. mit
seltener Kunst Alles geschickt au einander zu knüpfen und
zu einem Ganzen zu verbinden weifs, das freilich auch seine
herben, ja selbst bittern Seiten hat, die uns den auf die
Rückseite des Titels gesetzten Wahlspruch des Dichters:
„die Wahrheit, die Wahrheit, und war’ sie Verbrechen!“
Avohl erklären lassen. Denn es kommt in diesen bald ernsthaft bald
mehr komisch und ironisch gehaltenen Schilderungen und
humoristischen Lebensbildern gar Manches Pikante und selbst
Sarkastische in Bezug auf Sachen Avie auf Personen vor,
indem nicht leicht eine der literarischen oder künstlerischen
Celebritäten des Preufsischen Athens hier übersehen ist, so
dafs selbst ein eigener zwranzig Seiten starker Index (S.
163—183) nöthig geAArorden ist, um mit Bequemlichkeit die
Stelle aufzufinden, wo jeder einzelne Gelehrte, jeder Künst-
ler und Docent genannt ist! Indessen, auch abgesehen von
diesen Persönlichkeiten und Charakteristiken, wie sie hier in
oft ergötzlicher Weise von dem talentvollen Dichter geliefert
Averden, findet sich auch des Wahrhaft Schönen, ja selbst
Erhabenen nicht Weniges. Man lese nur den schönen Ein-
gang, oder die würdige Weise, in welcher der Verf. über
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