Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 33,2.1840

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HEIDELBERGEH

1840

iV°. 31.
JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

Cours de droit naturel ou de philosophie du droit, fait d’apres l’etat ac-
tuel de cette Science en Allemagne; par H. Ahrens, Prof, a l’Uni-
versite de Bruxelles. Paris, ck. Brockhaus et Avenarius. 1838—1839.
XIII. und 508 S. 8.
Es lässt sich das vorliegende Werk aus dreifachem Gesichts-
punkte betrachten und rühmen. Einmal als der erste Versuch in
der französischen Literatur das gesammte Naturrecht auf eine dem
Standpunkte der neuern Philosophie angemessene Weise darzu-
stellen, somit die Ausfüllung einer offenbaren und beträchtlichen
Lücke in den Bildungsmitteln des Nachbarvolkes, welches dadurch
von Bourlamaqui errettet werden kann. Zweitens, weil der
Verf. sich die Mühe nimmt, die Franzosen und ihre Sprach- und
Gesittigungs - Verwandten gelegentlich mit den hauptsächlichsten
Erscheinungen der deutschen Literatur der Rechtsphilosophie be-
annt zu machen, und somit auch in dieser Beziehung den Deut-
schen die Geltung zu verschaffen, welche sie verdienen. Endlich
aber, ganz absolut die Sache genommen, wegen der innern Güte
der Arbeit selbst, welche einer ernsten Beherzigung von Seiten
Aller, die sich mit den grossen gesellschaftlichen Problemen be-
schäftigen, so sehr würdig ist.
Die Besprechung und Anerkennung der beiden ersten Seiten
der Arbeit ist, so scheint dem Ref., den Franzosen zunächst zu
überlassen. Es würde uns um ihrer willen leid thun, wenn es von
ihnen unterlassen würde. Nur sind sie dabei vor dem Irrthume
zu warnen, als sey die in dem vorliegenden Werke vorgetragene
Theorie des öffentlichen Rechtes die g e w ö h n 1 i ch e in Deutschland
gelehrte. Es ist deutsche Wissenschaft allerdings, welche sich
hier geltend macht; das Vorgetragene ruht auf der bisher unter
uns gelehrten Doctrin. Allein der Verf. geht weit über das Bis-
herige hinaus, und eröffnet eine ganz neue Bahn, von welcher
noch lediglich nicht zu beurtheilen ist, ob, von wie Vielen und
wie schnell sie wird eingeschlagen werden. — Doch dem sey,
wie ihm wolle; der dritte Gesichtspunkt, aus welchem das Werk
zu betrachten ist, kann auch von uns genommen werden; denn ein
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