Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 33,2.1840

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Falknerklee v. H. v. Hainmer-Purgstall.

gleich im Anfang des ersten Hauptstücks S. 4. erklärt, die Bü-
cher, welche die Griechen über diese Wissenschaft (die der Jagd
mit Raubvögeln) geschrieben, seyen ihm nicht zur Hand gekom-
men? Dieser griechische Kaiser, der sein Buch ira Jahre 1175
geschrieben haben soll, wird ferner Nicetas Sakatophoros genannt,
während doch, wie Hr. v. Hammer richtig bemerkt, damals Manuel
der Konuiene regierte? Uebrigens stimmt auch der Text der an
geführten Stelle mit der Uebersetzung des Hrn. v. Hammer nicht
ganz überein; das Wort Sasanilerden wäre überflüssig; vor
Dimischkdeh und vor ßaalbekdeh, das in der Uebersetzung
ganz ausgeblieben, so wie vor Halebdeh, müsste ein waw
fehlen; auch hier, glaubt der Ref., hat Hr. v. Hammer die Namen
der Männer, welche die Bücher herausgaben, mit denen der Ver-
fasser verwechselt; erstere gehören in die spätere Zeit, letztere
aber in die frühere. Ref. würde diese Stelle so übersetzen: „Ich
habe das Buch der Sassaniden gelesen, welches aus Mawar Anna-
har gekommen und das ein Abkömmling derselben, Djemali Mo-
hammed aus Gendsche in der Stadt Achlath im Jahre _ heraus-
gab , ferner das des Königs der Türken, des grossen Chakan und
des indischen Königs, beide in einem Bande, welche Iseddin Mo-
hammed Palasakuni ... zu Damaskus herausgab, das des griechi-
schen Kaisers, welches Nicetas Sakatophoros .... hcrausgab , das
Ghytrafs, welches der arabische Meister Abul Käsern ... heraus-
gab, das des gerechten Nuschirwan, welches Jmadeddin ... her-
ausgab“ etc. Dass das Wort tasnif nicht nur verfassen, sondern
auch redigiren, bearbeiten und herausgeben heisst, flndet man
nicht nur bei Meninski S. 1215, sondern auch im Kamus, welcher
aus wählen als ursprüngliche Bedeutung dieses Worts angibt.
— Ref. will keineswegs die von ihm hier ausgesprochene Mei-
nung als die allein richtige ausgeben. Gewiss ist aber, dass Hr.
v. Hammer wenigstens das Werk des Königs der Türken und der
Indier mit Unrecht als ein getrenntes von dem zu Damaskus von
Iseddin verfassten, angibt; denn der Titel desselben, welchen Hr.
v. Hammer S. 32. anführt, lautet: „Kitäb Chakan Aasam welma-

lik Hind liiss ( Eddin Muhammod Palaskuni,“ woraus klar
hervorgeht, dass Iseddin beide Bücher verfasst oder herausgege-
ben hat.

(Sch Inf« folgt.)
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