Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 33,2.1840

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HEIDELBERGER

I


JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

Schriften über Aristoteles Poetik von Ritter, Spengel,
Marlin und Abeken,
( ß es ckluf s,)
Wenn nun auch dieser letzte Grund gar nichts besagt, wenn
es ferner ganz natürlich ist, dass die Dorier neben den etymolo-
gischen Gründen noch historische gebrauchen, wenn drittens e*ei-
Sev nicht nothwcndig auf Megara in Sicilien, sondern auf Sici-
lien allein bezogen werden kann, so bleibt immerhin in der An-
gabe über die Zeit des Chionides und Magnes eine grosse Schwie-
rigkeit. Herr Bahr in der Realencyclopädie für classische Alter-
tumswissenschaft verwirft die Angabe des Suidas und setzt den
Chionides bis 01.80. herunter'1*), allein das heisst den Knoten zer-
hauen. Wir versuchen es, ihn auf folgende Weise zu leisen:
Epicharraus war nach der Berechnung von H. Harless de Epichar-
nio zwischen 01. 60 und 62 geboren, seine Blüthe aber setzt Sui-
das in 01. 73, 3. Von Magnes sagt Suidas, er habe als Jüngling
den Epicharmus als Greis berührt; wenn nun Chionides nach der
Angabe von Suidas schon 01. 73, 1. Comödien zur Aufführung
brachte, damals aber erst zwanzig Jahr alt war, so war er an
dreissig Jahre jünger als Epicharmus; die Dorier aber, welche die
Erfindung der Comödie durch jeden, auch nur scheinbaren Grund
sich vindiciren wollten, machten das bedeutend höhere Alter des
Epicharmus für ihre Priorität geltend. Magnes hingegen konnte
wohl fünfzig Jahre jünger seyn, als Epicharmus, und von dieser
Zahl könnte nach Hrn. R’s eigenem Zugeständnis der Ausdruck
jio'/Aö TC(joT£pov wohl gesetzt werden.—■ Sollte dieser Versuch der
Lösung aber auch nicht genügen, so wäre auf jeden Fall kein
Grund vorhanden, die Interpolation weiter auszudehnen, als auf
die in Parenthese stehenden Worte, sxeiäev yap
6 nonqxr,q, tcoXAco nparepoc; a>v Xtavidov yal IVld^vrixoc;, durch
deren Auslassung der übrige Inhalt der Stelle nicht im Mindesten
alterirt wird.
Wenn wir in den bisher aufgeführten Beispielen gezeigt ha-
ben, wie vorschnell sich Hr. R. häufig bestimmen lässt, dem Aristo-
*) Nach Meinecke Histor. Critic. Comicc. I. p. 27.

XXXUl. Jahrp. 6. Hefi.

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