Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 38,2.1845

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Sintenis: De biatu in Plutarchi vitis.
der Partikel δ5 unzulässig scheint), wenn anders nicht ein anderer Feh-
ler hier verborgen sey, wie καθωπλισμένοι oder ιππείς für στρατιώται.
Wir können uns weder zu dem einen noch zu dem andern entschlos-
sen, und halten die Stelle, wenn sie gleich beim ersten Anblick eine
gewisse Härte kaum verkennen lässt, doch für unverdorben, nehmen da-
her auch an dem Dativ το!ς δ’ΐπποις κεκοςμημένοις so wenig Anstand
als Schäfer, der, wie uns dünkt, mit allem Recht, Reiske’s Einschieb-
sel εποχούμενοι als vollkommen unnöthig abgewiesen hat. Was wir
aneinanderreihen und neben einander stellen, durch Verbindungspartikeln
anknüpfend, ist hier durch die Beziehungspartikeln μέν und δέ wie in
vielen ähnlichen Fällen ausgedrückt, der Uebergang in den Dativ aber
hier so wenig wie anderwärts anstössig. Eher kann in derselben Be-
schreibung Plutarch’s, etwas weiter unten, das auch von Seiten des Hia-
tus anstössige αϋτοΰ in den Worten: έτάφη μέν ουν, ώς εΐκός, ένδόξως
και περί τδ μνημεΤον αϋτοϋ οί των Μεσσηνίων αιχμάλωτοι κατ-
ελεύσ&ησαν, getilgt werden, wie unser Verf. S. 29 will, da es allerdings
das Ansehen eines durch das in den nächstfolgenden Worten wiederholte
αυτοΰ veranlassten Glossems hat und auch in der Heidelberger Handschrift
vermisst wird. Uebrigens ist es dem Verf. au nicht wenigen Stellen ge-
lungen, durch eine einfache, manchmal auch selbst durch die besseren
und älteren Handschriften bestätigte Umstellung das Anstössige eines Hia-
tus zu vermeiden, wovon wir statt aller andern Beispiele nur das eine
aus Alcibiad. 16. anführen wollen: οΐον ην καί το 5Αγάθαρχον τον ζω-
γράφον ειρξαι, ει τα γράψαντα τήν οικίαν άφεΤναι, wo der harte
Hiatus durch die selbst von den Handschriften bestätigte Umstellung
εΤρξαι τον ζωγράφον vermieden wird. Doch so Hessen sich noch gar
manche, eben so einfache als ansprechende Verbesserungen aus dieser
Schrift anführen, die uns zeigen können, welchen Einfluss auf die rich-
tige Gestaltung des Textes überhaupt eine solche Untersuchung hat, und
die Aeusserung 0>. 17) des Verfassers, wie in einem ganzen Bande der
Weigel’sehen Ausgabe der Vitae des Plutarch kaum so viele Hiatus
anzutreffen seyen, als auf drei oder vier Seiten irgend einer Ausgabe
des Thucydides^ Plato, Xenophon, verliert das Auffallende, das sie auf
den ersten Augenblick erregen mag, bald bei näherer und sorgfältiger
Berücksichtigung und Untersuchung der ganzen Frage.
(Schluss folgt.)
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