Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 38,2.1845

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Nr. 52.

HEIDELB2R6ER

1845.

JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

Dante's prosaische Schriften, übersetzt
von Dannepiesser·
• /
(Schluss.)
S. 67. Z. 6. muss es statt: „denn Er, der sie uns gegeben hatw
heissen: „denn Er hat sie uns gegeben.“ — Auf derselben Seite, Z. 22.
ist das italienische Wort verso durch Yers übersetzt, was ganz falsch
ist, da dieses Wort in dem ganzen Convito die Bedeutung von Stro-
phe hat. Dieser Fehler kommt noch häufig vor. — Dann ist der ganze
Anfang des 10. Kapitels durch unrichtige Stellung der Worte ganz un-
deutlich: „Ich sage, dass ich in diesem Verse dasjenige kund zu machen
beabsichtige, was in mir meine Seele sprach, das heisst, der alte Ge-
danke gegen den neuen.“ Hier muss man irrig glauben, dass die Worte
nach das heisst das sind, was Dante kund machen will, während
„der alte Gedanke“ und das frühere „meine Seele“ Ein Begriff und, das-
selbe Subjekt zu dem Verbum sprach sind.
S. 71. Z. 2. ist in dem Satz: „was gibt es Schöneres bei einer
Frau als Wissen?“ das Wort savere durch Wissen offenbar ganz un-
richtig übersetzt. Es ist wohl Dante nie eingefallen, bei einer Frau
die Gelehrsamkeit als einen Vorzug zu bewundern, wohl aber die Weis-
heit. Das alte Verbum savere ist nicht mehr im Gebrauch, aber noch
savio, weise, und saviezza, die Weisheit.
S. 72. Z. 9. möchte ich dicitori nicht durch Sprecher über-
setzen, eher durch Dichter oder Sänger, da von denen die Rede
ist, die der Canzone ihre damals gebräuchliche Form gegeben haben. —-
Dann ist aber Z. 11. der Satz durch ein grammatisches Versehen ganz
unrichtig übersetzt. Er heisst im Italienischen: perche cantata la can-
zone , con certa parte del canto ad essa si ritornasse; in der Ueber-
setzung: „damit die gesungne Kanzone mit einem gewissen Theile des
XXXVIII. Jahrg. 6. Doppelheft. 52
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