Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 50,1.1857

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Nr. 1. HEIDELBERGER 1857.
JAHRBÜCHER DER LITERATÜR.

De Bodem van Nederland. De Zamenstelling en het ontstaan der
Gronden in Nederland teil behoeve van het algemeen Beschre-
ven door W. C. H. Staring. Eerste Deel. 441 pag. in 8.
Haarlem, A. C. Kruseman, 1856.
Vor mehreren Jahren wurde eine Commission bestellt, deren
Aufgabe die geognostische Untersuchung Hollands war, und Sta-
ring zum Mitgliede und Schriftführer ernannt. Seit einiger Zeit
schon löste sich die Commission auf und veröffentlichte die Ergeb-
nisse ihrer Forschungen. Unser Verfasser theilt die ihm eigenthüm-
lichen Bemerkungen mit. Wir entlehnen aus dem vorliegenden ersten
Baude folgende Andeutungen.
Die Torf-Gebilde sind in solcher Weise abgehandelt, dass über
alle Fragen Aufschluss geboten wird, an diese Erscheinungen sich
knüpfend, was nur gelingen konnte, indem man die niederen, unter
Wasser entstehenden Torf-Ablagerungen von den hohen unterschied,
bei denen stets Wälder die erste bedingende Ursache sind, sodann
auch von den sumpfigen, durch Riethgraeser erzeugten Torfe. Ge-
naue Erforschung des Gehölzes, in unendlicher Menge im Torf der
Niederlande begraben, gewährten viele bemerkenswerthe Thatsachen,
diensam zur Erklärung der Braun- und Steinkohlen - Formationen,
welche sich nach Staring ebenfalls nur erlangen lässt durch gründ-
liches Studium der Wälder heutiger Zeit.
Was eine angenommene fortdauernde Senkung des holländi-
schen Bodens betrifft, so gilt solche dem Verfasser als gänzlich un-
begründete Hypothese. Die Senkung der Oberfläche eingedammter
Landstrecken dagegen, in Folge einer Zusammenpressung der die-
selben bedeckenden Thonlagen, erscheint ihm als erwiesene Thatsache.
Noch vermisst man allerdings Beobachtungen, um darzuthun, wie
der Hergang gewesen bei sämmtlichen eingedammten Strecken: ob
sie sich gleich anfänglich nach der Trockenlegung senkten, oder spä-
ter? ob die Senkung noch fortdauert bei jenen, deren Dämme be-
reits mehrere Jahrhunderte zählen? ob die Torfschichten, welche
man sehr oft zwischen dem oberflächlichen Thon eingedammter Strecken
und dem stets die Unterlage ausmachenden Sand trifft, wesentlichen
Antheil haben an der Senkung? u. s. w. — Zu bedauern ist, dass
dem Verf. die Mittel nicht geboten waren, um seine Untersuchungen
in dieser Hinsicht weiter fortzusetzen und zu entscheidenden Re-
sultaten zu gelangen.
Die geologische Geschichte der niedern Torf-Ablagerungen ver-
suchte Staring zu entwickeln, und in gleicher Weise jene der
marinischen Alluvionen. Bei letztem sind mehrere, untereinander
Behr verschiedene Epochen anzunehmen.
L. Jahrg. 1. Heft.

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