Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 50,1.1857

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32 Bock: Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters.
winnen kann. Es wird darüber von unserm Verfasser eine Reibe
interessanter Beispiele und Bemerkungen aus dem Kreise der alt-
italienischen und altdeutschen Malerei mitgetheilt.
Aus dem bisher Gesagten wird hinreichend hervorgehen, wie
wichtig das bisher besprochene Werk ist, nicht blos für die Kennt-
niss des speciellen Gegenstandes, dem es zunächst gewidmet ist,
sondern auch für die Geschichte der Kunst und Industrie des Mit-
telalters und selbst für praktische Zwecke der heutigen Fabrication
edler Stoffe und literarischen Gewänder. Der Verfasser gibt aus den
vorhandenen liturgischen Hilfsmitteln und aus seinen eignen so reich-
haltigen Anschauungen und Erfahrungen eine Fülle interessanter und
wichtiger Notizen. Gerade diese Fülle macht eine klare feste An-
ordnung, Genauigkeit und die Vermeidung von Wiederholungen bei
der Darstellung um so schwieriger, aber auch um so nothwendiger,
worauf der verdienstvolle Verfasser bei seiner im übrigen sehr gu-
ten und anziehenden Darstellungsweise seine Aufmerksamkeit zu
richten haben wird. Die am Anfänge dieses ersten vorliegenden
Heftes mitgetheilte Uebersicht des Inhaltes des ganzen Werkes ver-
spricht eine grosse Reichhaltigkeit an interessanten Gegenständen.
Der Verfasser hat schon in der vorliegenden Lieferung einen we-
sentlichen Beitrag geliefert und wird deren in den folgenden Liefe-
rungen gewiss noch mehr liefern zur Ergänzung des classischen
Werkes von Francisque Michel, welcher gerade für Deutsch-
land in der Geschichte der Seidenstoffe einen Mangel an literari-
schen Hilfsmitteln beklagt (Recherches Tom. II. p. 316). Man
kann daher der grossen Thätigkeit und umfassenden Kenntniss des
Herrn Verfassers auf diesem Gebiete, sowie der grossmüthigen und
so sehr wohl angewendeten Förderung dieses Unternehmens von
Seiten des durchlauchtigsten Fürsten, dem es gewidmet ist, nur
Dank und Anerkennung zollen, und dem Unternehmen, dessen Fort-
setzung wir mit Interesse entgegensehen, die verdiente Theilnahme
und Förderung von Seiten des Publicums auf das lebhafteste wün-
schen. Zell.
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