Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 50,1.1857

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Nr. 14. HEIDELBERGER 1857.
JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

Bibliotheca orientalis Sprengeriana.

(Schluss.)
Als weitere wichtige Werke für die Lebensbeschreibung Mo-
hammeds nennen wir (103) den ersten Band der Tabakat Al-
ls ebir von Ibn Saad, einem Zeitgenossen Ibn Hischams, Tirmed-
si’s Schamail (N. 107—113) mit verschiedenen Commentaren,
zwei Abschriften des Ujun Alathr (Nr. 122—125) von Mohammed
Ibn Sejjid Alnas, mit einem Commentare von Burhan Eddin Halebi,
drei Abschriften des Mawahib Alladunijeh, (Nr. 138—141.) von
Kastalani, das Cbamis (Nr. 143.) von Dijarbekrii), das Insan
Alu jun (N. 148—149.) von Halebi. Unter andern historischen
Werken nennen wir noch zwei (Nr. 174—176.) der Stadt Mekka,
eine von Fasi, und eine andere von einem Unbekannten, zwei der
Stadt Medina (Nr. 178. 179. 181.) von Samhudi und Abd Alhakk.,
eine Geschichte des Schah Abbas und seiner Vorgänger (N. 202—
203.) von Iskander Munschi, eine Geschichte Timurs (Nr. 213.)
von Ali Jezdi, mehrere Werke über die Geschichte Indiens (Nr. 220 —
224.) so wie über die einzelnen Dynastien, Provinzen oder Städte
dieses Landes (Nr. 227—245.).
An genealogischen und biographischen Werken zählt unser Ca-
talog 125 Nummern. Besondere Erwähnung verdienen Nr. 246 und
247 über die Genealogie der arabischen Stämme, von Kalkaschendi,

1) Dieses Werk befindet sich auch auf der Herzgl. Gothaischen Bibliothek
und ist von Ref. zu seinem Leben Mohammed’s benutzt worden. Der Ver-
fasser, welcher im zehnten Jahrhundert d. H. schrieb, nennt in der Vorrede
die von ihm benutzten Werke, beinahe alle, wenigstens die bedeutendsten
Traditionssammlungen und Biographien Mohammed’s, die vor ihm verfasst
worden. Ref. musste also schon aus dieser Vorrede allein von den meisten
und besten Quellen über Mohammed Kenntnis« haben, wenn er auch nur We-
nige derselben zu seiner Verfügung hatte. Daran wollen wir den Berichter-
statter des Sprenger’schen Catalogs in der Augsb. allgem. Zeitung (Beil. z.
11. Febr. 1857) erinnern, der am Schlüsse seines Aufsatzes schreibt: „Die
abendländischen Biographen des Propheten, Washington Irving und an-
dere, haben die wenigsten dieser asiatischen Quellen gekannt oder be-
nützen können.“ Wenn der Berichterstatter freilich unter „abendländischen
Biographen“ amerikanische Belletristen vom Schlage Washington Irvings ver-
steht, die, wie dieser, aus Unkenntniss der orientalischen Sprachen, nur aus
abendländischen Quellen schöpfen können, so mag er recht haben, sonst glaubt
Ref. behaupten zu können, dass nicht nur ihm selbst, sondern auch Haminer-
Purgstall, dem Verfasser der Literaturgeschichte der Araber und H. Caussin de
Perceval, welche auch im Leben Mohammeds geschrieben, die meisten dieser
Quellen bebannt waren.
L, Jahrg. 3. Heft. 14
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