Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 51,1.1858

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Statistik der Stadt Wien etc.

Statistik der Stadt Wien, herausgegeben von dem Präsidium des Gemeinderathes
und Magistrats der K. K. Reichshaupt- und Residenzstadt. Wien 1856.
In der Slaatsdruckerei. In Folio.
Dies Werk gehört zu den zahlreichen Druckschriften, welche von Seite
des statistischen Bureau in Wien den Mitgliedern des statistischen Congresses
ausgetheilt wurden, dessen Seele der ausgezeichnete Gelehrte, Sektionschef im
Ministerium des Handels, Baron v. Czörning war, der sich lediglich durch seine
Verdienste zu dieser Stelle, welche ihm in Oesterreich den Rang als General-
Lieutenant giebt, erhoben hat. Nach dieser Darstellung ist die mittlere Tem-
peratur von Wien, das 527 Fuss über der Meeresfläche liegt, 8 Grad Reaumur;
der Bevölkerung nach ist Wien die fünfte Stadt Europa’s mit 474,957 Einw. (ohne
die 29,000 Mann starke Besatzung), die in 8793 Häusern wohnen, von denen
300 für Staats- und öffentliche Zwecke bestimmt sind. Die weibliche Bevöl-
kerung ist, wie in allen grossen Städten (Rom und Petersburg ausgenommen)
so überwiegend, dass auf 1000 Seelen 508 weibliche und 492 männliche
kommen. Vor 100 Jahren betrug die Bevölkerung nur 175,400 Seelen. Die
über 100 Folio-Seiten füllenden Tabellen ergeben die in das Einzelne gehen-
den Nachrichten, welche kaum irgendwo in solcher Vollständigkeit gefunden
worden. Diese verdienstliche Arbeit wird fortgesetzt, und ist dabei ausdrück-
lich bemerkt worden, dass sie durch die vorhergehenden internationalen (Kon-
gresse veranlasst wprden. In diesem Sinne war auch der musterhafte Bericht
des obenerwähnten Staatsmannes, der mit Recht zum Präsidenten dieser Ver-
sammlung aus 400 Gelehrten von Petersburg bis an die Säulen des Hercules
gewählt worden war; er zeigte, dass die Regierung dem Anschlüsse der
früheren Versammlungen Rechnung getragen hatte.

Memoire pour servir ä Vappreciation des droits suzerains de la sublime Porte sur
les principautes Moldo-Valaqucs. Vienne 1857. 4.
Diese Staatsschrift, welche die Kais. Oesterreichische Regierung mit Be-
zug auf die jetzt besprochene Vereinigung der Moldau und Walachei in nur
wenigen Exemplaren hat drucken lassen, enthält eine aus den bisher zum Theil
unbekannten Staats-Verträgen gezogene Darstellung der völkerrechtlichen Ver-
hältnisse dieser Fürstentümer. Die Einleitung zeigt, wie schon unter den
Römern manchen unterworfenen Staaten ihre vollständige Autonomie belassen
worden; -wobei Mommsen Römische Geschichte I. Bd. S. 726. 2. Auflage ange-
führt wird. In Ansehung der Verhältnisse zur Türkei bezieht sich diese Aus-
führung auf das in Breslau bei Korn 1856 erschienene Buch „die staatlichen
Verhältnisse der Moldau und Walachei von .1. F. Neigebaur“, S. 20 mit den
Worten: anstatt die blutige Geschichte dieser Fürstentümer anzuführen, wie-
derholen wir die Meinung eines eifrigen Freundes und steten Verteidigers
der Unabhängigkeit und der Rechte der Moldau-Walachei. Die getreue Ueber-
sicht dieses Zeitraums ist nach den von dem Hin. Neigebaur gemachten Stu-
dien, der früher Preussischer General-Consul daselbst war, folgende: „Wenn
inan auch auf der einen Seite nicht läugnen kann, dass die Türken nicht
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