Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 51,1.1858

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Neueste Schriften über deutsche Universitäten.

numenta historica Universitatis Pragensis , Pragae 1830 — 1834
(3 Bde.), v. Bi an co’s Geschichte der Universität Cöln (2 Bde.),
Kink’s Gesell, der Universität Wien (2 Bde.), und Rössler’s
und Zarncke’s in der üeberschrift dieser Anzeigen schon genann-
ten und von uns ausführlich hier besprochenen Werke durch die
beigefügten Urkunden und Statuten einen hohen Werth, welcher
ihnen für alle Zeiten gesichert bleiben wird.
Was nun die in dem vorliegenden Werke mitgetheilten urkund-
lichen Beilagen angeht, so sind die Urkunden der Universität (S. 3
—156) nach der Zeitfolge geordnet und die ältesten und wichtig-
sten aus den Originalen vollständig abgedruckt. In Bezug auf die
späteren ist wegen ihrer allzu grossen Zahl nur eine Bezeichnung des
Inhaltes mit Nennung des Ortes, wo sie zu finden sind, gegeben.
Die sämmtlichen Urkunden belaufen sich mit den Nachträgen auf
266, deren Benützung durch ein ebenfalls chronologisch geordnetes
Inhaltsverzeichniss sehr erleichtert wird.
Auf die Urkunden folgen; Annalen der Universität aus den
Jahren 1456— 1487 (S. 157—200), Auszug aus dem Decanatsbuch
der Facultas Artium (S. 201 — 256), Auszug aus dem Album der
Universität (S. 257—270) und ein Nachtrag zu den Urkunden (S. 271
•—297) und darauf die Statuten der Artisten-Facultät vom Jahre
1456 (S. 297—312).
Beigefügt sind auf 4 Quartblättern 19 Siegel, weiche an Uni-
versitätsurkunden sich befinden und Heinrich R u b e n o w ’ s Fland-
schrift aus der Urkunde (26), durch welche Wartislaw IX. eine
Schenkung für die Universität machte.
Nr. IV. Die vorliegenden „Urkundlichen Quellen zur Geschichte der
Universität Leipzig“ wurden zuerst abgedruckt in dem III. Bande der
„Abhandlungen der Königlich-Sächsischen Gesellschaft der Wissen-
schaften. Leipzig bei S. Hirzel, 1857“, S. 509—922; sie sind aber
auch in demselben Verlage in einem besonderen Abdrucke als eigene
Schrift erschienen und gehören unbestreitbar zu den bedeutendsten
und wichtigsten Schriften, welche in neuester Zeit die Geschichte
einzelner Universitäten behandeln.
Zur Herausgabe derselben wurde Herr Zarncke zunächst durch
den Umstand veranlasst, dass, wie er S. 511 sagt, der Geschichte
der Universität Leipzig und namentlich ihrer Verfassung im Mittel-
alter bisher die ihr gebührende Beachtung nicht zu Theil geworden;
während nicht nur grössere und ältere Universitäten, wie Prag und
Wien, sondern selbst kleinere, wie Rostock und Tübingen, in um-
fänglichen Monographien eine tüchtige und detaillirte Darstellung ihrer
Geschichte gefunden hätten, sei für die Leipziger, obwohl sie zu
den ältesten Hochschulen zähle und längere Zeit eine der bedeu-
tendsten Deutschlands gewesen sei, bisher kaum der Anfang einer
gründlichen Geschichtsschreibung vorhanden. Gebühre auch, heisst
es weiter, Drobisch, Gersdorf und Win er das Verdienst, ein-
zelne Punkte in einer den jetzigen Anforderungen an historische
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