Herfarth, Christian [Editor]; Bartsch, Helmut [Editor]; Universitäts-Gesellschaft <Heidelberg> [Editor]
Heidelberger Jahrbücher: Gesundheit — Berlin , Heidelberg , New York, 50.2006 [erschienen] 2007

Page: 93
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Moderne Radioonkologie

STEPHANIE E. COMBS UND JÜRGEN DEBUS

In den letzten Jahrzehnten waren in der Radio Onkologie entscheidende Fort-
schritte zu verzeichnen. Die konventionelle Strahlentherapie, durchgeführt als
eine Strahlentherapie in zwei Dimensionen wurde durch moderne Techni-
ken der Bildgebung, der Patientenpositionierung, der Bestrahlungsplanung
und nachfolgend durch moderne Methoden der Applikation der notwendigen
Strahlendosis um die dritte Dimension erweitert. Damit ist es heute möglich,
eine dreidimensionale Bestrahlungsplanung durchzuführen. Für eine ganze
Reihe von Tumoren bietet diese moderne Form der Strahlentherapie entschei-
dende Vorteile: Es ist möglich, den Tumor mit einer sehr hohen Dosis zu be-
strahlen, da durch moderne physikalische Techniken um den Tumor ein steiler
Dosisgradient erzeugt und somit das gesunde Gewebe geschont werden kann.
Neben den Entwicklungen in der dreidimensionalen Strahlentherapie haben
auch neue Strahlenarten den Einzug in den klinischen Alltag gehalten. Die un-
terschiedliche biologische Wirkung von so genannten Teilchentherapien wie
Schwerionen bietet für eine Reihe von Tumoren, insbesondere für strahlenun-
empfindliche Tumoren, einen entscheidenden Therapievorteil.

Neben der Durchführung der Strahlentherapie als „Monotherapie" hat die
Kombination der Bestrahlung mit verschiedenen Chemotherapeutika einen
hohen Stellenwert in der Radioonkologie erhalten und gilt bei vielen Tumor-
arten heute als die Standardtherapie.

Im Folgenden möchten wir die innovativen Methoden der modernen Ra-
dioonkologie vorstellen und einen Ausblick auf die derzeit in Entwicklung
befindlichen Therapien geben.

Präzisionsstrahlentherapie

Die Präzisionsstrahlentherapie, die auch Stereotaxie genannt wird, wird im
Sprachgebrauch oft auch als „punktgenaue Bestrahlung" bezeichnet. Dabei
wird allen Punkten im Körper des Patienten ein Punkt in einem dreidimen-
sionalen Koordinatensystem zugeteilt; dieser Punkt wird definiert durch einen
x-, y- und z-Wert. Mit diesem dreidimensionalen Koordinatensystem ist es
möglich, den Körper des Patienten räumlich darzustellen. Durch dieses Sys-
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