Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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nisieS von Deutsch-Oesterreich zu Deutschland
endgnltig zu lösen

2) Dic Durchführuug der deutschen
Grundrechte isi beharrlich auzustreben; neu
zu erlasseude Gesetze stnd mit dcnsclben iu
Uebcreinftimmung zu bringciu Die Mitglieder
dcr gesammten deutschen Fortschrittspartei sollcn
sich, so latige noch ein Parlament sehlt, dar-
über verständigen, welches Grundrecht jeweilS
der Gegenstand der gem ein samen und glcich-
zeitigen Thätigkeit in allen Einzel - Ländern
werden soll.

3) Zu dicsem Sinne soll zunächst auf eine
Umgestaltung der dcutschen BundeskriegS-
Verfassung hiugcarbcitet, uud ein allge-
mein deutschcS Hcimathsrecht angebahut
werden.

8. Jn deninnerenbadischenFrageii.
Wir erklären eS sür unsere Aufgabe, deu voll-
stäiidigen AuSbau der badijchen Ver-
sasjuug, die «chasiung deS wahren Rechts-
staatS zu vcrsolgen ünd daS Ministerium
Lamcy-Roggeubach in nationalen und
freiheitlichcn Bestrebuugeu thatkräftig zu
unterstützen.

AlS unsere nächsten Ziele betrachten wir:

1) Umgestaltung der Wahlordnung
zur zweitcn Kammer durch Aufhebung des
Cciisus für die Wählbarkeit, AuSdehuuug des
activen Wahlrechts aus alle volljährigeu
Badener uud Einführung der geheimcn Ab-
stiminuug bei den Wahlmäniicrwahleu.

2) Abkürzung der WahlPcriodcu auf oicr
Jahre mit Gesammt-Erueueruug.

3) Vervollstäiidiguug dcS bestehendcn Ge-
setzes über Verantwortlichkcit der Mi»
nister durch Errichtuug eiues Geschwornen-
gerichts.

4) Gesetzliche Bürgschasten für die jctzt that-
sächlich bcstchende Preß-, Vereins- und
Versammluugsfreiheit unter Aufhcbung
allcr PrLventivbestimmuiigcu.

5) Die Reform der VotkSschule durch allge-
meine Einsührung der Comniuualjchule.

6) Eiusührungder obligatorischeu Civilche.

7) Uederlragung der StaudeSbuchfüh-
rung an bürgcrliche Beamte.

8) Rcvisiou dcr Gcm einde - O rduuug
vom Zahr 1831 im Sinne größcrer Sclbst-
sländigkcit der Gemeinde, dcr Bcschränkung der
Staatsbehörde aus die Aufsicht üder dic wich-
tigsteu Gegenstände der Eemeiudeverwallung
und freierer Bewegung deS GcmeindelebenS,
iiisbesonders:

g) Abkürzung derWahlperioden derGemeiude-
beamten, namentlich dcr Bürgermeistcr;
b) allgeuieine Eiuführung deS directen Ge-
meiudewahlrcchtS (unter Aushebung des
DreiklatscnsystemS);

o) Aufhebung der großen Bürgcrausschüsse.

8) Anfhebung der TodeSstrafe.

10) BolkSthümliche Hecresversas-
sung auf Gruudlage allgemeiner Wehr-
pflicht und kurzer Dienstzeit.

st- Heidelberg, 28. Sept. Nächstc Woche
wird dahier der Ausschuß dcs dcutschcn Prote-
stLiiteuvereiuS eine Sitzuug halten. Dcr allge-
iiieine Prolestantcntag, der di-sen Herbst statt-

Großh. BczirkSamt Heidelbcrg.

Darch Erlaß Großh. Ministeriums des Iuncrn
vom 24. v. M. Nr. III10! smd als Mitglleoer deg

1. Geheimer Rath 0r. Bluntschli von Hcidelbcrg.

2. Rentner vr. Alerander Pagcnstccher der Acl-
tcre von da.

3. Oberbnrgermeistcr Heinr. Krausmann von da.

4. Kausmann Hugo KoUigs oon da.

L. Bürgermeistcr Landwirlh G-org Mampel von
Klrchhkim.

8. Landwirth G-org Philipp Lnll der A-ltere
vom Grenzhos.

7. Bürgermcincr Bäcker Iakob Hartmann von
Hciligkrentsteinach.

8. Areihcrr Carl von Göler von Mankr.

9. Bürgermklsicr Kaufmann Jullus Menzer von
Neckargemünd.

Heldclberg, den 26. Sevtember 1864.

Zwei unmöblirte Zimmer

in freunotichrr, sonniger Lage werden von zwci
Damen sogleich zu miethen gesncht. Näheres bei
der Erpedilion diescr Z-itung. sl I

Ein junezer kräftiger Bursche sncht
eine Stelle ais Ausläufer odcr sonstlgc Beschäftl-
gnng. Zu erfr. bei Wwe. Krömmcldcin in Reucnh.

finden sollte, wird «egen der ungünstigen poli-
tischcn Lage verschoben. Auch ist die Zahreszeit
zu weit vorgerückt in dem nahendeu Spätherbst,
um eiuc grvßc allgemcine Verjaunnluug oder
Tagsatzuug noch im Laufe dieseö Jahres vor-
bereiten zu könuen, wie daS hier crschcineude
kvangelisch-protestantische Wochenblatt in seiner
jüngsten Nuuimer richtig bemerkt. Der deutsche
Protestantenverein, defleu Sache durch
die politischcu Verhältnifle, uamentlich durch
die schleswig - holstcinischc Bewegung, in den
Hintergrund gedrängt wurde, dürfte bald wis-
der eine erueule Thäligkeil und Wirksamkcit
eutsalten,'indcm auch die kirchlichen Zeit-
fragen überall mil Machl wieder auftauchen.

Aus Badrn. S. K. H. der Großhcrzog
hat auf die Seincm Patronat unterliegende
kathol. Pfarrei Riegel, DecanatS Endiugen,
den HauSgeistlichen der Heil- und Pflegeanstalt
Jlleuau, Jguaz Guth, ernannt uud aus der
Zahl der von dcm Hru. Erzbischof der großh.
StaatSregierung vorgcschlagcneu drei Bewerber
den gkistlichen Lehrer OSwald Brcmeier am
Gymuasium zu Tauberbischofsheim auj die
kathol. Pfarrei St. Blasicn, Decanats WaldS-
hut, designirt; beide stIeistliche sind am 18.
August ds. Js. kirchlich eiiigefctzt wordeu. —>
Am 21. Scptbr. wurde in Legelshurst die
Synode der Diöcese Kork abgchaltcn. Eine
Mcinungsverschiedeiiheit gab sich xrst kund, als
die Schenkcl'sche Angelegenheit zur Sprache
kam, anläßtich eiues Antrages aus Aujhcbuug
des SeminarzwangS, so langc die Kircheube-
hörde uicht mehr Einfluß auf Besetzung der
LehrsteUen am Seuünar habc; und eines Au-
trages des Znhalts: die Synode wolle ihr Be-
daueru auSsprechen über daS Erjchcineu deS
CharakterbildeS Zesu von Schenket, und den
Obcrkirchenralh bitlen. mit § 91 der Kirchen-
versassuug Erust zu machen. Ueber beide An-
träge erhob sich eine lebhaste DiScussiou, iu
Folge drren dicselbcii auch oon der Synode
uüt 11 gcgen 5 Stimmcu abgewiesen wurdcn.
— Wie der Alb-Bote nüttheilt, wird der be-
dcutuugSvolle Tag der Einsühruug der neueii
Gestaltungcii auf dem Gebiete deS Rechts und
der Verwaltung auch in Waldshut festlich
begangen werdcu. Auch in Frciburg uud an-
dern Gerichtsbezirken stndet Glciches statt. — Zn
Folgc deS Rundschreibeus dcr KarlSruher Han-
delskaiiimer, die Errichtuug einer bad. Notenbauk
betr., habcii zugesagt, die vorberciteiidcn Commis-
sionssitzuugcn in KarlSruhe durch Detcgirte
beschicken zu wollen: die HandelSkammern in
Heidelderg, Osscuburg, Eberbach, Rastatt,
Manriheim, Psorzheim und Lahr. — Zm
Laufe diejeS MoualS ha^ sich iu Badeu ein
Thurmbau-Vercin gebilder, welcher deu Zwcck
hat, durch Ausbringung vou Gcldbeiträgen für
den Ausbau der Tyürme der dortigen evangc-
tijchen Kirche zu wirken. — Die jür deu Mo-
nat Oktober d. Z. beabsichtigte Enlhülluug des
Melauchtoii-Deukmals in Brettcn ist nuu
hiiizugeiretencr Umständc halbcr auf deu Mai
koinmcnden Jahrcs verschoben. — Am 28. d.
ftndet das von deu AmtSbezirkeu Siusheim,
Eppiugen uud Brettcn veranstaltete laudwirth-
schaftliche Gaufest in Bretten statt, zu dem

Handels-Jnstitut.

Der Unterricht an dcr Anstalt begiiint Mon-
tag, den 3. Oktober. Anmcldungcn werden
an den orei lctzten Tagen des Septcmber ent-
gkgcngenoiliincn, von MorgenS 9 bis Mittags
2 Uhr, Sandgaffe Nr. 8, 2 Treppen hoch.

Rr. VdLrdvllilier. ?d. Lvedm.

Neues Prämien-Anlehen.

Gcwinitziehmig nm 1. Oktober 1864.

Gewinne des Anlehens fr. 100,000, 80,000,
70,000, 60,000, 50.000, 45.000, 40,000,
10,000 rc. rc.

Das Handlungshaus «InA in

Frankfurt a. M. erläßt gegen Einsendung
des BrtragS oder Postnachnahme 1 Loos ru
fl. I., 6 Loose zu fl. 5. —

Gewinnliste wird unentgeldlich und krsuco
den Theilnehmern übersandt. j4^j

Tine gesnnde Schenkamme.
Ludwigsplatz l8.

bereits ausgedehnte Vorbereitungen getroffen
werden. — Jm badischen Schwarzwald sind
gegenwärtig 1568 Meister und 2566 Gesellen,
zusammen 4134 Personen, ohne Frauen und
Kinder, mit dein Anfertigen von Uhrcn beschäf-
tigt und es gehen ;Lhrlich 600,000 bis 700,000
Stück Uhren aus diesem kleinen WinkelDeutsch-
lands hervor. — Nach den Nachrichten des
„Bad. B." aus Baden und nach Gerüchten,
die in Karlsruhe umlaufen und theiiweise nicht
unbegründet erscheinen, werden in den nächsten
Tagen mehrere Monarchen in Baden zusam-
mentreffen. Man nennt den Kaiser Napoleon
nebst Gemahlin, den Kaiser von Nußland, die
Könige von Preußen und von Würtemberg.

S. K. H. der Großherzog und die Großherzogin,
sowie I. M. die Königin von Prcußen besinden
sich bereits in Badeu. Der „Bad. B." gibt
dicse Mittheilung jcdoch mit allem Vorbehalt.
— Jn Folge det Einsührung der neuen Ge-
richtsverfassung hat das großh. Ministerium
des Znnern sich veranlaßt gesehen, bezüglich der
Vorschriften über Erstattung der Anzeigen der
Gendarmerie und übcr deren Stellung gegen-
über den Gerichtsbehörden die bishcrigen ein-
schlägigen Verordnungen aufzuheben und neue
Dienstvorschriften zu ertheilen, welche das Cen-
tralverordnungsblatt zur öffentlichen Kenntniß
gebracht hat. Sie betreffen insbesondere die
Verpflichtungen der Gendarmen gegenüber den
Staatsanwälteu, Amtsrichtern, kreisgerichtlichen
Untersuchungsrichtern und Bezirksämtern. —
Jm Amtsbezirke Bruchsal gehen die Orts-
schulrathswahlen allmälig vor sich, und überall
lenkt sich die Wahl aus tüchtige und bcfrcundete
Männer. Ebenso im Bezirksamt Schopfheim,
Staufen, Engen u. s. w. — Die Herbstaus-
sichten im Oberlande werden günstiger, als
man vor 14 Tagen noch glaubte. Jn Bezug
auf die Mcnge ist 2/g Herbst zu hoffen und die
Beschaffenheit ist über Erwarten, denn wenn
noch 10 —14 Tage günstiges Wetter herrscht,
so steht em guter Herbst in Aussicht.

vermischte Nachrichten.

P ersonalnachrtckten.

Post- und Eisenbahnerpeditor Weinmann in Renchen
ist bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheil in Ruhe-
stand versetzt; Eisenbahnexpedilor, Pvstpraklikant Schuler
in Erzingen wurde zum Post- und Eisenbahnkrpevitor

in Erzingen ernannt; Post- und Eisenbahnerpeditor
Gackstatker nach Dieckesheim versetzt, Telegraphist Knth
zum Post- uud Eisenbahnerpedltor iu Waibstadt uud
die Assistenten Schweitzer und Wunlch zu Gütererpedi-

dem Conirolbureau der Direclion zur Dienstleistung zu-
getheilt worden, und die Telegraphisten Seilh, Enz,
Seiler, Weber wurden zu Obcrtelegraphisten eruaunt.
Posterpedilor, Postpraktikant König in Neustadt wurde
in das Dienstverhältniß als Assistent zurückversetzl.

Als Actuar - Jncipient wurde F. Dingeldein vou
Weinheim aufgenommen.

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und Kniegicht, Seitcnstechen, Gltedcrreißen, Rücken-
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