Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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Les Resultat geliesert: Die Stadt Heidelberg
mit Schlierbach, dem Koblhof, Lpeyrer- und
Rümmelbacher Hos hat tinschlicßlich der Gäste
eiue Bcvölkerung von 17,657 Seeleii Da-
von gehvren 10,579 der evangelischen, 6452
der kaiholischen und 159 »nderen christlichcn
'Confessionen an, 467 stnd Zsraeliteu. Es
stnden hier 3402 Familie» in 1403 HLusern
Wohnung. Seit der letztcn Volkszählung vom
Jahr 18L1, w.lche 16,289 Seelcn ergab, hat
somit die Bevölkerung um 1368 zugenommen,
doch dars die eigentliche Zunnahme noch etwaS
höhcr bercchnet wcrdcn, wcil damals eine »icht
unerhcbliche Anzahl Arbeiter beim Eisenbahuban
beschästigl waren, somit nur zusällig und vor-
übergehend dahier sich aufhieit. Dic Zollbe-
rcchuungs-Bevölkcrung beträgt 17,484 Seelen.

Auo Baden. Für das Maß- und Ge-
wichtSwesen, welches bisher der Oberanfsicht
deS HandelSministcriums nnterstand, joll eine
eigcne Ccntralstellc in Karlsruhe errichtet
werden, wodurch die eben ctwaS zersplitterte
Anfjicht über die gcuannlen Zivcige der StaatS-
verwaltung wesentlich gewinnen wird. — Bei
ber am lctztcn Montage stattgehabten General-
versammlung der Actionärc der badischcn Ge-
jellschasl für Zuckersabrikation wnrden die »euen
Statutcn, welche den Sitz der GcsellschastSver-
trelung nach Mannheim verlegrn, angenom-
men. Die Dividendc wnrdc aus 26 fl. die
Actie sestgestellt. — Dic Ettlinger Stzinnerei-
und Webcreigejellschafl hat in Folgc des ameri-
kauischcn KriegeS die letzten zwci Zahre ohne
llieiugewinn gearbeitet und hat nach ihren
Satzungen dicserhalb einc Generalversaminlung
zu bcstimmen, ob weiter fortgearbcitct werde
oder nicht. Diese Versammlung wird am 17.
Fcbruar k. I. stattfinden. Obgleich der Be-
iricbssond durch die Vcrlustc der letzten zwei
Zahre stark angcgrifsen wurdc, so soll cr doch
»ahezu 650,000 fl. betragen, auj welche Höhe
er 1850 bei der Reorgauisatiou dcs Elablisse-
menlS gcjetzt wurde. Dagcgen wurde daS Obli-
gationslaxital von 1,800,000 fl. durch ausein-
anderfolgcnde Tilgungeu aus dem llieingcwinn
von 1,800,000 fl. anf 905,900 st. herabge-
mindert und hat jomit die Geschäftslagc uichts
BeruhigcndeS für die ObligaüonSbcsitzer. —
Die Arbeiten sür den Rheinbrückenbau
zwischen Mannheim und LudwigShafcn siud
nun vergcbcn, und dir ersten Arbeiten svllen
schleunigst beginnen. Jnnerhalb 3 Jahren wird
die Brücke vollendet jein. Die Breile der Brücke
wird circa 60 Fuß detragen. Von vadischer
Scite hat Zngenieur Dhckerhof die Leitung zu
überwachen. — Das Ministerium des Znncrn
hat vcrordnel, daß die Bezirksämter i» den-
jenigen Gemeinden, in welchen ÖrtsschulrathS-
wahtcn nicht zu Stande gckommen sind, nach
vorherigem Benehmen mit den Bezirksräthcn
und den betreffenden Gemeindcbehörden, die
Mitglieder des Schulrathes erncnnen, u»d zwar
zunächst für dic Dauer eines Jahres Die
Vcrwcigerung der Anuahmc des Amtes zieht
dicselbe Strafe nach sich, wie jolche in Betreff
der Nichtannahme der Wahl gesetzlich bestimmt
isr. — Die katholischen Geistlichcn sind, wie

der „Schw. M." meldet, von ihrer Kirchenbe-
hörde angewiescn wordeu, die örtlichen Schnl-
acten, die ste als frühere OrtSschulinspectvren
in Verivahrung haben, mit Protest, und dic
örtlichen Schuifonds nur dann an die Orts-
schulräthe zn überliefern, wcnn Gcwalt anzu-
ivenden »crsncht wird. — Neben der Znstruc-
tion für die Ortsgeistlichen bezüglich dcr Orts-
schulaufsicht hat das kirchliche Anzeigeblatt eine
Jnstruction sür „crzbijchöfliche Schuiinspecto-
ren" bekannt gcmacht, die, wie es schcint, an
dic Stelle der bisher vom Staate bestelltcn
Bczirksvisitatoren gcjetzt werden sollcu. — Zn
Wcinheim ergab dic neueste Zählung 6425
Seelen. Darunter 5190 Evangelische, 1153
Katholiken, 80 Jsraeliten. — Die Bevölkcrung
von Baden hat nach der nsuesten Zähluug
8863, gegen 1861 mehr 1129. — Offcn-
burg hat jctzt 5225 Einwohner gegcn früher
4408. — Die Wahlen iu den Ortsschulrath
stnd in dcm Amtsbezirk Buch en nahezu alS
beendigt zn betrachten, da bcreits für 25 Ortc
und für 27 confcssionelle Schulen nicht nur
die vollständig gewählten Mitglieder verpfiichtet,
jondern anch dic Borsitzenden eruanm stnd.
Nur in einer unjerer Gcmeindcn ist bis jetzt
eine oollftändigc Verweigcrung dcr Wahlen zum
Ortsschulrathe vorgekommcn. Es ist abcr zu
hoffen, daß die Einsicht von der Noihwendig-
keit und Nützlichkeit einer Beaufsichtigung der
Schule durch Männcr auS der L>chiilgemcinde
die noch herrschendcn Besorgnisse in BLlde ver-
schcuchcn wird.

vermischte klachrichtr».

Aus Lcr baycrischcn Rheinpfalz,

17. Dczbr. Dic sür den Zollvercin gemachte
VolkSzählung ergab unter den Städlen der
Pfalz solgende Resultate: KrciShanptstadt
Speyer ohne Militär 12,194, Kaiserslauleru
12,260, Neustadl a. H. 8089, der Kadrikort
Si. Jngbert 7600, Pirmasens 7593, Zwei-
brücken 7300 Seelen, Landau ohne Garnison
6170, Frankeitthal mit 3 Gefängnisscn und der
Kreisarmenanstalt 6496, Edenkoben 5760,
Dürkheim 5796 S. Das grvßlc Dvrs der
Pfalz ist Haßloch mit 5360 S.; beinahe 4000
Seelen haben dte Gemeinden Hcrheim, Schlffer-
stadt, Mutterstadt und Langenkandel. Ludwigs-
hafen zählk 3637 S. und dlldct nach Erbauung
der festcn Brücke eine schöns Borstadt der alten
Mctropole der Pfalz, Mannheim, das heute
noch sür den Handel sowohl wie für Kunst,
Musik und Thcaler die Hauptstadt auch für die
baycrische Pfalz bleibt.

Heilbronn, 19. Dec. Das Er^ebniß der Bevölke-
rungsausnahme dahier am 3. d. M. war 16.439 S,
wornnler 14,ß14 evang.,, 1436 kalhol. nnd 369 Jsrae-
lilen. 1861 hatlen wir nur 14,333 Seelen, also Zu-
wachs 2106.

Ju dem letzlen Jahre (vom 1. Octbr. 1863 bis 30.
Sept. 1864) wurden in Paris 3098 neue Häuser er-

baut, dagegen aber nur 1333 alte niedergerifsen; in d en
ersten befinden sich 21,789 Wohnungen, während die
zerstörten Gebäude deren nur 6113 enthiellen.

I» Neapel wird eine protestanlische Kirche gebaut.
Die Kostcn derselben sind auf ca. 200,000 Fr. veran-
schlagt und es sind lrotz der großen Anstrengungen der

väten und Regierungen noch ca. 30^000 Fr. zn decken.
Unter diesen Umständen hat sich die protestantische Kir-
chen^^^ ii^Neapel auch mit eiiie^t Gesu^um

' Tdcaternotiz.

Leistung des Gasteö wurde mit enthusiastischem Äeisall
belohm. Heute-spielt Hr. Kläger den „Franz Moor"
nnd machen wir die Theaterfreunde gerade auf diese

Frankfurt, 22. Decbr. Das Geschäft in Lsterr.
Efseclen war hente belebt und die Tendenz namentlich
fnr Creditactien günstiger. Bou Wien waren Credit-
actien 171. dO. Loose 93, Valuta 116, 20, vvn Berlin
Creditactien 73, Loose 79^8 bekannt. Amerikan. FondS
auch deme steigend, schließlich etwaS malter.

Um 2 Uhr: Oesterr. Creditactien 171. Loose 80Vs
biS '/«. 1882er Amerik. 44-/z-r/g.

6 Uhr Abends. Jn der Effectensocietät wnrden österr.
Creditaclien ;u 171 b/g — s/g, 1860er Loose 80b/,x bez.,
1882er Amerikaner 44b/g—-/z bez. u. G.

An WeihnachtSgeschenke wurden von wohlwollcndcn

Ungenanm ein Goldstück 9 sl. 41 kr.; Ungen. 30 kr.;
Ungen. 2 Paket BaNmwollc; H. I. L. ein Paket Bilder-
bücher, Schreibheste nnd Farbenschachteln; G. B. 5 Pfd.
Lichter; E. O. WachSlichter; Fr. K. eine Schachtelinit

nnd Lebknchen; T. N. einige Pelerine; Fr. R. verschie-

C. Ehrmann übergeben 10 Ellen Thibet; Ph. O. S.
1 fl; von der Samstagsgesellschast im Prinz Carl 7 fi.

Gottcsdicnst in Heidelberiz.

Samstag, 24. Dccbr., NachmittagS 2 Uhr,

Dorbereitung:

iu der Heiliggeistkirche: Hr. Stadlpfr. Schellenberg;
in der Provic'enzkllche: Hr. Stadtvicar Hönig.

Am ersten Weihnachtsfeiertag Vormittags 9 Uhr,
predigen in der Heiliggeistkirche (Abendmabl): Herr
Stadipfr. Herbst; in der Provioenzkirche (Abeiidmahl):
Hr. Decan Ziltel.

Nachmiltags 3 Uhr,

in der Heiliggeistkirche: Hr. Stadlpfr. Schellenbcrg;
in der Providenzkirche: Hr. Stadtvicar Hönig.

Am zweilen WeihnachtSfeiertag VormittagS 9 Uhr,
predigen: in der Heiliggeistkirche: Herv Stadtpfarrer
Scheklenberg; in der Providenzkirche: Hr. Decan
Zitkel-

'Nachmittags 3 Uhr,

in der Providenzkirche: Hr. Stadtvicar Hönig.

Deutschkatholische Gemeindc.

Ch'rists-Ü b Uhl d-S

Holz - Vcrsteigerung.

^Stadtmald Distrikt I. Ab-

^Schlag Nr. 5, werdcn am
/Dienstag, den 27. d. M.,
( Vormittags 9 Uhr

^ aueschuß-Sitzungssaale des
hiesigen Staothauses öffentlich versteigert:

5 birkene Nutzholzstangen,

^ Klafter buchenes Scheitholz,

3V- „ . Klvtzhvlz,

93V, „ „ Prug.lhoiz,

124V- „ btrkrnkS d°.

9 „ gemischtes do.

2700 Stück buchene und 18,300 Stück gemischte
Wellen.

Die Nutzholzstangen werden zuletzt versteigert.
Heidelberg, den 23. Dezember 1864.

Der G<meinderath.
KrauSmann.

(1) Sachs.

"Die^ Letstiing der der städtischen Bauverwaltung

im Iahre 1865 nöthigen Fuhren innerhalb Ortö
«vird

am Mitlwoch, den 28. d. M,
Vormittags N Uhr,

auf der Gemeinderathskanzlei mittelst Versteige-
xung in Accorv begeben.

> Im glcichen Termtn wtrd auch daS Straßen-
' kchricht für das Iabr 1865 öffentlick versteigert.
Heidelberg, den 23. Dezember 1864.

Der Gemeinderath:

Sachs.

Danksagung.

Begleitet von einer frenndlichen Zuschrift wurden
mir heute 50 fi.

Fünfzig Gulden

tm Auftrag „des gelben Alligators" von „Ehricke,
grheimer Zinngießer" übersendet, mit der Be-
stimmung, dtesen Bctrag zu etnem wohlthätigen
Zwecke zu verwenden.

Indem ich den Empfang hiermit bescheinige,
danke ich den edlen Gebern auf dtesem Wege
recht herzlich.

Heidelberg, den^22. Dezember 1864.

Wallene Pferde-Teppiche,

das Stück von fl. 2'/, an und höher
empfiehlt

S. A. Stern.

Gewerbe^rein.

Zm Mai und Znni 4865 ivird in Stettin,
verliuiidcn mit einer landwirthschastlichen Aus-
stcllung, cinc Allgeineine Gewerbe- nnd
Zndustrie-Ansste-klung staltsinden. Ge-
werbtreibcnde, wclche stch übcr die Ausstellungs-
Bedingungcn uitterrichten wollen, werden er-
sucht sich baldigst an unscrn Schriftführer vr.
Frnnz Mlttermaier zu wcnden. stj

Sicherc Hcilung hartnäckiger Krankheite»

nach einem auf 30jährige Eifahrung gestützten natur-

Homburg'v. d. Höhe. _ ^jlt/

Cin Logis von 6 Ziininer ncbst Zugehör
in der schöiisten Lage der Stadt aus -Ostern
zu vermiethen. Wo sagt dic Erped. d. Ztg.

Z« vermicthcn. Der zwetle and dritte
Stock nebst Zngehör auf Ostern. Unterestraße
Rr. 25. j2s

M verinietben^Z^T''h--

stehend tn 7 in einander gehenden Zimmern nebst
Zugehör. s3^I Oestl. Hanptstraße Rr. 37.
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