Heidelberger Zeitung — 1866 (Januar bis Juni)

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rnerkannl nnd dnrch rin Gcsetz nber die Ver>
antwonlichleit dcr Minister sür zu Rechl be-
stihend crklärt und gesichcrt ist>

Stuttgart, 24. Mai. Dic Regierungs-
sorderung sür die Fildaufstellung dir Armei
beträgt 7,700,0iX) fi. Die Laudwihr wird nur
nach Bidürjniß und nnr zu Wasienübungcn
eiugerufen. — Jn der gestrigen Nbindfltzung
der zweiten Kammer wurden zwei Gesetzent-
würse vorgelegt: der einc stellt die gcsammtc
Landwehr dem Kriegsminister zur Versügung;
der zweite verlangt einen Kredit von 7,700,000
Gnlden.

Hauiburg, 24. Mai. Ein Kopenhagener
Telegramm dcr „Altonakr Nachrichten" besagt:
Der Kaiser Napoleon habe dcm dänijchen Kron-
prinzen gerathen, bii seincm Vater, dem König,
Alles aufzubictcn, um eine Annaherung an
Schweden und Norwegcn herbeizuführen. Die
befte Gelegenheit dazu werde die Verlobung des
Kronprinzen mit der einzigen Tochter deS KinigS
vo» Schwcde» sein.

Wien, 22. Mai. Noch weiß man nicht,
wird der „KarlSr. Ztg." gcschrieben, wie di-
Congreßeinladung lautet, und ob dieselbe nur
allgemein zur Bcjchickung ciues Congresics auf-
fordern oder gleichzcitig die Competenz desiclben
präciflren oder gar schon Andeutungen über die
Art und Weise der Wsong bringen wird; be-
vor mithin die Einladung hicr ist, wird Oester-
reich seine letzten Entschließungen nicht fasicn
könncn. Nur EineS dürfte schon jetzt festftehen,
und das ist, Ocsterreich unter'allcnUmständen
für Vencticn — von dkssen Abtretung ohne
Entschädigung sclbstverständlich gar nicht dic
Rede ist — kcine Gcldcntschjdigung annchmen
wird. Sollte cs möglich sein, irgendwelche cnt-
fpiechende territoriale Compensation auSfindig
zu machcn, so würde die Frage sich wenigstcnS
diScutiren lassen.

Drng, W. Mai. Der Kaiser Ferdinand
ist heutc über Firth und Pasiau nach Znns-
bruck abgereist.

F r a » k r e > ch.

Paris, 23. Mai. Der „Abend-Moniteur"
sagt in jeinem Bulletin: Um ihri Scbritte nutz-
bar zu machen, hieltcn Frankreich, Rußland
und England cö sür nöthig, die d-r Confcrenz
vorzulegcnden Frazcn zu bezeichncn. Die drei
Cabinette wollc» sich nicht als SchiedSrichter
in den obschwcbendcn Streitigkeiten hinstellen,
fondern cinzig cine sichere Grundlage der Ver-
handlunge» anbietc» und die Debatten auf dic-
jcnigen Punktc lenke», die ihrer Anstcht nach
dic Urjachc der Colliflon bilden. Die Mächte
vereinbaren sich cben über die Fassung dcr nach
Wicn, Bcrlin, Frankjurt nnd Florcnz zu rich-
tcnden Note, und AllcS läßt annchmcn, daß
sie unverzüglich im Standc jein werden, diese
wichtige Mittheilnng an ihre Bestimmung ge-
langen zu lassen. — Die „Francc" sagl: Ruß-
landS Antwort wird noch erwartet. Wenn die-
selbe eingetrosicn jein wird, werden immerhin
noch einige Tage bis zur Absendung der Col-
lectivnote vergehen. DaS Zustandekommen der
Conscrenz ist wahrscheinlich; aber schwerlich wird
dieiclbe vor Verfluß von 14 Tagen zusammen-
treten.

B « l g i « ».

Brüffel, 23. Mai. Nach einem Berliner
Drahtbericht der Jndep. delge hat der dortige
türkische Gesandte, Aristarchi Bey, gegcn die
Anwejenheil d-S Prinze» zu Hohenzollern in
den Donaufürst-nthümern und hessen Kund.
machung an die Bevölkerung, worin er flch zur
Annahme der Krone bereit crklärt, bei der preu,
ßischen Rcgierung Einsprache erhobcn. Gras
BiSmarck erklärte: dcr preußische Consul in den
Fürstenlhümern werde keinerlei Beziehung zu
dem neueruannten Hospodar unterhaiten.

Ita l i en

Mailand, 14. Mai. Die Absichten der
Freiwilligen sind, wie man dem „N. C." schreibt,
auf Wälschtyrol und auf dic Jnsurrectionirung
dcr vcnitianischen Bevölkerungen gerichtet; un-
tcr dcr Hand sollcn bcreits viele Wasien inS
Benetianijche hineingeschmuggelt worden sei».
Der Operationsplan der rcgulären Armee theilt
sich in zwei Theile: Umgchung der Fcstunge»;
Angriff auf Pola, Schlacht im Friaul oder am
Zsonzo. Die Flotie wird glcichzcitig verschicdene
Punkte deS adriatijchen Mecres bombardiren.
Am Po stche» sich die bciden Hcere bereits
kampffertig gegenüder, und morgen srüh trifft
dcr König in Bologna und Piaccnza ein mit
allen CorpSobercommandantcn, nämlich: La-
marmora, Cialdini, Durando, Cucchiani, Della,
Rocca. Heute Morgcn waren alle Contingente
zu den Fahnen gcstoßen, und die Eijenbahnen
nchmcn wicder ihrcn regelmäßigen Dicnst aus.
Dcm preußischen Gencralconsul Schramm hier
wurde gestcrn eine Volksovation dargcbracht.
Man licß Bismarck leben; das Völk wußte je-
doch den Namen nicht cinmal auszusprechen.

S p a n i e «.

Madrid, 23. Mai. Jn der Deputirteu-
kammcr erklärte hcutc der Miuister des Aeußcrn,
Hr. Bermudez de Castro, auf eine Jnterpella-
lion bezüglich dcS Bombardements vo» Valpa-
raiso: wenn die amerikanischen Republiken den
Krieg fortsetze», fo wird Spanien sein energi-
sch-S Handeln sortjctzen.

Srenestc Staehricheen.

Wien, 24. Mai, Abends. Dic „Consti-
tutionelle Oestcrreichische Ztg." erklärt gegen.
üb-r einer Meldung dcr „Hamb. Nachrichtcu"
— nach welchcr dcr Gonvcrneur von SchleS-
wig mit dcm Frhrn. v. Gablcnz und dem Erb-
prinzen von Augustcnburg über den Abzug der
östcrrcichischen Truppen auS Holstcin vcrha»-
delt hätte —, daß an competenter Stellc von
Verhandlungen jolcher Art nichtS bckannt sci.
Ferner sagt die „Const. Oesterr. Ztg." gegcn-
über einer Meldung eineS Wiener BlatteS —
wonach der preußische Gesandte in Wien bci der
letztcn Soirce deS Grafen von MenSdorss
nichl crschicnen wäre nnd überhaupt an den
gewöhnlichen diplomatijchcn Einpfangstagen
nicht mchr im answärtigen Amte erjcheine —:
Bcides ist salsch. Herr von Werkher
hat dcr letzlcn Soiree beigrwohnt und dic
bisherige Uebnng beibehalten, laufende diplo-
matische Mittheilungen an den regelmäßigen
Empfangstagen zu machen uud für besondere
dringende Eröffnungen vorher um die Stunde
der Entgegennahme anzufragen. Ausdrücklich

mag noch ausgesprochen werden, daß man dem
versöhnlichen Sinue, in welchem Herr von
Wcrther jedcrzeit und bis zur heutigen Stunde
seinc Mijsion ausgefaßt und vollzogen hat, die
vollstc Würdigung zu Theil werden läßt. Die
„Const. Ocsterr. Ltg." konstatirt schließlich noch,
daß die tciidenziösc» Gerüchte von Jnsulten,
die an preußischen Kurgästen in Carlsbad ver-
übt worden wärcn, vollkommcn unwahr flnd.

Londo«, 24. Mai, AbendS. Jm UnterhauS
richtete heute der Abg. DiSracli in Betreff deS
Congresic« eine Jnkerpellation an dieRegierung.
Der Schatzkanzler Herr Gladstonc erwiderte:
NeucS sei darüber kaum mitzutheilen. England
genehmige den Conferenzvorschlag und wünsche
demsclben daS Bestc, obzwär es in dieser Hin-
stcht nicht sanguinisch sei. Die Basts der Ein-
ladnng sei noch nicht präcistrt, werdc aber keine
Schwicrigkeiten bieten. Die bisherigcn Zei-
tungsberichte über dieselben seien ungenau.

Berli«, 25. Mai, MorgenS. Nach den
Morgenblättern wohnte der Fürst vvn Hohen-
zollern der gestrigen Taufe bei dem Kronprin-
z-n nicht bei. Es heißt, der Fürst werde auf
Einladung der in Düsseldorf ei.ngetrofseiien ru-
mänischcn Deputation baldigst nach den Donau-
fürstenthümcrn abreisen.

Die „Berl. Börsenztg." will wiffen, daß sür
den Fall dcs KrieSausbruchS eine directe Be-
rufung deS deutschen ParlamenteS nach Berlin
mit Zulassung aller außerhalb Preußens nach
einer bestimmten Seelenzahl Gcwihlten zu er-
warten sci.

Aus Baden. Der „Schw. Merknr" ver-
nimmt, daß die Regierung sür die Mobilma-
chung 6 Millionen zu fordern gedcnkt. — Der
LandeSlehrerauSschnß, welcher am 6. d. M. ver-
sammelt war, hat sich mit der eingehenden Bc-
rathung deS VolkSichulgcsetzentivursS befaßt und
dcn Obmann bcauftragk, wohlbegründeten Wün-
schen deS Lehrcrstandcs in einer Dcnkschrift an
die hohen Kammern AuSdruck zn geben. Ab-
änderungen, die allgenicin unb dringend ge-
wünscht werden, deziehen sich vorzugSweije auf
die Bcrechnung dcr Gütcr und Naturalien, auf
eine Aenderung in der Bestimmung bezüg-
lich der erledigten Schul- und Mcßner- ec.
Dicnstc u. s. w.

Ncuyork, 8. M.ii. (per Dampfec .Asrika" und
per Tclegraph von Crookdaven.) DaS Postdampfschiff
des Noioo.^Lloyd . N-u v ° ^ ^ ^ i.ÄC r n st, welchcs

GotteSVienst >« Keidelberg.

Am Trinitatisfest.

Soriiriag, den 27. Mai. Äormillaaö 9 Uhr, predigen
in ocr Hciliggcistkirche: Hr. Sladtpfarrcr Schclleir-
berg: in dcr Provldeilikirchc: Hr. Dccan Dr. Zitkcl.

Nachmittags B tthr,

in dcr Heiliggerstkiichc: Hr. Sladlvicar Hönig.

Wochcngotteödieirst:

Mittwoch, 8 Uhr, irr der Hciliggcistkirche: Hr. Sladt-
pfarrer Hcrb st.

Deutsc^kaitbolische Gemeiosde.

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Prwat-Anzeigen.

Großh. Bezirksamt Heidelberg.

Bekanntmachung.

Nr. 11362. Die Häuserbesitzer in hiesiger Stadt
wrrden aufgesyrdert, die HauSnummern an den
Grbäuden, wo fie fehlen oder undeutlich sind, btn-
neu 14 Tagen wieder herstellen zu lassen, widrigen-
falls dirs auf ihre Kostrn bewrrkstelligt würde.

Heldelberg, den 19- Mai 1866.

Großh. Bezirks-Amt Heidelberg.

Bekanntmachung.

Hauptmusterung der Hunde in hiefiger Stadt,
Schlterbach und Koblhof wird am
Montag, den I I. Zuni,

Drenstag. den 12. Iuni,

Mlttwoch, den 13. Iuni d. I.
im stadtlschen SpritzenbauS dahjer in der Ketten-
goffe dnrch bie aus b.m Pvtizei-CommissSr, d-m

^ nMomm'issio^v^'^'"^^^ dcst-hcnb- Muste-

Ast- üb-r 8 Wvcher, aiicu, so wic auch die im
Jauuar dei dcr Nachrrrusterung vorgcsührten Hunde,
die der Akademiker ntcht auSgcnommcn, frnd
dabcr der Commissior, in das bczcichnete Haus
vorzusübren odcr porführcn zn lasscn und ist zu-
gl-ich dic giscxlich- Steucr zu -ntrichtcn, und
zwar für:

1) jene der westlichen Hauptstraße mtt den Ne-

benstraßen am
Montag, den ll. Iuni, Vormitt. von 9—12 und
Nackmittags von 2—5 Uhr;

2) jene der östlichen Hauptstraße mit deren Ne°
brnstraßen am

Dienstag, den 12. Juni, Vormitt. von 9—12 und
Nachmittags von 2—5 Uhr;

3) jene vom Schloßberg, Schlierbach und Kohl-
hos am

Mtttwoch, den 13. Iuni, Vormitt. von 9—12 und
Nachmittags von 2—5 Uhr.

Die Taxe, welche für eine Hündin cntrichtet
werden muß, beträgt 2 fi. und jene für einen
Hund 4 st.

Wer seine Hunde vorzuführen unterläßt, hat
außer N.ichzahlung der Taxe den doppelten Betrag
alS Strafe zu entrichten.

Heivrlberg, den 25. Mai 1866.

SonNtag. ^i^s

Großh. Bezirksamt Heidelberg.

Nr. 9937. Grenabier Frievrich Mai von Het-
delberg hat sich unerlaubter Weise aus seinem Gar-
nisonsorte entfernt und ist dessen Aufenthalt un-
bekannt. Dersclbe wird hiermit aufgefordert, sich
binnen sechs Wocken bei der unterzeichneten Stelle
oder bei dem Commando des Gr. Leibgrenadier-
Negiments in Carlsrube zn stellen, wtdrigenfaUs
dte Einleitung des gerichtlichen StrafverfahrenS

scbw^bÄgtt'^ V-rmog-n d-s Mzr.i rnit Be-

Heidelberg, den 23. Mai 1866.

Dr. Arnsperger.

Großh. Amtsgericht Heidelberg.

Nr. 10,717. S»sanna geb. Brick, Wittwe deS
Maurermeisters Stephan Frank von Kirchheim,

haben, um Einsetzung in die Gewähr der Verlas-
senscbaft ihres verstorbenen Ebemannes gebeten.
Dies wird gemäß L.R S. 770 bekannt gemacht.
Heidelberg, den 14. Mat 1866.

Junghanns.

(l)__ Amann.

Fahndung.

Nr. 1690. Dem Johann Apfel von HandschuchS-
hetm ist -am 21. d. Mts. aus seincm Hofe ein
schwarzrr Dachshund mit weißer Brust nnd weißem
Schwanzende, der auf dcn Namen „Waldmann"
hört, entwendet worden. Ich bitte um Fahndung.
Heidelberg, den 24. Mat 1866.

Dcr Großh. Staatsanwalt.

sl)'

kann wieder abgegeben Hc'rden in der „Herren--
mühle" zu Heidelberg. C. (tzen).

Spelzspreu
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