Jnsgesamt wurden von 1892 brs 1902 sür Arbeitslosenum
terstützung nicht weniger als 75 MÜionen Mark ausge-
geben. Die höchste Zisfer zeigt das Jahr 1893 mit
9 357 000 Mark, die niedrigste das Jahr 1899 mit
3 820 000 Mark: der Jahresdurchschnitt betrng
6 803 000 Mark. Am stärksten war die Arbeitslostgkeit
in der Metall-, Maschinen- und Schiffbauindustrie. Der
dritte Teil bis zur Hälfte aller Unterstützungsausgaben
entfiel in den einzelnen Jahren auf die 'Gewerkschaften,
die diesen Jndustriezweigen angehörten.
-- IIW«!M>> I» -
AW ZLatzt und Fan8.
Heidelberg, 6. August.
Von dcr Univcrsität. Der Zivilprozetz- und Strafrechts-
lehrer, o. Profeffor Lofrat Dr. K. v. Lilienthal feiert
am 7. August das 25jährige Jubiläum als akademischer Lehrer.
Die Hauptversammlung des Badifchen Sängerbundes sindet
am Sonntag den 18/ Septcmber in Straßburtz statt. Z'eitcnD
der Bundesbereine ist der Antrag gestellt, das 8. badtsche Sän-
gerbundesfest im Jähre 1908 in Kärls'rE aHWrlten.
X Strandfest. Morgen wird die Grotze Karnevalsgesell-
schaft Heidelberg-Neuenheim ihr alljährliches Strandfest ab-
halten. Das Fest, welches jedes Jahr von tausendcn und
abertausenden Personen besucht war, dürfte auch diesmal grotze
Anziehungskraft ausüben; sind doch ganz besonders grotze
llcberraschungen vorgesehen. (Näheres siehe Jnserat in heu-
tiger Nummer.)
-i- Strafkammcrsitzung vom 5. August. Vorsitzender: Land-
gcrichtsprüsident Dr. Cadenbach; Vertreter der Staatsanwalt-
schaft: Referendär Junker. Eine Anklage wcgen Vergehens
gegen ^ 166 R.-Str.-G.-B. lag heute der Verhandlung gegen
Makler Heinrich Hecker von Eppingen zu Grunde. Die
Staatsanwaltschaft erachtcte in diesem Falle die Einrichtung
des Klingelbeutels in der evang. Landeskirche für be-
schimpft durch Aeutzerungen, die der Angeklagte in der Be-
trunkenheit in einem Wirtshause getan hat. Er sagte: Hand-
werksburschen sperrt man ein, wenn sie betteln, in der Kirche
aber darf mit dem Klingelbeutel ungestraft gebcttelt werden;
das ist eine feinerc Bettelei, es ist ein Spitzbubenbeutel, und
ähnliche Redensarten. Der als Sachverständigcr vernommene
Stadtpfarrer Schmitthenner erklärt, das Einsammeln
von Gabcn während des Gottesdienstes sei wohl ein uralter
christlicher Gebrauch; die Benutzung des Klingelbeutels sei je-
doch nicht allgemein, in vielen Orten bereits habe man ihn ab-
geschafft und in absehbarer Zeit werde dieses unmoderne, auf-
dringliche Jnstrument in der evangelischen Kirche überhaupt
verschwinden. Die Vcrteidigung wics darauf hin, dah mit
dem Ausdruck Betteln nicmand beleidigt oder beschimpft werden
könne, dcr zu irgend cinem Zweck eine Sammlung veranstalte.
Das Gericht hielt ein Vergehen gegen § 166 für vorliegend;
der Angeklagte habe nicht den Klingelbeutel an sich, sondern
das Einsammeln von milden Gaben überhaupt mit feinen
Aeutzerungen treffen wollen und getroffen und dies sei nach
Bekundung des Sachverständigen eine Einrichtung der evang.
Kirchc. Das Gericht erkannte in Rücksicht auf die Betrunken-
heit des Angeklagten auf 2 Tage Gefängnis.
Rvhrbach ibei Heidelberg), 5. Aug. (Selbstmord-
versuch.) Gestern Nachmittag machte der 20 Jahre alte
Bäckcr Adam Bauer einen Selbstmordversuch, indem er sich
mittels Flobert zwei Schüsse in beide Schläfen beibrachte. Der
eine Schutz drang durch das Auge wieder heraus. Schwer ver-
letzt wurde er in das akademische Krankenhaus nach Heidelberg
verbracht.
X Wieblingen, 6. Aug. (Ein schweres Unglück)
traf gestern Nachmittag die Familie des Kleinhändlers Peter
Müller von hier. Dic in den 50er Jahren stehende Ehefrau
wollte gcstern Nachmittag mit Petroleum im Herd Feuer an-
zünden und lietz die Petroleumkanne auf demselben stehen.
Das Pctroleurn fing Feuer und im Nu stand die Frau in
Flammcn. Die Unglückliche sprang brennend auf der Strahc
hin und her, bis sie zusammenbrach. Der Ehemann,
der ihr zur Hülfe cilte, erlitt auch schwere Brandwunden an
beiden Armen und am Kopfe. Sie sowohl wie er wurden fo-
fort ins akademische Krankenhaus nach Heidelberg verbracht.
Hcrr Müller wurde jedoch auf sein Ansuchcn gestern Abenü
wiedcr aus dem Krankenhause entlassen. Die Frau ist noch
gestcrn gcstorben. Die unglückliche Familie wird allgemein
bedauert.
1 Mannheim, 5. Aug. (Verhaftet.l Hier wurde in
der Perfon des Metzgergesellen Ludwig Schmitt aus Plank-
stadt ein bcrüchtigter Fahrraddieb verhaftet.
C Bruchsal, 5. Aug. (F e u e r w e h r t a g.) Vom 27. bis
29. August findet hier der 20. badische Feuerwehrtag statt, ver-
bunden mit dem 50jährigen Stiftungsfest der hiesigen Wehr.
L Bruchsal, 5. August. (Brand.) Gestern Nachmittag
gegen 3 Uhr brannte auf dem Anwesen des 'Brauereibesitzers
Gebhard in der Friedhofstratze der mit Heu und Stroh ange-
füllte Schuppcn vollständig nieder. Das Feuer soll idurch einen
fünfjährigen Knaben entstanden sein.
6 Durlach, 5. August. (V e r u n g lü ck t.) Als gestern
Abend der um 149 Uhr fällige Schnellzug hier durchfuhr, fiel
die Ehefrau des Kaufmanns Heinrich Dreyfutz aus Bruchsal
vom Wagen auf ben Hinterkopf. Dieselbe wurde tot vom
Platze getragen. Man vermutet, dah die Frau, die in
Karlsruhe eingestiegen war, nicht wutzte, datz der Zug in Dur-
lach nicht hält, und daher aus dcm in vollster Fahrt befind-
lichen Zuge ausstcigen wollte.
I. Kappclrodcck, 4. August. (Erholungsheim.) Auf
dem Jberg soll cin Erholungsheim für Jsraeliten gebaut wer-
den und soll zu dem Zwecke der Blüstenhof ausersehen sein.
D Aus dem Büblcrtal, 4. Aug. (Ein ernst-heiterer
Fall) ereigncte sich am lctzten Sonntag im hinteren Bühler-
tal. Kommt da eine heitere Gescllschcrft in modernem Auto-
mobil daher, Männlein und Weiblein. Anscheinend wollten sie
den Hundseck oder den Wiedenfelsen erstürmen, doch es blieb
beim guten Wollen, dcnn in der Nähe des Hotel Schindelpeter
erhielt die mitfahrende Ehefrau cines der Jnsaffen Befuch
vom Klapperstorch und 'brachtc in aller Kürze ein aller--
liebstes Kind zur Welt. Das Töff-Töff als Geburtsstätte l Es
ist erreichtl
Bvm Feldberg, 5. Aug. (D i e H i tz e,) die der Sirius
versendet, übt auch auf die Weiden und Matten des hohen
Schwarzwaldes ihre Wirkung aus. Wo bisher lustige Quellen
fprudelten, gähnen jetzt trockene Rinnen, wo saftige Weiden
den Wanderer anlachtcn, überrascht dürres Gras, abgestorbener
Sommerflor den Touristen. Feldberg und Umgebung —
Todtnauberg, Muggenbrunn, Notschrei, Wiedenereck, Titisee,
Todtnaü, Schönau und andere Orte — sind zur Zeit überfüllt.
Franzosen und Jtaliencr enteilen der Glut ihrer Städte und
Gaue und suchen Zuflucht in des Schwarzwaldes „tiefsten
Gründen".
O Frciburg, 4. Aug. (Der Raubmord im Moos-
wald) ist immer noch in tiefstes Dunkel gehüllt. Die bis jetzt
verhaftctcn, der Tat verdächtigen Personen mutzten sämtlich
wieder freigelassen werden, weil sich irgend welche Anhalts-
punkte in Bezug auf deren Täterschaft nicht ergaben. Die
Staatsanwaltschaft Freiburg entfaltet mit den ihr zur Ver-
fügung stehenden Sicherheitsorganen eine eifrige Tätigkeit in
der Suche nach dem Mörder, aber die Hoffnung schwindet von
Tag zu Tag mehr, datz derselbe entdeckt werden wird. Von
verfchiedener Seite wutde versucht, das Verbrechen als einen
Racheakt hinzustellen, womit dasselbe seines eigentlichen Cha-
rakters entkleidet worden wärc. Die ltntersuchung hat jedoch
festgcstellt, datz von eincni. Rachcakt absolut keine Rede sein
kann. Aber es wäre unrichtig, behaupten zu wollen, die
Sicherheitsverhältnisse in hiesiger Stadt seien im allgemeinen
ungünstiger, wie in irgend einer anderen Stadt. DaS Vor-
kommcn verschiedener schwerer Berbrechcn in einem verhältnis-
mätzig kurzen Zeitraum ist ein Zufall, wie er auch an anderen
Orten beobachtet werden kann.
Hande! und Verkehr.
Mannlietm, 5. August. Oberrheiniscye Bank —.— B .
92.—G. Rbeiu. Kreeitbank —B.. 138.50 G. Rhem. Hypotheksn-
tkank —B. 193 75G., Bralisret Kleinlein, Hsidelberk!-B.,
—.— G-, Schroedt'sche Brauerei Heivetberc- —.— B. —
lZortland-Zememwerk Heidelberg —.— B., 1I4.25G.
Am 15. September d. I. wird in Kamen eine Reichs-
banknebenstelle cröffnet.
Hcidelberg, 6. Aug. (M a r k t p r e is e.) Heu, der Dop-
pcl-Zentner 5,20—5,50 Mk., Korn-Stroh, der Zentner 1,80
bis 2,00 Mk., gem. Stroh, der Zentner 1,20—1,50 Mk., gelbe
Kartoffeln, der Zentner 3,50—3,80 Mk., Salat-Kartoffeln, der
Zentner 4,20—4,50 Mk., Butter in Ballen 1,00—1,05 Mt.,
Butter, das Pfd. 1,10-1,20 Mk., Johannisbeeren, das Pfd.
12—15 Pfg., Zwiebeln 6—8 Pfg., Knoblauch 3—5 Pfg., Bohnen
8—10 Pfg., Crbsen 1b—18 Pfg., Gelbrüben, Gebund 2—3
Pfg., Heidelbeeren, der Liter 18—20 Pfg., Eier, das Stück
6—8 Pfg., Cier, 100 Stück 6,80—7,00 Mk., Pfirsiche, das Pfd.
3b—40 Pfg., Zwetschgen 12—15 Pfg., Mira-bellen 20—25 Pfg.,
Reineclauden 20—25 Pfg., Blumenkohl, das Stück 50—60 Pfg.,
Weitzkraut 18—20 Pfg., Wirsing 3—5 Pfg., Kohlrabi 2—4 Pfg.,
Sellerie 5—8 Pfg., Lauch 1—3 Pfg., Rettich 3—5 Pfg., Meer-
rettich 12—1b Pfg., Gurken 8—10 Pfg., Einmachgurken, 100
Stück 1,10—1,20 Mk., rote Rüben, das Stück 6—8 Pfg., Kopf-
salat 3—5 Pfg., Endivien 3—5 Pfg., Aepfel 2—3 Pfg., Pfund
Aepfel 8—15 Pfg., Birnen, das Stück 3—4 Pfg., das Pfund
10—15 Pfg., Pctersilie, Gebund 1—2 Pf., Schnittlauch 1 Pfg.,
Radieschen 2—3 Pfg., Aprikosen, 'per Pfun'd 30—35 Pfg.,
Trauben, per Pfund 40—45 Pfg.
Eppingen, 5. Aug. Der heutige Schweinemarkt war gut
besucht und waren 514 Stück Milchschweine, sowie 31 Läufer
zugeführt. Das Paar Milchfchweine kostete 12—25 Mark,
Läufer 40—60 Mark.
Wiesloch, 5. August. Der heutige Schweinemarkt war mit
152 Stück Milchschweinen befahren. Preis für Milchschweine
12—16 Mark per Paar.
Börsen-Bericht vom 5. August.
(Fr ankfu rt.)
3°/» Deutschc Reichsaul. 89.75
Deutsche Retchsanl. 102.10
3°,^ Preuß. Consols 89.80
3'///o Preuß. Consols 102.—
3V2°/o abgeft. Baden 100.—
1°/, Russische Staatsaul. 91.80
t°/» Ungar. Staatsrente 97.70
1°/, äußers Argent. 1897 81.30
innere Mcxikaner 44.30
Rbein. Kreditbank-Aktien 138.50
Oberrhein. Bank-Aktien 92.20
Heidelbg. Zement-Aktien 114. —
Alla. Elektr.-Gss.-Aktien 210.—
Oesterr. Kredit-Aktien 200 90
Oestr. SkaatSbahn-Aktien 135.80
Oesterr. Südbahn-Aktten 18.95
4sia Heidelberger v. 1901 101 —
4( l> Mannheimer v-1901 101.20
(L ondo n.)
t°/o Japaner 74'/^
Goerz Shares 2°/g
Geduld Shares 6',<
Orear Fingall Söarcs 7",„
Fvanhoe Shar->« 7° g
Baltimore u. Ohio Sharcs 86 Vs
4anada Pacific Shares 128^
(B e r l! n.)
4-/-«/« Ckinesen 89.70
Diskonto Komm.-Aktien 188.20
Deutsche Bank-Aktien 218.90
Berl. Hand.-Ges.-Aktien 156 —
Darmst. Bank-Aktieu 188.10
Dresdener Bank-Aktien 153 20
Nat.-Bank für D.-Aktien 121.80
Schaaffhaus. Bankv.-Aki. 144.70
Bochnuier Guß-Aktien 208.10
Dortmunder Uuion C.-Äkt. 85.75
Gelsenk. Bergw. - Aktien 226.10
Harpener Aktien
Hibernia - Aktien
Kölner Bergwerk
Laura - Aktien
Prioat-Diskont
Reicbsbank-Diskont
212.90
247.50
Aktien 436.50
255.70
4°/»
Wafferstandsnachrichtrn.
Necka r.
Seidelberg 6.. 1.11. aef 0.02 m
Heilbron» 5., 0.40 gef. 0.04 m
Kannüeim. 5.. 3,03. gef. 0.09 m
Rhein
Lanterbnrg, 5 , 3,57, gef. 0 02 in
Maxan, 5.. 3.72 gef. 0.12 w
Mannheim 5., 3.07, gef. 0.04 w
Geldsortr«.
20 Franks-Stücke 16.25
Dollars in Gold 4.l8'/z
Engl, Sovereigns 20.39' z
Oefterr. Noten 85.35
Russische Noten 215.25
Amerikanische Noten 4.17
Englische Noten 20.45
Vriefkasten.
Nach Handschuhsheim. Baden hat unseres Wissens nie-
mals Husaren gchabt. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts
wurde die Errichtung eines Husarenregiments geplant; aber
es kam nicht dazu.
2>e Zerlik Zcliooi of üuzvrger.
Nii,npl8lrn888 34, 1 Ircppc.
Jnstitut zum Zwecke des Stu-
diums fremder Sprachen, für
Erwachsene, Herren u. Damen,
unter Oberleitung des Herrn
Professors
A. I>. Lsriil^.
2vei xolliene Nsüaiilen nnk <i«r knriser 4Vvitau88leI1uuF
Französtsch. Englisch. Ztalienisch, Nusstsch, Spanisch.
Deutsch für Ausländer: nnr Lehrer der betreffendcn Natio».
Konversation K Korrespondenz ^ Literatur
Ueber 180 Zweigschuleu. si:- Prospekte gratis u. franko.
Der Krieg in Ostasien.
London, 5. August. Dem Bureau Reuier wird
aus Tschifu gemeldet: Ein Passagier des versenkten Dam-
psers „Hipfang", nameus Serebrinsk erzählt, daß der
Kampf um )s?ort Arthur vom 26. bis 28. Juli gegen die
letzten äußeren Forts (Wolfshugel, Grüner Hugel und
Christ Hugel), welche nördlich und östlich von öer Stadt
liegen, gerichlet gewssen set. Die I aPaner §atten den
Wolfshugel und l>en Grünen Hugel genommen, aber nicht
den Christ Hugel, welcher nun das einzige russische Außen-
fort bildet. Am 28. Juli nachts herrschte Waffenruhe
zur Beerdigung?er Toten.
London, 5. August. Der „Times" wird aus Tschi-
fu vom I. August gedrahtet: Die japanische Stel-
Iung von Port Arthur ist dem Feuer der russi-
schen Forts ausgesetzt. Die Japaner müssen vor-
dringen und rhre gegeuwärtige Stellung räumen.
Londo n, 5. Angust. Die Preisgabe von Hait -
scheng durch die Russen hat in Tokio sehr überrascht, da
die Lage des Ortes sehr günstige natürliche Vertreidi-
gungsstellen bietet und die russische Artillerie, wie amtliche
japanische Berichte in Uebereinsümmung mit Zeitungs-
nieldungen aus dem Kurokischen Hauptquartier bestätigeN,
sich in den letzten Kämpfen sshr ausgezeichnet hatte. Sw
brachte den Japanern so schwere Verluste bei, d-aß diej^
die russischen weit überstiegen. Die russische Jnfanterre
soll große Zähigkeit bei der Verterdigung ges-chickt «ng^
legter Schanzen entwickelt haben.
Petersburg, 5. Angust. Der russtsche Hilss"
kreuzer „D o n Ura l", der vor einigsn Tagen die Ost'
see verließ, kaperte drei Tmnsportschiffe, wie perlaw
tet, zwei schwedische und ein englisches. Diese S-chiffe soll
len angeblich 6 Unterseeboote und 7 zerlegbare Torpedo-
boote an- Bord haben.
T o k i o, 5. August. (AmtIi ch.) Von der Arrnee,
dte Tomutscheng angriff, wird berichtet: Ste hatte
in diesem Kampf insgesamt 194 Tote und 660 Verwuw
dete und begrub etwa 700 gefallene Russen- wü
den gebührenden milltärischen Ehren. 6 Feldgeschütze,
Gewehre und -Granaten, große Mengen Mehl, Gerste und
Munition wurden erbeutet. — Kuroki berichtet, daß ek
in den Kämpfen bei I u s ch u I i n ts u und JangtsuliE
einen Verlust von 906 Mann und 40 Osfiziere.hatte. D>e
Nussen verloren mindestens 2000 Mann. Acht russischb
Offiziere und 149 Mann wurden gesangen, zwei Feld-
geschütze, viele Gewehre, Zelte und Granaten- erbeutet-
Nach Kurokis ausführlichem Bericht erlitten die RusM
während des Kampfes bei Juschulintsu am 31-
Juli besonders schwere Verluste beiPeynIing, 5 Dtoi-
len südlich Vvn Juschulintsu. Me Japaner umgingeN'
eine sich zurückzieh-ende russische Abteilung, die aus drel
Regimentern Jnfanterie nnd vier Geschützen bestand, utt
richteten aus einer Entfernung von 200 bis 10W Metertt
ein vernichtendes Feuer auf die ganze russische Linie^
Na-chmittags erschienen die Russen unter der Flagge de-
Roten Kreuzes auf dem Kampfplatze, um ihre Verwunde^
ten fortzuschaffen. Die Japaner ließen dies zu und steu^
ten währenddessen das Feuer ein.
Neueste NachrichLen.
Jlsfeld, 5. August. Heute Vormittag ist es endlich
lungen, das Fcuer zu dämpfen. Aber noch immer glüht unv
glaftct der gewaltigc Brandherd. Feucrwehren und Soldatcu
arbeiten immer noch fieberhaft, um das glühende Gesteiu^^
wcrk abzulöschen und noch stehende Mauerreste cinzustotz/Ul-
Der Brandplatz sieht trostlos aus. Die Züge der Bahnlimcu
Mar-bach-Hcitbronn sind mit Neugierigen übcrfüllt und trcfsi'"
mit mehr als halbstündiger Verspätung ein. Der Mobilich/
schadcn wird auf 1 Million und dcr Gebäudeschaden auf in'-U^
destens ebenso viel gcschätzt. Dcr Urheber des B r a n d
ift ein s i e b e n j ä h r i g e r Knabe, der mit cinem
tuskocher in eincr Kammcr, in der fich Stroh befand, Aepsi
braten wollte. Der Kocher fiel um und setzte das 'Stroh >
Brand.
Bcrlin, 6. August. Der Oberhofmeister der Kaiseritt^
Freiherr vonMirbach wird, wie der „Lokalanzeiger
von einer ihm nahestehenden Persönlichkeit erfährt, zu d^
Affäre des Prinzen von Sayn-Wittgenstein sich öffentli^
nicht äußern.
Bcrlin, 5. August. Der kaiserliche Gouverneur vott
Deutsch-Ostafrika, 'Gr-as v. 'Götzen, telegraphiert der
Teutschen Kolonial-Gesellschaft, 'daß die im 3. und 4. o-
M. in Dar-es-Salaam abgehaltene Landwir ^
schaftliche Ausstellung einen über Erwartott
großen Erfolg erzielt habe.
Dresdcn, 5. August. Ans Rücksicht auf dett G o"
su n d h e i t s z üst a n d des Königs unterbleiben ^tt
ieinem Geburtstage am 8. Auaust die üblichen militö^
schen Empfänge. Nur bei den kommandierenden Generas
len, dern Ktonprinzen Friedrich August und dem Grasttt
Vitzthun von Eckstädt werden Empsänge stattfin-den.
Bern, 5. August. Me russische Regierung gab in ihv^.
Veantwortung der schweizerischen Note als Grund de
Abberufung des Obersten Audeoud des schweizerisch^^
Militär-Bevollmächtigten auf dem Kriegsschauplatze aw
letzterer habe in einem Zwiegespräch init einem andere'
fremden Offizier die V'erwendung der russisch^
ArtilIerie kritisiert. Diese Aeußerun-g ist vo
einem abseits stehenden russischen Offizier gehört und a.
höherer Stelle wieöergegeben worden. Jn dieser Krstt
sieht die russische Regierirng einen Mangel an Zurütt
haltung in der Ausdrucksweise, die nicht unbestritten bu"
ben sollte. Oberst Audeoud wird heute 'oder morgen Lsi
Vernehmnng nach Bern bernfen und seine Antwort att o'
russische Regierung übermittelt werden.
Paris, 6. August. Der Berichterstatter des „Tenü^
meldet aus Nom: Nach meinen Erkundigungen sind ^
Papst und das heilige Öffizium- geneigt, den Bischof
Nvrdez öon 'Dijon, der sich unterworsen Dat,
Nachsichtzu behandeln. Der Bis-chof wird auf die
richtsbarkeit in seinem Spren-gel verz'ichten und dor,
hin nicht zurü'ckkehren. Der Vaiikan beläßt ihm seine V
vilegien als Titularbischos und erwartet, daß er sich Ö
verhält, däß man ihn bald vergessen h-at. Für .
Befrtedigung seiner materiellen Bedürfnisse wird der Bv
kan Sorge tragen. Jn dem Trappistenkloster, wo o
Bischof abgestiegen ist, hält man "Wache, daß niema
anders mit dem Bischof verkehrt, als die Personen, wok
Las heilige Ofsizium dazu ermächtigt hat. ...^
Paris, 8. August. Von gestern- wurden 10 Todesio
und schwere Erkrankungen infolge Hitzschlages 6
meldet. un
London, 5. August. Die Blätter veröffentlichett
Schreiben- des Premierministers Balsour an ein
terhausmitglied. Ter Minister betont darin, daß cr c
Fremdengesetzgebung für sehr wichtig
keine Zeit verlieren wevde, die Schwierigkeiten zn bekawc
fen, die einer derartigen Gesetzgebüng im Wege
London, 5. August. (Unterhaus.) 'Das
berät in einer Spezialdebatte die Vorlage, öie von ^
Regierung eingebracht wurde, um die Schwierigkeitett
terstützung nicht weniger als 75 MÜionen Mark ausge-
geben. Die höchste Zisfer zeigt das Jahr 1893 mit
9 357 000 Mark, die niedrigste das Jahr 1899 mit
3 820 000 Mark: der Jahresdurchschnitt betrng
6 803 000 Mark. Am stärksten war die Arbeitslostgkeit
in der Metall-, Maschinen- und Schiffbauindustrie. Der
dritte Teil bis zur Hälfte aller Unterstützungsausgaben
entfiel in den einzelnen Jahren auf die 'Gewerkschaften,
die diesen Jndustriezweigen angehörten.
-- IIW«!M>> I» -
AW ZLatzt und Fan8.
Heidelberg, 6. August.
Von dcr Univcrsität. Der Zivilprozetz- und Strafrechts-
lehrer, o. Profeffor Lofrat Dr. K. v. Lilienthal feiert
am 7. August das 25jährige Jubiläum als akademischer Lehrer.
Die Hauptversammlung des Badifchen Sängerbundes sindet
am Sonntag den 18/ Septcmber in Straßburtz statt. Z'eitcnD
der Bundesbereine ist der Antrag gestellt, das 8. badtsche Sän-
gerbundesfest im Jähre 1908 in Kärls'rE aHWrlten.
X Strandfest. Morgen wird die Grotze Karnevalsgesell-
schaft Heidelberg-Neuenheim ihr alljährliches Strandfest ab-
halten. Das Fest, welches jedes Jahr von tausendcn und
abertausenden Personen besucht war, dürfte auch diesmal grotze
Anziehungskraft ausüben; sind doch ganz besonders grotze
llcberraschungen vorgesehen. (Näheres siehe Jnserat in heu-
tiger Nummer.)
-i- Strafkammcrsitzung vom 5. August. Vorsitzender: Land-
gcrichtsprüsident Dr. Cadenbach; Vertreter der Staatsanwalt-
schaft: Referendär Junker. Eine Anklage wcgen Vergehens
gegen ^ 166 R.-Str.-G.-B. lag heute der Verhandlung gegen
Makler Heinrich Hecker von Eppingen zu Grunde. Die
Staatsanwaltschaft erachtcte in diesem Falle die Einrichtung
des Klingelbeutels in der evang. Landeskirche für be-
schimpft durch Aeutzerungen, die der Angeklagte in der Be-
trunkenheit in einem Wirtshause getan hat. Er sagte: Hand-
werksburschen sperrt man ein, wenn sie betteln, in der Kirche
aber darf mit dem Klingelbeutel ungestraft gebcttelt werden;
das ist eine feinerc Bettelei, es ist ein Spitzbubenbeutel, und
ähnliche Redensarten. Der als Sachverständigcr vernommene
Stadtpfarrer Schmitthenner erklärt, das Einsammeln
von Gabcn während des Gottesdienstes sei wohl ein uralter
christlicher Gebrauch; die Benutzung des Klingelbeutels sei je-
doch nicht allgemein, in vielen Orten bereits habe man ihn ab-
geschafft und in absehbarer Zeit werde dieses unmoderne, auf-
dringliche Jnstrument in der evangelischen Kirche überhaupt
verschwinden. Die Vcrteidigung wics darauf hin, dah mit
dem Ausdruck Betteln nicmand beleidigt oder beschimpft werden
könne, dcr zu irgend cinem Zweck eine Sammlung veranstalte.
Das Gericht hielt ein Vergehen gegen § 166 für vorliegend;
der Angeklagte habe nicht den Klingelbeutel an sich, sondern
das Einsammeln von milden Gaben überhaupt mit feinen
Aeutzerungen treffen wollen und getroffen und dies sei nach
Bekundung des Sachverständigen eine Einrichtung der evang.
Kirchc. Das Gericht erkannte in Rücksicht auf die Betrunken-
heit des Angeklagten auf 2 Tage Gefängnis.
Rvhrbach ibei Heidelberg), 5. Aug. (Selbstmord-
versuch.) Gestern Nachmittag machte der 20 Jahre alte
Bäckcr Adam Bauer einen Selbstmordversuch, indem er sich
mittels Flobert zwei Schüsse in beide Schläfen beibrachte. Der
eine Schutz drang durch das Auge wieder heraus. Schwer ver-
letzt wurde er in das akademische Krankenhaus nach Heidelberg
verbracht.
X Wieblingen, 6. Aug. (Ein schweres Unglück)
traf gestern Nachmittag die Familie des Kleinhändlers Peter
Müller von hier. Dic in den 50er Jahren stehende Ehefrau
wollte gcstern Nachmittag mit Petroleum im Herd Feuer an-
zünden und lietz die Petroleumkanne auf demselben stehen.
Das Pctroleurn fing Feuer und im Nu stand die Frau in
Flammcn. Die Unglückliche sprang brennend auf der Strahc
hin und her, bis sie zusammenbrach. Der Ehemann,
der ihr zur Hülfe cilte, erlitt auch schwere Brandwunden an
beiden Armen und am Kopfe. Sie sowohl wie er wurden fo-
fort ins akademische Krankenhaus nach Heidelberg verbracht.
Hcrr Müller wurde jedoch auf sein Ansuchcn gestern Abenü
wiedcr aus dem Krankenhause entlassen. Die Frau ist noch
gestcrn gcstorben. Die unglückliche Familie wird allgemein
bedauert.
1 Mannheim, 5. Aug. (Verhaftet.l Hier wurde in
der Perfon des Metzgergesellen Ludwig Schmitt aus Plank-
stadt ein bcrüchtigter Fahrraddieb verhaftet.
C Bruchsal, 5. Aug. (F e u e r w e h r t a g.) Vom 27. bis
29. August findet hier der 20. badische Feuerwehrtag statt, ver-
bunden mit dem 50jährigen Stiftungsfest der hiesigen Wehr.
L Bruchsal, 5. August. (Brand.) Gestern Nachmittag
gegen 3 Uhr brannte auf dem Anwesen des 'Brauereibesitzers
Gebhard in der Friedhofstratze der mit Heu und Stroh ange-
füllte Schuppcn vollständig nieder. Das Feuer soll idurch einen
fünfjährigen Knaben entstanden sein.
6 Durlach, 5. August. (V e r u n g lü ck t.) Als gestern
Abend der um 149 Uhr fällige Schnellzug hier durchfuhr, fiel
die Ehefrau des Kaufmanns Heinrich Dreyfutz aus Bruchsal
vom Wagen auf ben Hinterkopf. Dieselbe wurde tot vom
Platze getragen. Man vermutet, dah die Frau, die in
Karlsruhe eingestiegen war, nicht wutzte, datz der Zug in Dur-
lach nicht hält, und daher aus dcm in vollster Fahrt befind-
lichen Zuge ausstcigen wollte.
I. Kappclrodcck, 4. August. (Erholungsheim.) Auf
dem Jberg soll cin Erholungsheim für Jsraeliten gebaut wer-
den und soll zu dem Zwecke der Blüstenhof ausersehen sein.
D Aus dem Büblcrtal, 4. Aug. (Ein ernst-heiterer
Fall) ereigncte sich am lctzten Sonntag im hinteren Bühler-
tal. Kommt da eine heitere Gescllschcrft in modernem Auto-
mobil daher, Männlein und Weiblein. Anscheinend wollten sie
den Hundseck oder den Wiedenfelsen erstürmen, doch es blieb
beim guten Wollen, dcnn in der Nähe des Hotel Schindelpeter
erhielt die mitfahrende Ehefrau cines der Jnsaffen Befuch
vom Klapperstorch und 'brachtc in aller Kürze ein aller--
liebstes Kind zur Welt. Das Töff-Töff als Geburtsstätte l Es
ist erreichtl
Bvm Feldberg, 5. Aug. (D i e H i tz e,) die der Sirius
versendet, übt auch auf die Weiden und Matten des hohen
Schwarzwaldes ihre Wirkung aus. Wo bisher lustige Quellen
fprudelten, gähnen jetzt trockene Rinnen, wo saftige Weiden
den Wanderer anlachtcn, überrascht dürres Gras, abgestorbener
Sommerflor den Touristen. Feldberg und Umgebung —
Todtnauberg, Muggenbrunn, Notschrei, Wiedenereck, Titisee,
Todtnaü, Schönau und andere Orte — sind zur Zeit überfüllt.
Franzosen und Jtaliencr enteilen der Glut ihrer Städte und
Gaue und suchen Zuflucht in des Schwarzwaldes „tiefsten
Gründen".
O Frciburg, 4. Aug. (Der Raubmord im Moos-
wald) ist immer noch in tiefstes Dunkel gehüllt. Die bis jetzt
verhaftctcn, der Tat verdächtigen Personen mutzten sämtlich
wieder freigelassen werden, weil sich irgend welche Anhalts-
punkte in Bezug auf deren Täterschaft nicht ergaben. Die
Staatsanwaltschaft Freiburg entfaltet mit den ihr zur Ver-
fügung stehenden Sicherheitsorganen eine eifrige Tätigkeit in
der Suche nach dem Mörder, aber die Hoffnung schwindet von
Tag zu Tag mehr, datz derselbe entdeckt werden wird. Von
verfchiedener Seite wutde versucht, das Verbrechen als einen
Racheakt hinzustellen, womit dasselbe seines eigentlichen Cha-
rakters entkleidet worden wärc. Die ltntersuchung hat jedoch
festgcstellt, datz von eincni. Rachcakt absolut keine Rede sein
kann. Aber es wäre unrichtig, behaupten zu wollen, die
Sicherheitsverhältnisse in hiesiger Stadt seien im allgemeinen
ungünstiger, wie in irgend einer anderen Stadt. DaS Vor-
kommcn verschiedener schwerer Berbrechcn in einem verhältnis-
mätzig kurzen Zeitraum ist ein Zufall, wie er auch an anderen
Orten beobachtet werden kann.
Hande! und Verkehr.
Mannlietm, 5. August. Oberrheiniscye Bank —.— B .
92.—G. Rbeiu. Kreeitbank —B.. 138.50 G. Rhem. Hypotheksn-
tkank —B. 193 75G., Bralisret Kleinlein, Hsidelberk!-B.,
—.— G-, Schroedt'sche Brauerei Heivetberc- —.— B. —
lZortland-Zememwerk Heidelberg —.— B., 1I4.25G.
Am 15. September d. I. wird in Kamen eine Reichs-
banknebenstelle cröffnet.
Hcidelberg, 6. Aug. (M a r k t p r e is e.) Heu, der Dop-
pcl-Zentner 5,20—5,50 Mk., Korn-Stroh, der Zentner 1,80
bis 2,00 Mk., gem. Stroh, der Zentner 1,20—1,50 Mk., gelbe
Kartoffeln, der Zentner 3,50—3,80 Mk., Salat-Kartoffeln, der
Zentner 4,20—4,50 Mk., Butter in Ballen 1,00—1,05 Mt.,
Butter, das Pfd. 1,10-1,20 Mk., Johannisbeeren, das Pfd.
12—15 Pfg., Zwiebeln 6—8 Pfg., Knoblauch 3—5 Pfg., Bohnen
8—10 Pfg., Crbsen 1b—18 Pfg., Gelbrüben, Gebund 2—3
Pfg., Heidelbeeren, der Liter 18—20 Pfg., Eier, das Stück
6—8 Pfg., Cier, 100 Stück 6,80—7,00 Mk., Pfirsiche, das Pfd.
3b—40 Pfg., Zwetschgen 12—15 Pfg., Mira-bellen 20—25 Pfg.,
Reineclauden 20—25 Pfg., Blumenkohl, das Stück 50—60 Pfg.,
Weitzkraut 18—20 Pfg., Wirsing 3—5 Pfg., Kohlrabi 2—4 Pfg.,
Sellerie 5—8 Pfg., Lauch 1—3 Pfg., Rettich 3—5 Pfg., Meer-
rettich 12—1b Pfg., Gurken 8—10 Pfg., Einmachgurken, 100
Stück 1,10—1,20 Mk., rote Rüben, das Stück 6—8 Pfg., Kopf-
salat 3—5 Pfg., Endivien 3—5 Pfg., Aepfel 2—3 Pfg., Pfund
Aepfel 8—15 Pfg., Birnen, das Stück 3—4 Pfg., das Pfund
10—15 Pfg., Pctersilie, Gebund 1—2 Pf., Schnittlauch 1 Pfg.,
Radieschen 2—3 Pfg., Aprikosen, 'per Pfun'd 30—35 Pfg.,
Trauben, per Pfund 40—45 Pfg.
Eppingen, 5. Aug. Der heutige Schweinemarkt war gut
besucht und waren 514 Stück Milchschweine, sowie 31 Läufer
zugeführt. Das Paar Milchfchweine kostete 12—25 Mark,
Läufer 40—60 Mark.
Wiesloch, 5. August. Der heutige Schweinemarkt war mit
152 Stück Milchschweinen befahren. Preis für Milchschweine
12—16 Mark per Paar.
Börsen-Bericht vom 5. August.
(Fr ankfu rt.)
3°/» Deutschc Reichsaul. 89.75
Deutsche Retchsanl. 102.10
3°,^ Preuß. Consols 89.80
3'///o Preuß. Consols 102.—
3V2°/o abgeft. Baden 100.—
1°/, Russische Staatsaul. 91.80
t°/» Ungar. Staatsrente 97.70
1°/, äußers Argent. 1897 81.30
innere Mcxikaner 44.30
Rbein. Kreditbank-Aktien 138.50
Oberrhein. Bank-Aktien 92.20
Heidelbg. Zement-Aktien 114. —
Alla. Elektr.-Gss.-Aktien 210.—
Oesterr. Kredit-Aktien 200 90
Oestr. SkaatSbahn-Aktien 135.80
Oesterr. Südbahn-Aktten 18.95
4sia Heidelberger v. 1901 101 —
4( l> Mannheimer v-1901 101.20
(L ondo n.)
t°/o Japaner 74'/^
Goerz Shares 2°/g
Geduld Shares 6',<
Orear Fingall Söarcs 7",„
Fvanhoe Shar->« 7° g
Baltimore u. Ohio Sharcs 86 Vs
4anada Pacific Shares 128^
(B e r l! n.)
4-/-«/« Ckinesen 89.70
Diskonto Komm.-Aktien 188.20
Deutsche Bank-Aktien 218.90
Berl. Hand.-Ges.-Aktien 156 —
Darmst. Bank-Aktieu 188.10
Dresdener Bank-Aktien 153 20
Nat.-Bank für D.-Aktien 121.80
Schaaffhaus. Bankv.-Aki. 144.70
Bochnuier Guß-Aktien 208.10
Dortmunder Uuion C.-Äkt. 85.75
Gelsenk. Bergw. - Aktien 226.10
Harpener Aktien
Hibernia - Aktien
Kölner Bergwerk
Laura - Aktien
Prioat-Diskont
Reicbsbank-Diskont
212.90
247.50
Aktien 436.50
255.70
4°/»
Wafferstandsnachrichtrn.
Necka r.
Seidelberg 6.. 1.11. aef 0.02 m
Heilbron» 5., 0.40 gef. 0.04 m
Kannüeim. 5.. 3,03. gef. 0.09 m
Rhein
Lanterbnrg, 5 , 3,57, gef. 0 02 in
Maxan, 5.. 3.72 gef. 0.12 w
Mannheim 5., 3.07, gef. 0.04 w
Geldsortr«.
20 Franks-Stücke 16.25
Dollars in Gold 4.l8'/z
Engl, Sovereigns 20.39' z
Oefterr. Noten 85.35
Russische Noten 215.25
Amerikanische Noten 4.17
Englische Noten 20.45
Vriefkasten.
Nach Handschuhsheim. Baden hat unseres Wissens nie-
mals Husaren gchabt. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts
wurde die Errichtung eines Husarenregiments geplant; aber
es kam nicht dazu.
2>e Zerlik Zcliooi of üuzvrger.
Nii,npl8lrn888 34, 1 Ircppc.
Jnstitut zum Zwecke des Stu-
diums fremder Sprachen, für
Erwachsene, Herren u. Damen,
unter Oberleitung des Herrn
Professors
A. I>. Lsriil^.
2vei xolliene Nsüaiilen nnk <i«r knriser 4Vvitau88leI1uuF
Französtsch. Englisch. Ztalienisch, Nusstsch, Spanisch.
Deutsch für Ausländer: nnr Lehrer der betreffendcn Natio».
Konversation K Korrespondenz ^ Literatur
Ueber 180 Zweigschuleu. si:- Prospekte gratis u. franko.
Der Krieg in Ostasien.
London, 5. August. Dem Bureau Reuier wird
aus Tschifu gemeldet: Ein Passagier des versenkten Dam-
psers „Hipfang", nameus Serebrinsk erzählt, daß der
Kampf um )s?ort Arthur vom 26. bis 28. Juli gegen die
letzten äußeren Forts (Wolfshugel, Grüner Hugel und
Christ Hugel), welche nördlich und östlich von öer Stadt
liegen, gerichlet gewssen set. Die I aPaner §atten den
Wolfshugel und l>en Grünen Hugel genommen, aber nicht
den Christ Hugel, welcher nun das einzige russische Außen-
fort bildet. Am 28. Juli nachts herrschte Waffenruhe
zur Beerdigung?er Toten.
London, 5. August. Der „Times" wird aus Tschi-
fu vom I. August gedrahtet: Die japanische Stel-
Iung von Port Arthur ist dem Feuer der russi-
schen Forts ausgesetzt. Die Japaner müssen vor-
dringen und rhre gegeuwärtige Stellung räumen.
Londo n, 5. Angust. Die Preisgabe von Hait -
scheng durch die Russen hat in Tokio sehr überrascht, da
die Lage des Ortes sehr günstige natürliche Vertreidi-
gungsstellen bietet und die russische Artillerie, wie amtliche
japanische Berichte in Uebereinsümmung mit Zeitungs-
nieldungen aus dem Kurokischen Hauptquartier bestätigeN,
sich in den letzten Kämpfen sshr ausgezeichnet hatte. Sw
brachte den Japanern so schwere Verluste bei, d-aß diej^
die russischen weit überstiegen. Die russische Jnfanterre
soll große Zähigkeit bei der Verterdigung ges-chickt «ng^
legter Schanzen entwickelt haben.
Petersburg, 5. Angust. Der russtsche Hilss"
kreuzer „D o n Ura l", der vor einigsn Tagen die Ost'
see verließ, kaperte drei Tmnsportschiffe, wie perlaw
tet, zwei schwedische und ein englisches. Diese S-chiffe soll
len angeblich 6 Unterseeboote und 7 zerlegbare Torpedo-
boote an- Bord haben.
T o k i o, 5. August. (AmtIi ch.) Von der Arrnee,
dte Tomutscheng angriff, wird berichtet: Ste hatte
in diesem Kampf insgesamt 194 Tote und 660 Verwuw
dete und begrub etwa 700 gefallene Russen- wü
den gebührenden milltärischen Ehren. 6 Feldgeschütze,
Gewehre und -Granaten, große Mengen Mehl, Gerste und
Munition wurden erbeutet. — Kuroki berichtet, daß ek
in den Kämpfen bei I u s ch u I i n ts u und JangtsuliE
einen Verlust von 906 Mann und 40 Osfiziere.hatte. D>e
Nussen verloren mindestens 2000 Mann. Acht russischb
Offiziere und 149 Mann wurden gesangen, zwei Feld-
geschütze, viele Gewehre, Zelte und Granaten- erbeutet-
Nach Kurokis ausführlichem Bericht erlitten die RusM
während des Kampfes bei Juschulintsu am 31-
Juli besonders schwere Verluste beiPeynIing, 5 Dtoi-
len südlich Vvn Juschulintsu. Me Japaner umgingeN'
eine sich zurückzieh-ende russische Abteilung, die aus drel
Regimentern Jnfanterie nnd vier Geschützen bestand, utt
richteten aus einer Entfernung von 200 bis 10W Metertt
ein vernichtendes Feuer auf die ganze russische Linie^
Na-chmittags erschienen die Russen unter der Flagge de-
Roten Kreuzes auf dem Kampfplatze, um ihre Verwunde^
ten fortzuschaffen. Die Japaner ließen dies zu und steu^
ten währenddessen das Feuer ein.
Neueste NachrichLen.
Jlsfeld, 5. August. Heute Vormittag ist es endlich
lungen, das Fcuer zu dämpfen. Aber noch immer glüht unv
glaftct der gewaltigc Brandherd. Feucrwehren und Soldatcu
arbeiten immer noch fieberhaft, um das glühende Gesteiu^^
wcrk abzulöschen und noch stehende Mauerreste cinzustotz/Ul-
Der Brandplatz sieht trostlos aus. Die Züge der Bahnlimcu
Mar-bach-Hcitbronn sind mit Neugierigen übcrfüllt und trcfsi'"
mit mehr als halbstündiger Verspätung ein. Der Mobilich/
schadcn wird auf 1 Million und dcr Gebäudeschaden auf in'-U^
destens ebenso viel gcschätzt. Dcr Urheber des B r a n d
ift ein s i e b e n j ä h r i g e r Knabe, der mit cinem
tuskocher in eincr Kammcr, in der fich Stroh befand, Aepsi
braten wollte. Der Kocher fiel um und setzte das 'Stroh >
Brand.
Bcrlin, 6. August. Der Oberhofmeister der Kaiseritt^
Freiherr vonMirbach wird, wie der „Lokalanzeiger
von einer ihm nahestehenden Persönlichkeit erfährt, zu d^
Affäre des Prinzen von Sayn-Wittgenstein sich öffentli^
nicht äußern.
Bcrlin, 5. August. Der kaiserliche Gouverneur vott
Deutsch-Ostafrika, 'Gr-as v. 'Götzen, telegraphiert der
Teutschen Kolonial-Gesellschaft, 'daß die im 3. und 4. o-
M. in Dar-es-Salaam abgehaltene Landwir ^
schaftliche Ausstellung einen über Erwartott
großen Erfolg erzielt habe.
Dresdcn, 5. August. Ans Rücksicht auf dett G o"
su n d h e i t s z üst a n d des Königs unterbleiben ^tt
ieinem Geburtstage am 8. Auaust die üblichen militö^
schen Empfänge. Nur bei den kommandierenden Generas
len, dern Ktonprinzen Friedrich August und dem Grasttt
Vitzthun von Eckstädt werden Empsänge stattfin-den.
Bern, 5. August. Me russische Regierung gab in ihv^.
Veantwortung der schweizerischen Note als Grund de
Abberufung des Obersten Audeoud des schweizerisch^^
Militär-Bevollmächtigten auf dem Kriegsschauplatze aw
letzterer habe in einem Zwiegespräch init einem andere'
fremden Offizier die V'erwendung der russisch^
ArtilIerie kritisiert. Diese Aeußerun-g ist vo
einem abseits stehenden russischen Offizier gehört und a.
höherer Stelle wieöergegeben worden. Jn dieser Krstt
sieht die russische Regierirng einen Mangel an Zurütt
haltung in der Ausdrucksweise, die nicht unbestritten bu"
ben sollte. Oberst Audeoud wird heute 'oder morgen Lsi
Vernehmnng nach Bern bernfen und seine Antwort att o'
russische Regierung übermittelt werden.
Paris, 6. August. Der Berichterstatter des „Tenü^
meldet aus Nom: Nach meinen Erkundigungen sind ^
Papst und das heilige Öffizium- geneigt, den Bischof
Nvrdez öon 'Dijon, der sich unterworsen Dat,
Nachsichtzu behandeln. Der Bis-chof wird auf die
richtsbarkeit in seinem Spren-gel verz'ichten und dor,
hin nicht zurü'ckkehren. Der Vaiikan beläßt ihm seine V
vilegien als Titularbischos und erwartet, daß er sich Ö
verhält, däß man ihn bald vergessen h-at. Für .
Befrtedigung seiner materiellen Bedürfnisse wird der Bv
kan Sorge tragen. Jn dem Trappistenkloster, wo o
Bischof abgestiegen ist, hält man "Wache, daß niema
anders mit dem Bischof verkehrt, als die Personen, wok
Las heilige Ofsizium dazu ermächtigt hat. ...^
Paris, 8. August. Von gestern- wurden 10 Todesio
und schwere Erkrankungen infolge Hitzschlages 6
meldet. un
London, 5. August. Die Blätter veröffentlichett
Schreiben- des Premierministers Balsour an ein
terhausmitglied. Ter Minister betont darin, daß cr c
Fremdengesetzgebung für sehr wichtig
keine Zeit verlieren wevde, die Schwierigkeiten zn bekawc
fen, die einer derartigen Gesetzgebüng im Wege
London, 5. August. (Unterhaus.) 'Das
berät in einer Spezialdebatte die Vorlage, öie von ^
Regierung eingebracht wurde, um die Schwierigkeitett


