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Heidelberger Zeitung (46) — 1904 (Juli bis Dezember)

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Nr. 204 - 229 (1. September 1904 - 30. September 1904)
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https://doi.org/10.11588/diglit.14241#0474

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eine Kommission zur Revision des Erfurter
Programms einzusetzen. EÄuard B e r n st e i n
meint, daß nun der Bremer Parteitag dieser Frage
näher treten werde, urtd gibt in den „Sozialistischen
Monatsheiten" einige Andeutungen darüber, was er für
besonders änderungsdedürstig halte. Dazu gehört natürlich
gleich der erste Satz, der behauptet, daß die ökonomische
Entwickelung „mit Naturnotwendigkeit" zum Untergang
des Kleinbetriebs führe, was mindestens für die Land-
wirtschast nicht zutrisst. Ebenso unzutrefsend sei der
Passus, der von den Krisen handelt, dann müsse die Ka-
tastrophen- und Berelendungstheorie revidiert werden und
schlietzlich sragt Bernstein, ob es überhaupt angezeigt
wäre, „dem theoretischen Teil des Programms weniger
Prophezeiungen und mehr Darlegungen einzuverleiben."
Auch die „Erklärung der Religion zur Privatsache"
nnisse umgewandelt werden in „Gleiches Recht sür die
Anhänger aller religiösen und philosophischen Bekennt-
nisse, Freiheit der Religionsübung.

Hamburg, 3. SePt. Reichskanzler Gras Bülow
ist hier eingetrossen und im Hause sernes Detters, des
Wirkl. Legastonsrates Dr. Rücker-Jenisch abgefstegen.

Altona, 3. Sept. Der Kaiser und die Ka i-
serin trafen heute Nachmittag Uhr aus dem Bahn-
ihose Altona ein, mo grotzer militärischer Empscmg statt-
sand, während die Spitzen der Zivilbehörden der Pro-
vinz und der Stadt Altona im Fürstenzimmer des Bahn-
hofes empsangen wurden. Das Kaiserpaar begab sich
zu Wagen unter Husaren-Eskorte durch die Festsstatzen
Zum Liegeplatz der „Hohenzollern" bei Neumühlen. Die
Truppen bildeten Spalier und die Glocken läuteten. Eine
ungeheure Menschenmenge begrüßte das Kaiserpaar mit
jubelnden Zurusen. Der Kaiser und die Kaiserin nahmen
aus der „H o h e n z o ll e rn" Wohnung.

Aus der Karlsruher Zeituna.

— Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben
Lem Stabtpfarrer Franz Wilms in Heidelberg das Ritter-
kreuz erster Klasse mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer
Löwen, >dem Gemeinderat Landwirt Johannes Gärtner in
Leimen die silberne Verdienstmedaille, dem Obergrenzkontrol-
leur August Würth in Konstanz das Ritterkreuz zweiter
Klasse mit Eichcnlaub des Ordens vom Zähringer Löwen und
dem Tiermaler Wilhelm Kuhnert in Schöneberg das Ritter-
kreuz zweiter Klasse dcs Ordens vom Zähringer Löwen ver-
lichen.

— Seine Königliche Hoheit der Grohhcrzog haben
den Buchhalter Karl Theodor Zeiser in Lahr, den Schlotz-
kassier Otto Döhner in Heidelberg und den Buchhalter Adolf
Sütz in Offenburg zu Ostwbuchhaltern der Bezirksfinanzver-
waltung ernannt. — Oberbuchhalter Zeiser wurde dem Haupt-
steueramte Lahr, Oiberbuchhalter Döhner in Heidelberg dem
Domänenamt Karlsruhe und Oberbuchhalter Süh dem Finanz-
amt Offenburg zugeteilt.

— Seine Königliche Hoheit >der Grohherzog haben
den Steuerkommissär Karl Zerrer in Säckingen laiäesherr-
lich angestellt und dem Hauptamtsassistenten Karl Henrich
in Mannheim unter Verleihung des Titels Revisionsinspektor
bie etatmätzige Stelle eines Oberbuchhalters der Bezirksfinanz-
verwaltung übertragen. — -Revisionsinspektor Karl Henrich
wurde dem Hauptzollamt Mannheim zugeteilt.

— Seine Königliche Hoheit der Grohherzog haben
ben Obcrgrenzkontrolleur August Würth in Konstanz auf fein
Anfuchen unter Anerkennung feiner langjährigen treugeleisteten
Dienstc wcgen leidender Gefundheit in den Ruhestand versetzt.

— Dem Buchhalter Friedrich Körber bei Grohh. Zen-
tralfchulfondsverwaltung in Karlsruhe wurde die etatmätzige
Amtsstelle eines Oberbuchhalters bei dieser Behörde Abertragen.

— Finanzaffistent August Ehinger wurde zum Verwal-
tungsafsistcnten an der Heil- unü Pflcgeanstalt Pforzheim
ernannt.

— Betricbsaffiftent August Adam in Rastatt wurde nach
Waghäusel versetzt.

— Es wurden in gleicher Eigenschaft versetzt: 1. Gewerbe-
lehrer Wilhelm Westermann an der Gewerbeschule in
Pforzheim an jene in Schwetzingen; 2. Gewerbelchrer Andreas
Bösinger an der Gewerbeschule in Schwetzingen an jene
in Pforzheim; 3. Gewerbelehrer Wilhclm Heuser an der
Gewerbcschule in Walldürn an jene in Pforzheim; 4. Gewerbe-
lehrer Philipp Eberhardt an der Gewerbeschule in Frei-
burg an jene in Walldürn.

— Finanzassistent Ferdinand Brettle in Lörrach wurde
als Hauptamtsaffistent etatmätzig angestellt.

— Die auf 1. November d. I. erfolgeude Uebertragung
einer Postratsstelle bei der Kaiferlichen Oberpostdirektion in
Konftanz an den Postrat Fuh, zur Zeit in Karlsruhe, und
die auf Len gleichen Zeitpunkt erfolgende Uebertragung einer
Poftratsstelle bei der Kaiferlichen Oberpostdirektion in Karls-

Augenblicken seinen Geist aufgab. Einem andern Dragoner
wurde der rechte Oberschenkel durchstochen.

— Das Richtbeil harrt. Die Tage der beiden Rcmb-
mörder Groß un'd Staffor st, die bekanntlich wegen
Ermordung des Klavierhändlers Lichtenftein in Frank-
furt a. M. vom Schwurgericht zum Tode verurteilt
wurden, fcheinen gezählt zu fein. Wie nämlich aus
Preungesheim bei Fmnkfurt gemeldet wird, ist dort alles
für die Hinrichtung der Raubmörder vorbereitet. Das
Gerüst ist in aller Stille anfgerichtet und außerhalb der
Gefängnishostnauer hat man eine Anzahl Bäume gefällt,
um llnberufene nicht in Versuchung zu führen, von einem
folch erhöhten Sitze <nrs deM traurigen Wte zuzuschauen.
Da auch im Laufe der letzten Woche in Preuningsheim
telephonifch angefragt wurde, ob alles in Ordnnng ser,
so d-ürfte der Raubmord schon in nächster Zeit seine
Sühne finden.

— Achtzig Prozent GordonWennett. Die Garantie-
fondszeichner für das Gordon-Bennett-Rennen hielten
Freitag Abend im Pariser Hof in Franistrrt eine Sitzung
ab, in der die Rechnungsabschlüfse des Teutschen Auto-
mobilklubs vorgelegt und den Beteiligten mitgeteilt
wurde, daß man 80 Prozent der Zerchnungen an den
Klub abzuführen habe. Von den 200 000 Mark, die im
ganzen für die sportliche Veranstaltung von Vereinen
und Gefchäftsleuten gezeichnet wurden, entfallen 96 000
Mark auf Frankfurt und Homburg. Man beschloß, ob-
gleich man manches beanstandete und einzelne Ausgäben
Zu hoch fand, die 80 Prozent zu bezahlen.

ruhe an den Postrak Wacker, zur Zeit rn Posen, hat die
Höchstlandesherrliche Bestätigung erhalten.

Herdelberg, 5. September.

X Das övjährigc Priesterjubiläum des Herrn Stadtpfarrer
Wilms gäb gestern der hiesigen katholischen Gemeirrde Gelegen-
heit, ihre Anhänglichkeit an ihrcn sert 40 Jahren hicr waltenden
Seelsorger zu bezeugen. Jn feierlicher Weise wurdc Herr
Wilms vormittags in die festlich geschmückte Kirche geleitet, wo
er selbst das Hochamt mit Predigt hielt. Die Kirche war über-
füllt, ebenso abends, als der frühere Kaplan, jetzige Pater Krotz
predigte. Ein Berrcht über die Feier, die den Jubilar in er-
freulicher Rüstigkeit sand, ist uns auf morgen zugesagt. Wie
Herr Wilms in seiner Predigt mitteilte, le'üen von den 59
Alumnen, die gleichzeitig mit ihm geweiht wurden, nur noch
sechs. Möge ihm noch manchcs Jahr der Wirksamkeit beschse-
den sein!

st- Schloß- und Stadtgartenkonzerte des städt. Orchefters.

Herr Hertweg spielte am Samstag Nachmittag auf dem
Schloffe die Harfcnphantafie „Am Meeresstrande" von Ch.
Oberthür mit schöner Tongebung und erzielte lebhasten Beifall.
Jm Stadtgarten erfrcute unfer trefflicher Solo-Cellist Herr
Hch. Brumm die Zuhörer mit einer „Elegie" von Goens; scin
zartes und gefühlvollcs Spiel kam durch die etwas zu auf-
dringliche Orchesterbegleitung in dieser Piece weniger zur Gel-
tung. Hingegen brachte er dic Air „La Cinquantine" von
Gabriel-Marie prächtig zu Gehör. Jm Sonntagskonzert auf
dem Schlosse hatte der erste Flötist Herr Schmieüel nach seinem
schwierigen Flötensolo aus der Fantasie „Le Carneval Russe"
von Ciardi einen wohlverdienten Applaus zu verzeichnen. Jn
dem Stadtgartenkonzert, Lesscn schönes Programm ganz be-
sonders gefiel, spielte Herr Seeländer, der erste Clarinettist,
das Concertino für Clarinette von C. M. v. Weber.

— Der Experimentalabend Leo Erichsen, dcr am 8. d. M.
in der „Harmonie" stattfindet, bringt dasselbe Programm, mit
dem der Künstler im Vorjahre hier einen so grotzen Erfolg er-
zielte. Die Experimente und Täuschungskünste der spiritistischen
Medien und Gedankenleser wird Leo Erichscn sämtlich vor der
Erklärung zur Ausführung bringen. Ganz besonders interessant
dürsten sich wieder seine Demonstrationen eine anormalen
Gedächtniskunst gestalten, in dcr Leo Erichsen unbestrittener
Meister ist und geradczu Unglaubliches leistet. Leo Erichsen
wurde mit diesen Demonstrationen, die er inzwischen noch ver-
vollkommnet hat, für eine Tournee durch Nordamerika ver-
pflichtet.

f Beisetzung. Gestern Nachmittag Uhr wurde die sterb-
liche Hülle des Heinrich Wagner zur ewigen Ruhe bestattet.
Die grohe Anzahl der Leidtragenden, insbesoudere die ansehn-
liche Zahl der Mitglieder des Heidelberger Turnvereins sowie
der zur Heidelberger Turnerschaft gehörigen Turnvcreine 'be-
wies, welch aufrichtige Teilnahmc den Angehörigen des so jäh
ums Leben gekommcnen jungen Mannes entgegengebracht
wurde. Der Heidelberger Turnverein verliert in dem auf so
traurige Weise ums Leben Gekommenen cin treucs und an-
hängliches Mitglied, die aktive Turnerschaft einen stets der
idealcn Sache in jeder Weise sich voll und ganz hingebenden, zur
Rachahmung aneifernden Turnbruder. Möge die allgemeine
Teilnahme Lazu beitragen, den Schmcrz dcr Hinterblielbenen
zu lindcrn. Seine Freunde und alle, die Len Verstorbenen
näher kanntcn, werden ihm stcts ein ehrendes Andcnken be-
wahren.

X Schnellcr Tod. Am Samstag Abend wollte sich cin hie-
siger 55 Jahre alter Kaufmann in einem hiesigen Friseur-
geschäft rasieren lassen. Jm Seffel sihend und dcs Rasierens
gewärtig, wurde er plötzlich von einem Hirnschlage betroffcn
und war alsbald eine Leiche.

Unfall. Gestern Nachmittag fuhr ein Kaufmann auf
cincm Motorzweirad durch die Anlagen; infolge einer Be-
lästigung durch cinen Hund stürztc der Kaufmann mit seinem
Vehikel und erlitt dadurch eine erheblichc Kopfverletzung.

— Polizcibericht. Ein in Schlierbach wohnender Mechaniker,
der am letzten Samstag mit seirrer Frau in Streit geriet,
wollte üieser cine Bierflasche auf dcn Kopf schlagen, trar aber
seine siebenjährige Stieftochter, die nun lebensgefähr-
lich verletzt üarniederliegt. Der Mechaniker wurde ver-
haftet. — Ein Unmenfch, ein hier wohnender Schloffer, packte
sein erst acht Monate altes Kind an Len Fützen und schleuderte
es hcrum. Seiner Frau wollte er eine Sodawafferflasche an
de» Kopf werfen, dic Flasche flog aber au die Wand und.die
hcrumfliegenden Scherben verletzten das KinL. Auch er wurde
in Hast genommen. -— Ferner wurden «in Schneider wegen
Bettelns, eine Dirne wegen Umherziehens, cin Dachdecker zur
Straferstehung und ein Schloffer wegen Ruhestörung ber-
haftet. Zur Anzeige kamen fünf Personen wcgen Ruhe-
störung.

Hirschhorn, 1. Sept. (Das renommierte Gast-
haus „N a t u r a l i st") ist durch Kauf um die Summe von
73 000 Mk. an den hiesigen Stationsvorstand Herrn Lösch
übergegangcn. Derselbe will das Anwescn bcdeutend ver-
grötzern und dann vcrpachten, während er selbst in seiner Stel-
lung verbleiben will.

Osterburken, 4. Sept. (Verhaftet.) Ein junger Mann,
welcher hier beschäftigt ist, wurdc wcgen Verdachts als Anstister
des letzten Brandes verhaftet. Gcstern war die Kommission
hier zur Mschätzung des Brandschatzes.

Karlsruhe, 4. Sept. (Unfall.) Stadffchulrat Specht,
welcher sich während der Ferien im Bad Schachen bei Lindau
zur Erholung aufhielt, hatte das Unglück, bei einer Radtour zu
stürzen und dabei einen doppelten Beinbruch zu erleiden. Seine
hresigen Freunde und insbefondere die gesamtc Lehrerfchaft
nchmen ausrichtigen Anteil an diefem Mitzgefchick und wünschen
dem verdicnten Leiter des hiesigen Volksschulwesens recht bal-
dige Genesung.

Hornberg, 4. Sept. (Jtalienischcr Messerstecher.)
Wie gemeldet wird, soll der Jtaliener Luigi Riva den 21jäh-
rigen Holzbildhauer Otto Rosenfelder erstochen haben. Derfelbe
wurde in Heitersheim ermittelt und verhastet.

St. Georgen, 3. Sept. (Ein fonderbarer Kirch-
hofstreit) wurde hier gestern friedlich beigelegt. Durch den
vielen Schnee des letztcn Winters kamen an den Grabeshügeln
Verschiebungen vor, welche der jetzt entlassene Totengräber im
Frühjahr sehr oberflächlich ausbefferte, sodatz Grabeshügel
fehlten. Verschiedene Familien machtcn auf ein und dassclbe
Grab als das ihres vcrstorbenen Familiengliedes Anspruch.
Die nun gestern vorgcnomnrenen Gräberöffnungen hatten zur
Folge, datz ein Sarg mehr gefunden wurde, als Grabeshügel
vorhanden waren.

Gernsbach, 4. Sept. (Todesfall.) Gencralleutnant
a. D. Graf v. Sponeck ist in dcr vergangenen Nacht in seiner
Wohnung an Altersschwäche und Lungenkrankheit im Altcr
von 88 Jahren gestorben.

Freiburg, 4. Sept. (Noch ein Ueberpferd.) Wir
stehen im Zeitalter der „Ueberpferde". Als des Berliner
„Klugen Hans" Kollege im Abnormen macht ein fleisch-
frefsender Gaul in Freiburg von sich reden. Jrüher der
Artillerie zugeteilt, steht dieser Auserwählte seiues Geschlechts
jetzt im Stalle des Metzgermeisters Rieger in Freiburg. Seine
Leibspeisen sind Blutwurst und Schweinefett warm.
Heu und Hafer rührt er nur an in Fällen, in denen sonst der
Teufel Fliegen zu freffcn pflegt. Wenn die Emanzipation der
Rosse so weiter geht, kanns noch gut werdenl

Konstanz, 4. Sept. (Die Berufung des Unter-
offiziers Ringwald) vom hiesigen Regiment, der vom
Kriegsgericht wegen eines unfittlichen Attentats zu 2 Jahren
Gefängnis und Degradation verurteilt worden war, wurde vcmr
Oberkriegsgericht verworfen. Dagegen wurden dem Verurteil-
ten statt 14 Tage 3 Wochen Untersuchungshast in Anrechnung
gebracht.

Aus Baden. Jn Langenschiltach ist in tvenig Stun-
den der „Philippenhof" niedergebrannt. U. a. gingen 200
Wagen Heu und Oehmd in Flammen auf. — Jn Kirchen-
Hausen feierte lt. „Heg. Erz." Geistl. Rat und Dekcm Kut-
truff sein OOjähriges Priesterjubiläum, wozu Weihbischof Dr.
Knecht aus Freiburg erschienen war, um dem greisen Jübilar
im Auftrag der Kirchenbehörde Dank und Anerkennung auszu-
sprechen.

Handel und Berkehr.

Börsen - Bericht vom 5. September.

(Berlin.)
4st»°/o Chinefen
Dtskonto Komm.-Aktien

(Frankfurt.)

S"/> Deutsche Reichsanl. 89.70
Deutsche Reichsanl. 102.45
S°/o Preuß. Consols 89.70
3st-°/o Preuß. ConsolS 102.10
3'///„ abgest. Badm 100.15
1°-, Russische Staatsanl. 91.20
tsto Ungar. Staatsrente 97.60
1°/, äußere Argent. 1897 83.20
5°/« innere Mexikaner 44.80
Mein. Kreditbank-Mtien 138'/,
Oberrhein. Bank-Aktien 92'/z
Heidelbg. Zemmt-Aktien 118'/,
Allg. Elektr.-Ges.-Aktlen 227.30
Oesterr. Kredit-Mtien 204'/,
Oestr. Siaatsbabn-Aktien 137'/,
Oefterr. Südbahn-Aktien 18.90
4°/» Heidelderger v. 1901 101.—
4°/, Mamrheiwer v. 1901 —

(L o n d o n.)

E/° Japaner

Toerz Shares ^

Geduiv Shares
Kreat Fingall SbarcS
Zvanhoe Share«

Baltimore u. Ohio Shares
^anada Vacific ShareS


89.90 -
191 30

Deutsche Bank-Aktim 225.20
Berl. Hand.-Ges.-Aktim 160 90
Darmst. Bank-Aktien 143'/,
Dresdener Bank-Aktim 155.—
Nal.-Bank für D.-Aktien 123.70
Schaaffhaus. Bankv.-Akr. 145'/,
Bochumer Guß-Aktien 206.20
Dortmunder Union C.-Akt. 82.90
Gelsenk. Bergw. - Aktien 222.20
Harpmer Attien 217.10

Hibernia - Aktien 270.—

Kölner Bcrgwerk - Attien 436.90
Laura - Attim 251'/,

Privat-Diskorrt 2"/.^-,

Reichsbauk-DiSkom 4'/,.

Geldforte«.

20 FrarrkS-Stücke 16.23
Dollars in Gold 4.18'/.
Engl. Sovereigns 2li.3S

Oesterr. Notcn 85.30

Russische Noren 215"/.

Amerikanische Noten 4.17'/.
Englische Notm 20.43

Wafferstandsmachrichte».

Heidelverg, den 5. Sept. 1.09, gef 0.03 m.

Lke ZMr Zckool of !s»gusger.

Suupt«trL88e 34, 1 Ireppe.

Jnstitut zum Zwrcke d-S Stri-
diumS ftcmdcr Sprachen, für
Erwachsmc, Herrcn u. Dumen,
unter Oberlcitung d-S H-rrn
ProsesiorS

kil. V. LerUlr.

Lvei xolckewe LleSmIIen unk Ser I'ariser A'e11»n88t«UnnA
Kraazösisch, Englisch. Ztalienis«, Russtsch. Spanisch
Deursch für üusliindcr: nur Lehrer der detreffcndeu Nario«.

Konversarion Korrespondenz ^ Lileratur
Ueber 180 Zweigschulcn. -st Prospekte gratis u. franlo.

Die Verlobung des deutschen Kronprinzen.

Berlin, 3. Sept. Wie aus Schrverin gemeldet
wirb, habe der deutsche Kronprinz sich niit der
Herzogin Cäcilie von Mecklenburg-
S ch w e r i n, der Schwester des regierenden Grotzher-
zogs, verlobt. (Dte Herzogrn Cäcilre ist geboren anr
20. September 1886, wirb alfo demnächst 18 Jahre alt.
Der 'Geburtstag des Kronprinzen rst der 6. Mai 1882.)

Gelbensande, 4. Sept. Die Berlobung
Seinckr Kaiserlichen Hohcit des dcntschen Kron-
prinzen mit ihrer Hoheit der Herzogi» Cäcilie
zu Mecklenburg ist offiziell bekannt gegeben worden.

Die Verlobung des Kronprinzen wird irberall do,
wo man treu zu Kaiser und Reich steht, mit bem 'Ge-
fühl aufrichtrger Freude begvützt werden. Wenn zwer
junge Herzen sich zusammenfrnden, fo ist das ein Ereig-
nis, das im Kreise der Bekannten freuiMiche Sym-
pathie erweckt, um wie viel mehr hier, wo es sich um dew
Kronprinzen, den einftigen Kaiser handelt, der dem gmr-
zen Volke angehört! Die Männer, die 'bestimmt sind,
als regierende Fürften cmf einsamer Höhe zu wandÄn,
stehen dem Leben anders gegenüber, als der etnfachs-
Privatmann, der seinen Freundschaften, feinen Sym-
pachren u. Autipachim nachgehen kann, wie es sein Herz.
chm eingcht. Sie haben tauseird Rücksichten zu nehmen,
sie wissen, daß der Egoismus sich in jeder nur mög-
lichen Maske an sie herandrängt, sie müssen vorfichtig und
mitztrauisch fern uffd ihre persönlichen Empfindnngen
ost genng der Staatsrarson zum Opfer bringen. Für sis-
rst es ein ganz besonders grotzes Glnck, wenn das Schick-
sal ihnen ein liebendes Weib zur Seite setzt, wenn sia^
im gemütlichen Familienkreise, im tranten Herm Zu-
flucht und Stärkung frnden, wenn es wenigftens erne
Stelle gibt, wo sie Menfch mit Menfchen sein dürfen.
Jn dem glücklichen Familienleben fernes Vaters hat der
Kronprinz das bdste Beispiel. Möge dem jungen Paave
Glück und Segen in reicher Mlle zu Teil wevden!

Die junge Braut, Prinzessin Cäcrlie von Mecklen--
burg, sieht mit unserm bckdischen Fürstenhause in engem
verwandtschafilichem Verhältnis, denn sie ist eine Enkelin
der badischen Prinzessin Cäcilie, der im Jahve 1891
verstorbenen Schwester unseres Grotzherzogs, von der
sie wohl anch den Namen hat. Aus der Ehe dev Priw-
zessrn Cäcilie mit dem russischen Grotzfürsten Michael ist
neben andern Kindern 'die Prinzessin, Annaftafia entsprof.
sen, die den Grotzherzog Friedrich Franz III. von Meck-
lenburg heiratete. Sie ist die Mutter der Braut. Dev
Vater rft noch in jungerem Qebensalter, im Jahre 1897,
geftorben. Jhm folgte auf den Thron der jetzige Grotz-
herzog Friedrich Franz IV., der im Jahre 1882 geborew.
 
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