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Warburg, Aby Moritz ; Boll, Franz [Recp.]
Brief von Aby Moritz Warburg an Franz Boll — Hamburg, 21.3.1914

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PROF. DR A. WARBURG

HAMBURG 20, 21... März .....191 4.
114 HE1LW1GSTRASSE
TELEPHON V), 3340.

Lieber und verehrter Freund!

Verzeihen Sie, dass ich Ihnen erst jetzt mit einem herzlichen
Danke auf Ihr Planetenbüchlein antworte. Wieder ein fester Schritt
vorwärts auf schwierigem Terrain!
Auch wir können von uns in aller Bescheidenheit sagen, dass
wir vorwärts gekommen sind; freilich konnten wir so ganz programm-
mässig nicht verfahren, weil die Probleme du, wo sie sich boten, an-
gegriffen werden mussten, und die Hauptsache bleibt schliesslich,
dass man unbebautes Land unter Kultur nimmt. Dr. Saal hat vortreff-
lich gearbeitet. Es war allerdings nicht ganz leicht, ihn immer
wieder im Gebüsch verschwinden zu sehen und an der Hauptstrasse so-
lange zu warten, bis er wieder^kam. Er hatte äber^lmmer eine so
gute Jagdbeute mitgebracht, dass ich ihn gewähren liess, sobald er
nur den Ausgangspunkt im Auge behielt, und das ist geschehen. Er
hat auf meinen Wunsch hin den Fulgentius Metaphoralis herausgegrif-
fen, der sich als ein völlig vergessenes und im höchsten Grade be-
deutungsvolles Vehikel der Götter herausstellt. Wir haben es Jetzt
auch möglich gemacht, obgleich ihm das pekuniär nicht leicht fällt,
und auch, meine Mittel jetzt, wo ich zwei Assistenten habe, nicht
so reichlich fliessen^ noch einmal nach Rom zu gehen, um den Katalog
für die Akademie zu revidieren. Ich habe ihn in diesem ehrlichen
Bestreben, eine gp&^*&<Arbeit um jeden Preis zu liefern, bestärkt
und hoffe^nur, dass die Akademie ihm wenigstens eine kleine Reise-
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