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Hermann, Hermann Julius; Österreichische Nationalbibliothek; Schlosser, Julius von [Editor]; Wickhoff, Franz [Editor]; Österreichisches Institut für Geschichtsforschung [Editor]
Beschreibendes Verzeichnis der illuminierten Handschriften in Österreich (8. Band = illuminierte Handschriften Nationalbibliothek Wien 2): Die deutschen romanischen Handschriften — Leipzig: Verlag von Karl W. Hiersemann, 1926

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https://doi.org/10.11588/diglit.69974#0188

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144

Österreichische Handschriften des XII. Jahrhunderts.

87 2174 [Salisb. 104]. f. 1 — 24': Regula S. Benedicti.
/. 25—102: Regula S. Bernhard! seu ordinis Cisterciensis.
Lateinisch, Folio, XII. Jahrhundert.

Deutsches m., 205x290. 102 f Deutsche Biicherminuskel des XII. Jahrhunderts in zwei Spalten, fi—24 zu 30,f. 24 —102 zu 33—34 Zeilen.
Rote Überschriften. 2 Initialen. Einband: Gebräunter weißer Lederband über dicken Buchenholzdeckeln mit abgeschrägten Kanten (Salzburg,
zweites Viertel des XV. Jahrhunderts). Auf dem Hinterdeckel war oben ein Haken befestigt; die beiden Schließen, die an Beschlägen an der Außen-
kante des Vorderdeckels einhakten, sind abgeschnitten. Auf dem Vorderdeckel oben ein in einem Ausschnitte eingelassener Pergamentstreifen mit der
Aufschrift: „Regula sancti Benedicti et sancti Bernhardi“ von einer Hand des zweiten Viertels des XV. Jahrhunderts; darüber Zettelchen mit der roten
Nummer 106 des von Johannes Plolveld 1433—1435 verfaßten Katalogs der Salzburger Dombibliothek (vgl. die Anmerkung zu Cod. 1029, Nr. 23
dieses Verzeichnisses). Auf dem vierteiligen Rücken die Aufschrift: „(Regula) sancti Benedicti et Sancti Bernardi“ (Ende des XVI. Jahrhunderts),
oben überklebt von einem Zettel mit derselben Aufschrift von einer Hand des XVII. Jahrhunderts, unten Zettel mit der alten Nummer 3491 der
Recenteshandschriften der Hofbibliothek. Das Kapital mit grauem und grünem Spagat umstochen.
Salzburger Arbeit vom Ende des XII. Jahrhunderts. Im Holveld’schen Katalog der Salzburger Dombibliothek von 1433—1435 unter Nr. 106
verzeichnet. Die Handschrift kam 1806 aus der Salzburger Dombibliothek in die Hofbibliothek.


Fig. 88. Initiale D. Nr. 87. Cod. 2174, f. 24.

Die Initialornamentik erinnert noch an die Salz-
burger Handschriften aus der Zeit des Erzbischofs Eber-
hard I. (1147—1164), doch weisen sowohl der Ductus
der Ranken, die krausen Rankenblätter sowie die
Schnörkel um die Initialen auf eine etwas spätere Zeit
u. zw. etwa auf das vierte Viertel des XII. Jahrhunderts.
f. 1—24': Regula sancti Benedicti.
f. 1: Rot konturierte Initiale A, gespalten, im Inneren
verziert mit Spiralranken mit knollenförmigen Trieben

und blütenförmigen und rankenförmigen Blättern; den
Konturen entlang kalligraphische Verzierungen mit ein-
gekerbten Blättchen.
f. 2$—102: Regula sancti Bernhardi.
f. 24: Rot konturierte Initiale D in derselben Weise.
[Fig'. 88.]
Literatur:
Tabulae codicum II, S. 23; zu spät ins XIV. Jahrhundert datiert.

Mondseer Arbeiten.
Liutoldgruppe
Nr. 88—93.

Vorbemerkungen.
Die in diesem als Liutoldgruppe bezeichneten Abschnitt vereinigten Handschriften (Nr. 88—93 dieses Verzeich-
nisses) gehören z. T. zu den bedeutendsten Mondseer Schöpfungen des XII. Jahrhunderts. Das kunstgeschichtliche
Interesse dieser Handschriften wird noch dadurch erhöht, daß einige von ihnen u. zw. die Handschriften 444 und
1244, Nr. 92 und 93 dieses Verzeichnisses, Miniaftiren enthalten, die zweifellos als eigenhändige Arbeiten des
Mönches Liutold anzusehen sind, nach dem diese Gruppe benannt ist. Nun ist zwar Liutold — soweit aus diesen
Leistungen hervorgeht — kein Miniator von überragender Bedeutung, aber er ist interessant als ein Künstler,
der sichtlich in naher Beziehung zur Salzburger Schule seiner Zeit steht, dessen Arbeiten aber doch ein indi-
viduelles Gepräge zeigen. Charakteristisch ist namentlich die Verwertung italienischer Initialornamentik als
 
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