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Hermann, Hermann Julius; Österreichische Nationalbibliothek; Schlosser, Julius von [Editor]; Wickhoff, Franz [Editor]; Österreichisches Institut für Geschichtsforschung [Editor]
Beschreibendes Verzeichnis der illuminierten Handschriften in Österreich (8. Band = illuminierte Handschriften Nationalbibliothek Wien 2): Die deutschen romanischen Handschriften — Leipzig: Verlag von Karl W. Hiersemann, 1926

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https://doi.org/10.11588/diglit.69974#0246

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i82

Österreichische Handschriften des XII. Jahrhunderts.

Oberösterreichische Handschriften außer Mondsee.

103 1736 [Theol. 785]. f. 2—28: Gerhohus Reichersbergensis (1132—1169), Dialogus inter clericum
saccularem et regulärem.
f. 28—29': Excerpta ex operibus S. Augustini et Gelasiil epistola ad episcopos
orientales.
f. 31—61': Guilelmus de Conchis, Tractatus super philosophiam.
Lateinisch, Oktav, XII. Jahrhundert.

Deutsches m., i3oXr57- 6j. 8°. Kleine Bücheiminuskel in einer Spalte zu 27—30 Zeilen. Rote Überschriften. Astronomische und
geographische Federzeichnungen. Einband: Weißer Lederband über Buchenholzdeckeln (deutsch, XV. Jahrhundert). Beide Deckel verziert mit
Diagonalkreuz und Rahmen aus je zwei gestrichenen Linien. Die Schließe, die in ein Loch im Vorderdeckel einhakte, ist abgeschnitten. Auf dem
Vorderdeckel oben aufgeklebte Papieretikette mit dem Titel: „Dialogus duorum canonicorum (regul)aris et secularis. (Philosophia) naturalis Wilhel(mi)“
nebst der Signatur „H“ von einer Hand des XV. Jahrhunderts, darunter die Nr. J7 von der Fland Tengnagels. Auf dem mit violettem Papier über-
klebten zweiteiligen Rücken mit doppelten Bünden oben Etikette mit Inhaltsangabe, unten Etikette mit der Signatur Gentilottis „Codex Ms. Theolo-
gicus Nr. DCCLXXXV. olim 77“.
Österreichische Arbeit der zweiten Hälfte des XII. Jahrhunderts, vermutlich im Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg in Ob er Österreich
geschrieben. Die Handschrift war schon 1576 Eigentum der Hofbibliothek, denn sie trägt im Inneren des Hinterdeckels die Signatur L I3809J von

der Hand des Hugo Blotius. Auf dem Vorderdeckel und auf /. 2 die Nr. 77
f. 1': Von der Hand Tengnagels: „Gerohus ad-
versus clericos saeculares, simoniacos et concubi-
narios.“
f. 2: Von der Hand Tengnagels: „Gerohus postea
praepositus Reicherspergensis auctor est.“ Auch im
folgenden Randvermerke von der Hand Tengnagels.
f. 31: „Incipit tractatus Wilgelmi philosophi de ccis“
(sc. Concis) „super philosophiam prologus.“
f.jj'.f. 46, f. jo, f jo' f. 31: Astronomische Zeich-
nungen (Sonnenfinsternis, Mondfinsternis usw.)
f. 55: Schematische Zeichnung der Erde: Die Erde
umflossen vom Meer mit den Umschriften: „Refluxio ab
Oriente ad austrum, refluxio ab Oriente ad septentrionem,
refluxio ab occidente ad austrum, refluxio ab occidente
ad septentrionem“, durch einen Meeresstreifen geteilt;
in der linken Hälftö, ganz schematisch eingezeichnet,

von der Hand Tengnagels, wiederholt auf f 1 von der Hand des Lambeccius.
und durch Beischriften erklärt: das „Indicum mare“,
das „Mare mediterraneum“, „Calpe“ (sic! statt Alpes),
„Athlas“ und „Europa“.
f 36: Schematische Zeichnung: Die vom Meer um-
flossene und durch einen Meeresarm geteilte Erde.
f. 39: Schematische Zeichnung: Die vom Meer um-
flossene und durch einen Meeresstreifen geteilte Erde;
in der linken Hälfte durch Beischriften erklärt: „Asia,
Tanais, Nilus, Europa Affrica.“
00 o
f.66': Unten: „Annodomini M-CC nonagesimo VIII-
in festo omnium sanctorum e°[= ego (?)] fui XXI - et in
priori anno obsessa erat civitas in Rastatt a duce Alberto
duci (sic!) Austrie.“
Literatur:
Denis I, 2, Sp. 2109, Nr. DLV.
Tabulae codicum I, S. 282.

104 85 [Univ. 1015]. /*. 2— 39': Coelius Sedulius, Carmen pascale sive mirabilium divinorum libri 5.
f. 39'— 41': Idem, Collatio veteris et novi testamenti.
f. 41’— 42': Idem, Versus acrostichi de vita Christi.
f. 42': Versus memoriales de avibus, quadrupedibus et arboribus.
Lateinisch, Folio, XII. Jahrhundert.
f. 43— 51': Aulus Persius Flaccus, Satyrae sex.
f. 58: Glossarium latinum.
f.58—134: P. Terentius Afer, Comoediae sex.
Lateinisch, Folio, XL Jahrhundert.

Deutsches m., 205X285. 124 f. (nach f.ö^f.ö^d). f.l—42 Bücherminuskel des XII. Jahrhunderts in einer Spalte zu 26—27 Zeilen mit
Interlinearglossen, f. 42' Nachtrag von anderer Hand in zwei Spalten zu 25 Zeilen mit Interlinearglossen, f. 43—134 Bücherminuskel (f.58—134
im Typus Reichenauer und St. Gallener Handschriften) vom Anfang des XI. Jahrhunderts in einer Spalte zu 35 Zeilen mit Interlinear- und Rand-
glossen. Rote Überschriften. 3 Initialen des XII. und 3 Initialen des XI. Jahrhunderts. Einband: Glatter weißer Lederband über
Pappdeckel (Wien, Anfang des XIX. Jahrhunderts). Auf dem Rücken rote Lederetikette mit der Aufschrift: „Sedulius, Persius, Terentius et alia“ in
Goldlettern, ebenso unten die frühere Signatur: ,,Cod. Univ. 1013 olim 915.“ Spiegel und Vorsatz violettes Vorsatzpapier mit schwarzen Sternchen
in weißpunktierten Sechsecken. Das Kapital mit weißer und lichtblauer Seide umstochen. Wasserzeichen der Vorsatzblätter: O. E. und heraldische Lilie.
f. 1—42' österreichische Arbeit der ersten Hälfte des XII. Jahrhunderts, vermutlich in der Benediktinerabtei Lambach in Oberösterreich ausge-
führt; f. 43—134 südwestdeutsche Arbeit vom Anfang des XI. Jahrhunderts, St. Gallener und Reichenauer Arbeiten verwandt. Wie aus den Schrift-
zügen der Vermerke auf f. 1 und f. 43 hervorgeht, kam die Handschrift im Jahre 1501 aus der Bibliothek der Abtei Lambach in den Besitz des Humanisten
 
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