Heyne, Christian Gottlob
Akademische Vorlesungen über die Archäologie der Kunst des Alterthums, insbesondere der Griechen und Römer — Braunschwig, 1822

Seite: 246
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her ist schon mehrere hundert Jahre ent-
deckt. Er ist eine gemeine bäurische Na-
tur, aber doch von gutem Ausdrucke Die
Augen sind ausgehöhlt. Die Umrisse und
Muskeln sind z.art behandelt, und haben
eine Weichheit, von der man in Bronze
nur wenige Beispiele trifft. Was er vorstellen
soll, weifs man nicht. Man sagt, es sey Acan-
thus, dies heifst aber nicht mehr als ein Dorn.
Diese Gestalt ist von den Alten häufig
wiederholt. Im Pallaste Farnese ist eine
Bronze dieser Art, im Pallaste Giustiniani
aber ein Marmor. Auch in Florenz ist
ein hieher gehöriges Stück. Sandrart, T.
II, u. In der Walmodenschen Sammlung
ist eine Kopei davon.

g. Narcissus.
Unter diesem Namen wurde eine 9%
Palme hohe Statue im Pallaste Barberini
gesehen, welche sich jetzt in der Klemen-
tinischen Sammlung befindet. Mus. Pio-
Clement., T. II, Tab. St. Ihr ist hier der
Name Adonis beigelegt. Man will am
Schenkel dieses Werkes eine Wunde ent-
deckt haben, welche, nach der Fabel, der
Eber rifs. Entsetzen und Erstaunen ist
ihr Ausdruck. Sie gehört nicht zu den
vorzüglichen Werken, ist auch ohnehin
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