Heyne, Christian Gottlob
Akademische Vorlesungen über die Archäologie der Kunst des Alterthums, insbesondere der Griechen und Römer — Braunschwig, 1822

Seite: 324
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3. Die Grazien.

Drei unbekleidete Gestalten. Es hat
sich keine Statue derselben erhalten, wel-
che zum ersten, oder auch nur zum zwei-
ten Range gehörte. Bei Sandrart, T. /, q,
befindet sich eine der Grazien, welche im
Pallaste Giustiniani aufbewahrt wird, ab-
gebildet Das Nackte daran ist in der Be-
arbeitung weich gehalten. Der Kopf ist
angesetzt. In der Villa Borghese sind
gleichfalls drei derselben, aber ohne Köpfe»
zu finden. Im Pallaste Ruspoli ist eine
Gruppe der drei Grazien, mit alten Köpfen,
vorhanden, von welchen Winkelmann, in
d. G. d. K. S, 3n7, redet. Zu Pränestc
sind noch drei andere, ohne Köpfe, ge-
funden. In dem Dome zu Sicna sind
gleichfalls noch drei vorhanden, denen
man viele Schönheit zugesteht. Eine da-
von aber ist ohne Kopf.

In den Reliefs sind sie gemeiniglich
mit den Hören, den Begleiterinnen der
Juno, gepaart. Sie deuten die Zeiten an,
und sind auch das Sinnbild der Jugend
und Freude; eben deswegen werden sie
auch oft als Chortä'nzerinnen vorgestellt.
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