5(||*E!TDEM mit dem allgemeinen Stimmrecht
3>&£ auch das Gefühl der Selbstherrlichkeit beim
Beurteilen von Kunstwerken allgemein geworden
ist, gilt allenthalben das Schlagwort: Kunst ist
eine Geschmackssache.
Damit erklärt man die Kunst für vogelfrei,
für ein Wesen, das keine eigene Existenzberech-
tigung, keinen objektiv zu bestimmenden Gehalt,
sondern nur einen Affektionswert besitzt. Nur
als kunsthistorische Erscheinung gewinnt dann
das Kunstwerk eine objektive Berechtigung und
einen festen Boden. Dieser verbreitete Unglaube
an ein objektiv Greifbares auf dem künstlerischen
Gebiet öffnet nicht nur jedem Unsinn die Pforte,
sondern wird auch zum Hindernis für alle sach-
liche Betrachtung.
Hat man sich jedoch einmal klar gemacht, daß
den Mitteln, mit denen Natur und Künstler auf
uns einwirken, eine objektive Kraftäußerung von
räumlichen Vorstellungselementen innewohnt, daß
z. B. die Wirkung von Senkrecht und Horizontal,
von Hell und Dunkel etc. eine von Natur ge-
3>&£ auch das Gefühl der Selbstherrlichkeit beim
Beurteilen von Kunstwerken allgemein geworden
ist, gilt allenthalben das Schlagwort: Kunst ist
eine Geschmackssache.
Damit erklärt man die Kunst für vogelfrei,
für ein Wesen, das keine eigene Existenzberech-
tigung, keinen objektiv zu bestimmenden Gehalt,
sondern nur einen Affektionswert besitzt. Nur
als kunsthistorische Erscheinung gewinnt dann
das Kunstwerk eine objektive Berechtigung und
einen festen Boden. Dieser verbreitete Unglaube
an ein objektiv Greifbares auf dem künstlerischen
Gebiet öffnet nicht nur jedem Unsinn die Pforte,
sondern wird auch zum Hindernis für alle sach-
liche Betrachtung.
Hat man sich jedoch einmal klar gemacht, daß
den Mitteln, mit denen Natur und Künstler auf
uns einwirken, eine objektive Kraftäußerung von
räumlichen Vorstellungselementen innewohnt, daß
z. B. die Wirkung von Senkrecht und Horizontal,
von Hell und Dunkel etc. eine von Natur ge-



