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III. Kapitel: Das Wetter von Thera

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Augenblick beschattet gewesene Linie mit den Meißel ausgearbeitet. Wir konnten nun an
jedem Tage den wahren Mittag an der Sonnenuhr ablesen und erhielten durch Zufügung der
Zeitgleichung, die wir aus dem nautischen Jahrbuch entnahmen, die mittlere Ortszeit.

§3. Barometer.

Für die barometrischen Beobachtungen standen zwei Heberbarometer auf Holzbrett
zur Verfügung, mit Teilung auf der 8 mm weiten Glasröhre, geliefert von R. Fueß in Steglitz
bei Berlin. Die beiden Barometer wurden im Evangelismos derartig nebeneinander aufgehängt,
daß ihre unteren Quecksilberkuppen sich 1.0 m über dem Fußboden und daher in 298.0 m
Meereshöhe befanden. Abgelesen wurde mit freiem Auge ohne Nonius. Um das Auge in
gleicher Höhe mit den Quecksilberkuppen halten zu können, wurde auf den Holzbrettern der
Barometer neben der Teilung Spiegelglas befestigt. Die Barometer wurden im Beobachtungs-
heft unterschieden als Barometer A und Barometer B.

Die Höhe der Quecksilberkuppen war am 31. Mai 1896:

bei Barometer A: oben 1.3 mm

unten 0.8 „
bei Barometer B: oben 1.1 mm

unten 0.7 „

Die Kapillarverbesserung wurde hiernach aus Jordan, Vermessungskunde 4. Aufl. II
S. [23] entnommen für Barometer A zu + 0.22 mrn für B zu +0.19 mrn für das Mittel aus
A und B demnach zu + 0.20 mm. Die Verbesserung wegen Abnahme der Schwerkraft mit
der geographischen Breite wurde ebendaselbst S. 531 für 36 0 22' entnommen zu — 0.60 mm.

Die Verbesserung wegen Abnahme der Schwerkraft mit der Höhe wurde ebenda
entnommen zu — 0.05 mm.

Die drei genannten Verbesserungen zusammen ergeben die Gesamtverbesserung von
_ 0.45 mm.

Für die Reduktion auf o0 wurde die in dem genannten Werk S. [20] enthaltene
Tabelle benutzt.

Am 9. Juni 1896 wurde das Barometer B vom Evangelismos nach der meteorologischen
Station Phira getragen und mit dem dortigen Stationsbarometer verglichen. Dieses ist ein
Instrument mit reduzierter Messingskala, wie es in der Instruktion des Kgl. preuß. Meteorol.
Instituts für die Beobachter an Stationen IL—IV. Ordnung auf S. 9 beschrieben ist. Es wird
also nur an der oberen Quecksilberkuppe abgelesen, und eine Verbesserung wegen der Ver-
änderung des unteren Quecksilberniveaus ist nicht erforderlich. Die Verbesserungen wegen
Ausdehnung des Quecksilbers und der Messingskala durch die Wärme werden zu einer Ver-
besserung vereinigt aus einer Tabelle entnommen. Die Gesamtheit der übrigen Verbesserungen
wird von dem Beobachter der Station Phira, Herrn Emmanuil Vassiliu, zu +0.1 mm angegeben.

Das Ergebnis der Vergleichung stellt sich demnach folgendermaßen:

Stationsbarom eter Pleberbarometer
von Phira vom Evangelismos

1. Ablesung . . . 744.9 t=2i.8 821.0—75.2 = 745.8 t=2i.8

2. Ablesung . . . 744.9 t = 22.0 821.0 — 75.2 = 745.8 t = 22.0
Auf o° reduciert . 742.2 742.84
Korrigiert .... 742.3 742-39
 
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