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404

Kritiken.
V. Jnama-Sternegg, K. Th.? Deutsche Wirtschaftsgeschichte III, 1.
Deutsche Wirtschaftsgeschichte in den letzten Jahrhunderten des
Mittelalters. Erster Teil. (Leipzig, Dun eher & Humblot 1899.
XXI 4- 455 S.)
Der vorliegende erste Teil des dritten Bandes behandelt äusser
der allgemeinen Uebersicht über den wirtschaftlichen und socialen
Aufbau besonders die Verhältnisse der Landwirtschaft in der zweiten
Hälfte des Mittelalters. Der zweite Band hatte die deutsche Wirtschafts-
geschichte des 10.—12. Jahrhunderts umfasst. Diese Anordnung
und die Zerreissung der die Landwirtschaft behandelnden Abschnitte
im zweiten und dritten Bande scheint uns nicht besonders glücklich;
denn die agraren Verhältnisse des späteren Mittelalters unterlagen
einer gewissen Stagnation; nach dem Verfall der Grundherrschaften
haben sie aus sich selbst heraus nichts wesentlich neues entwickelt.
Darum will es uns scheinen, als wären die Abschnitte 3 und 4 des
dritten Bandes: „Der Grundbesitz, seine Verteilung und seine Ver-
waltung“ und „Die Produktion und Verteilung des Bodenertrages“
zum grossen Teil besser im Anschluss an die betreffenden Abschnitte
des zweiten Bandes abgehandelt worden. In der That wird uns hier
im dritten Bande in der Hauptsache nur von dem Fortwirken von
Tendenzen erzählt, die schon in der früheren Epoche ausschlaggebend
waren. Seit dem 13. Jahrhundert stand das Städtewesen, später die
Landesherrschaft im Mittelpunkte der Entwickelung. Auch die wenigen
Neuerungen des späteren Mittelalters auf agrarem Gebiet sind auf
den Einfluss der städtischen Geldwirtschaft zurückzuführen. Vielleicht
wäre es dem Jnama’schen Buche zu statten gekommen, wenn es sich
der bahnbrechenden Schmollerschen Periodeneinteilung angeschlossen
und mit dem Aufkommen städtischen Wesens einen neuen Abschnitt
begonnen hätte.
v. Jnamas anschauliche, ja bisweilen geistreiche Darstellung ist
geeignet, bei manchem die Meinung zu erwecken, als handle es sich
in seinem Buche nur um die Darbietung der gesicherten Ergebnisse
 
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