Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Hofmann, Wolfgang
Parlaments-Album des Kladderadatsch: Parlament und Parlamentarier im Spiegel des Humors und der Satire von 1848 bis zur Gegenwart — Berlin, 1928

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.1410#0058
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Der neugemäbjte Sanbtag trat am 5. 2tugufi 3tifammen, naimt bas 3nbemnitätsgefet} ber Regierung an, bie
tijeoretifdj bie »erfaffungstreue Haltung bes Parlaments mäfyrenb ber Konfliftsjeit anerfannte, imb erteilte bem «Srafen
Bismard bas Dertrauensoottmt. Ztur 75 UTitglieber ftimmten bagegen.

ITtit biefem gewaltigen tDenbeptmfte in ber Stellung ber nationalen Parteien jur Regierung mar ber leibige Konflikt
begraben.

3n6emmtät

Der ^reir/eit Ulorgenro'tr.e

SttitU fi<% li<Wbef<r/wingt;

Des Jrie6ens Sauberflöte

Dur<$ alle ©einen Hingt.

Da ftellen fitfy 6ie Sänger

5» muntern ^riebensreib/n

lln!> audj 6er Dogelfänger,

ijerr papageno ein.

|>nm Dönfyofsptaije wallen

Sie 2Ifle frotj un6 6id?t;

3n 6iefen fjeil'gen fallen

Kennt man 6 i e X a d? e n t dj t.

Die r/nn&eriföpfge JjybtT

Der |>wietra<r/t ift erlegt,

Sie ftretft Me (alten ©lie6er

Um So6en unbewegt.

Die ©eier un& 6ie ©reife,

Sie ftn& erftarrt $u Stein;

Des Vogelfängers pfeife

Ijai fie gcfdjläfcrt ein.

Un6 mit pofaunenfdiaflen

Söwe-Saraftro fpridjt:

3n 6iefen ^eil'gen galten

Kennt man feie Uad?e nid;t.

Dorf; r>on 6em grünen Eifere

«rftingt 6as fäfe »ort:

Üoit Seiner Stirne wifc6,e,

© r>oH, Me galten fori!

£a$ ab, 6idj 3» »erfenfen

3n böfer Sage ©raus;

Söfdj* »eines Sei&s ©eoenfen

Un6 all cein ©rollen aus.

Uatfj 6em, »as vorgefallen,

#übrt Siebe midj $ur pflieft!

3n tiefen ijeil'gen fallen

Kennt man 61 e Hac^e n i d; t.

IPorjt fyaben wir jwei 23ei6e

fon Siebe ntdjts gemußt:

XDas 6 i r gefdjab, 3U Sei6e,

©efdjialj oft mir sur Stift.

IDas 6u für 6ict> erfleWeff,

Schielt id? gern für mid?;

Uno wie 6u midj »erfdjma^teft,

So audj »erf^mäft' id; 6 i dy.

fortan will id) tior UUen

'Didj lieben als mein Sicr/t!

3« oiefen fjeil'gen fallen

Kennt man 6ie Kad?e nidjt.

3a, Siebe ift mir nötMg;
Sie foBft 6u traut mir weilj'n.
3<$ bin 6affir erböiig,
Und; 6ir gerecht ju fein,
üergif, wenn idj 6id; f^merjte;
O fdjent" mir objte Sdjeu
Sie Siebe, Me perfcfysrjte,
Uno fdjenf' mir 6eine STren'.
Setban&er la# uns mallen
Utit heitrem Ungefid?t!
> 3« oiefen b.eil'gen fallen
Kennt man Me Ua&e nidt>t.

Un6 fe^t! Don allen Sänfen —

IDer jagt, wie 6a* gef djab? —

ttVtd;' fröi(lidj 0<$erfd;wenren!

UMdj' }ubeln6 lautes: 3a!

Hur #ünfun6fieb$ig blieben

Sa fi£en ftumm un6 trift;

Sie wollen b,alt nidjt Heben

Un6 jubeln niefci $ur ^rift,

3n6ef 6er Jren6e SaHen

J)as ganje ^aus 6ur(i)bri(t(t:

3tt 6iefen b.eil'gen fallen

Kennt man 6ie JJa^e nier/t!

3n6emnität! Dergeffen! —

© lOort, fo brfi6erH<t}!

2tn ib,re ^erjen preffen

Die ält'ften ^fein6e ftc^:

Der S8we un6 ein 3»nfer,

Die liegen, Urm in Urm,

Dem H> a g n e r 6e<ft ^err D u n * e r

Den Stund mit Küffen warm.

Ulan b(5rt 6er Küffe Sdjatfen

Bis bin jum Sta6tgeri($t!

3n 6iefen r/etl'gen fallen

Kennt man 6ie Haäte ni^t.

3 n 6 e m n i t a t! ©ergeben —

üergeffen — atfy! wiei lang'

^arrt man^' verlornes Seben

Uuf 6iefer U>orte Klang!

IDann öffnet fi<^ 6ie Pforte

Dem, 6er in UadM oerfenft?

Dem freu6enrcict}«n IDorte,

Das i^m 6ie ^reibeit f(^enft? —

fywcfj! ^or<r>! Die Siegel fallen,

Un6 eine Stimme fpri^t:

3n 6iefen r;eil'gen fallen

Kennt man 6ie Uac^e nitfcf!

»Q
 
Annotationen