Hirten, nahmen die starren Gebirgsabfälle im Norden und Westen sowie die sandigen Strecken
dem Meere entlang in Besitz. Das Gebirgssystem des Elbrus bildete die mächtige Scheidewand
zwischen zwei einander entgegengesetzten Welten; an den südlichen Abhängen Steppen und dürre
Wüsten: der traurige Tod; nördlich schattige Wälder, wasserreiche Thäler und grüne Fluren: das
heitere Leben. Hier in diesem auffallenden Gegensatze der Natur finden wir die Erklärung für die
dualistische Weltanschauung der alten persischen Völker oder Parsen, die das Princip des Lebens
und des Todes, der Erhaltung und der Zerstörung an die Spitze der Weltordnung stellten. Unter dem
kühnen Anführer Khurush (Cyrus) stürzten die Perser zunächst das medische, dann das babylonische Reich.
Von dem Kostüm und den Geräthschaften der Meder und Perser geben nur spärliche Ueberreste
von Bildwerken Zeugniss, die sich in den Ruinen der vormaligen Königsstädte Persepolis und Pasar-
gadä sowie in Pompeji gefunden haben. Unmöglich ist es bei den einzelnen Völkern Vorderasiens
zu verweilen, die dem Reiche der Perser einverleibt wurden und mit ihren kostümlichen Besonder-
heiten in den grossen persischen Heeren erschienen, welche zur Unterwerfung Griechenlands aus-
zogen; denn bezüglich ihrer Tracht sind uns nur höchst ungleiche Spuren überliefert; einzelne Partien
sind klar wie der Tag, andere schweben im Dämmerlicht und wieder andere liegen in tiefer Nacht
begraben, aus welcher kein menschliches Wollen sie je erlösen wird.
Das urthümliche Kostüm der Perser bestand ihrer Beschäftigung mit Jagd und Vieh-
zucht angemessen in einer Bedeckung des Körpers mit zubereiteten Thierfellen, deren rauhe Seite
nach aussen gekehrt wurde; der Mensch richtet sich nämlich mit seiner Kleidung stets nach dem
Klima, in welchem er lebt; die Lederkleidung Hess die trockene Luft der iranischen Hochebene
weder von aussen nach innen noch die dem Körper entströmende Wärme nach aussen zu. Noch
heute geht der Perser vom Kopf bis zu den Füssen in Leder. Baumwolle und Seide waren den
Persern vor Cyrus unbekannt und von der thicrischen Wolle machten sie nur wenig Gebrauch. Die
persische Nationaltracht, welche durch alle Zeiten des Reiches in Geltung blieb, bestand aus Rock
und Hose. Durch den Kaukasus Fig. 21. römischen Völkern, die in weiter
an der Nordseite des schwarzen *•__2j_____;____ faltenreicher Drapirung ihre Gewän-
Meeres, durch Europa bis nach Gal-
lien hinein zog sich im Alterthum
eine Reihe von behosten Völkern,
die ihre Kleider anzogen. Ihnen
gegenüber nach Süden hin stand
in
Ii)
der umlegten. Rock und Hose
waren dem Perser das, was dem
Aegypter der Schurz und dem As-
syrier das Hemd. Der Rock (Fig.21.3)
reichte vom Hals bis zu den Knieen
eine Reihe von griechischen und —'--' (21. 21-24), war vorn herunter offen
und wurde durch einen Leibgürtel zusammengehalten; seine Aermel (Fig. 21. 2) waren ziemlich
eng und reichten bis zur Handwurzel. . Perser der späteren Zeit verfertigten ihren Rock aus farbi-
gem, wahrscheinlich wollenem Stoffe; das Gleiche war mit der Hose der Fall (Fig. 21. 1). Anfangs
von Leder, unten eng und an den Knöcheln unterbunden, obenhin etwas weiter, wurde sie in der
Folgezeit mit einer weiten, farbigen Knie- oder Pluderhose vertauscht, die man in Verbindung mit
hohen Lederstrümpfen trug (21. 22); gegen Ende des Reiches aber scheint man von der weiten Hose
wiederum Abstand genommen zu haben. Die Fussbekleidung war anfänglich eine Art Schnür-
schuh (21. 21. 20) aus einem Stücke von Leder oder Zeug, das fest um den Fuss gelegt und auf
dem Spann zusammen gehaftelt wurde; der Schuh reichte bis zu den Knöcheln, später etwas höher;
dann wurde er wieder niedriger und mit einer Schleife versehen, die man auf dem Spann verknotete
(21. 36. 22. 5). Nach der Eroberung von Ekbatana ahmte man die dortige Sitte des Lederfärbens
nach; seit dieser Zeit trug man Schuhe in allen Farben, am liebsten rothe und saffrangelbe, letztere
besonders am Hofe. Unter der Regierung des Xerxes wurden Halbstiefel mit buntem Rande
gebräuchlich (21. 34).
Die Perser scheinen ausser einem B undh ut e (21. 27), von welchem abbildlich kein Doku-
ment vorhanden, ziemlich allgemein eine mit Kinnband und Nackenschirm versehene Lederkappe
dem Meere entlang in Besitz. Das Gebirgssystem des Elbrus bildete die mächtige Scheidewand
zwischen zwei einander entgegengesetzten Welten; an den südlichen Abhängen Steppen und dürre
Wüsten: der traurige Tod; nördlich schattige Wälder, wasserreiche Thäler und grüne Fluren: das
heitere Leben. Hier in diesem auffallenden Gegensatze der Natur finden wir die Erklärung für die
dualistische Weltanschauung der alten persischen Völker oder Parsen, die das Princip des Lebens
und des Todes, der Erhaltung und der Zerstörung an die Spitze der Weltordnung stellten. Unter dem
kühnen Anführer Khurush (Cyrus) stürzten die Perser zunächst das medische, dann das babylonische Reich.
Von dem Kostüm und den Geräthschaften der Meder und Perser geben nur spärliche Ueberreste
von Bildwerken Zeugniss, die sich in den Ruinen der vormaligen Königsstädte Persepolis und Pasar-
gadä sowie in Pompeji gefunden haben. Unmöglich ist es bei den einzelnen Völkern Vorderasiens
zu verweilen, die dem Reiche der Perser einverleibt wurden und mit ihren kostümlichen Besonder-
heiten in den grossen persischen Heeren erschienen, welche zur Unterwerfung Griechenlands aus-
zogen; denn bezüglich ihrer Tracht sind uns nur höchst ungleiche Spuren überliefert; einzelne Partien
sind klar wie der Tag, andere schweben im Dämmerlicht und wieder andere liegen in tiefer Nacht
begraben, aus welcher kein menschliches Wollen sie je erlösen wird.
Das urthümliche Kostüm der Perser bestand ihrer Beschäftigung mit Jagd und Vieh-
zucht angemessen in einer Bedeckung des Körpers mit zubereiteten Thierfellen, deren rauhe Seite
nach aussen gekehrt wurde; der Mensch richtet sich nämlich mit seiner Kleidung stets nach dem
Klima, in welchem er lebt; die Lederkleidung Hess die trockene Luft der iranischen Hochebene
weder von aussen nach innen noch die dem Körper entströmende Wärme nach aussen zu. Noch
heute geht der Perser vom Kopf bis zu den Füssen in Leder. Baumwolle und Seide waren den
Persern vor Cyrus unbekannt und von der thicrischen Wolle machten sie nur wenig Gebrauch. Die
persische Nationaltracht, welche durch alle Zeiten des Reiches in Geltung blieb, bestand aus Rock
und Hose. Durch den Kaukasus Fig. 21. römischen Völkern, die in weiter
an der Nordseite des schwarzen *•__2j_____;____ faltenreicher Drapirung ihre Gewän-
Meeres, durch Europa bis nach Gal-
lien hinein zog sich im Alterthum
eine Reihe von behosten Völkern,
die ihre Kleider anzogen. Ihnen
gegenüber nach Süden hin stand
in
Ii)
der umlegten. Rock und Hose
waren dem Perser das, was dem
Aegypter der Schurz und dem As-
syrier das Hemd. Der Rock (Fig.21.3)
reichte vom Hals bis zu den Knieen
eine Reihe von griechischen und —'--' (21. 21-24), war vorn herunter offen
und wurde durch einen Leibgürtel zusammengehalten; seine Aermel (Fig. 21. 2) waren ziemlich
eng und reichten bis zur Handwurzel. . Perser der späteren Zeit verfertigten ihren Rock aus farbi-
gem, wahrscheinlich wollenem Stoffe; das Gleiche war mit der Hose der Fall (Fig. 21. 1). Anfangs
von Leder, unten eng und an den Knöcheln unterbunden, obenhin etwas weiter, wurde sie in der
Folgezeit mit einer weiten, farbigen Knie- oder Pluderhose vertauscht, die man in Verbindung mit
hohen Lederstrümpfen trug (21. 22); gegen Ende des Reiches aber scheint man von der weiten Hose
wiederum Abstand genommen zu haben. Die Fussbekleidung war anfänglich eine Art Schnür-
schuh (21. 21. 20) aus einem Stücke von Leder oder Zeug, das fest um den Fuss gelegt und auf
dem Spann zusammen gehaftelt wurde; der Schuh reichte bis zu den Knöcheln, später etwas höher;
dann wurde er wieder niedriger und mit einer Schleife versehen, die man auf dem Spann verknotete
(21. 36. 22. 5). Nach der Eroberung von Ekbatana ahmte man die dortige Sitte des Lederfärbens
nach; seit dieser Zeit trug man Schuhe in allen Farben, am liebsten rothe und saffrangelbe, letztere
besonders am Hofe. Unter der Regierung des Xerxes wurden Halbstiefel mit buntem Rande
gebräuchlich (21. 34).
Die Perser scheinen ausser einem B undh ut e (21. 27), von welchem abbildlich kein Doku-
ment vorhanden, ziemlich allgemein eine mit Kinnband und Nackenschirm versehene Lederkappe



