zur Bezeichnung desselben Volkes — wurden dem Abendlande zuerst im Anfange des dreizehn-
ten Jahrhunderts bekannt, als Tschingis Chan, jener bis heute einzig in der Geschichte dastehende
Eroberer und Massenmörder, sein riesiges asiatisches Reich begründete, welches von Fecking bis nach
Ungarn hinein, vom Himalaja bis zum Eismeere reichte. Seine Nachfolger theilten die Welt, die
er ihnen erobert hatte: der eine machte sich zum Kaiser von China, der andere zum Grossmogul
von Indien, der dritte setzte sich an den Ufern der Wolga unter den türkischen Stämmen fest,
auf welche allmählich der Name der Tataren überging; die Nachfolger des letzteren beherrschten als
Chane der Kiptschak, der »goldenen Horde«, von der jetzt verschwundenen Hauptstadt Serai aus
fast zwei Jahrhunderte hindurch das russische Reich.
Wie von den Arabern und Türken, so fehlen auch von den Mongolen der Frühzeit alle
bildlichen Darstellungen. Die ersten Abbildungen überliefert uns das 16. Jahrhundert. Die Tracht
unter den verschiedenen Horden, welche so ungeheure Strecken bewohnten, zeigte sich mehr be-
züglich des Stoffes als des Schnittes übereinstimmend; die östlichen Mongolen trugen sich anders
als die westlichen. Die Kleider aber bestanden durchweg aus gegerbten Fellen, aus Leder und
gefilzten Zeugen, aus Baumwolle und Seide. Die allgemeine Volkstracht der westlichen Mon-
golen stimmte im Wesentlichen mit jener der Scythen überein; auch war sie bei Männern und
Weibern nahezu dieselbe; sie bestand aus weiten leinenen Hosen, welche jedoch nicht unter allen
Stämmen üblich (113.9.), einem Untervvammse, einem vorn herab offenen Knierocke mit halblangen
ziemlich weiten Aermeln und breitem Umlegekragen, einem Gürtel, schweren plumpen Stiefeln, einem
runden wattirten und ringsum mit Zotteln behangenen Käppchen für den kahlgeschorenen Kopf der
Männer, für die Weiber aus einem Stücke Leinenzeuges, welches umgewickelt wurde. Der Oberrock vor-
nehmer Mongolen (113. 11) fiel bis auf die Füsse, hatte halblange doch weite Aermel und einen grossen
Umlegekragen; er war gleichfalls vorn der ganzen Länge nach offen, wurde aber nicht gegürtet,
sondern über die Brust herab mit Knöpfen und Litzen geschlossen. Das Haar blieb stehen und wurde
in Zöpfe geflochten, welche an den Schläfen herab auf die Brust fielen; die Mütze war ziemlich
hoch, viereckig oder gespitzt und breit mit Pelz verbrämt. Die Wämmser der Soldaten waren gesteppt
(113. 14); die Röcke wurden gegürtet und mit den langen Schössen in den Gürtel untergesteckt. Die
Chane der Tataren trugen als Ornat einen langen Rock von Brokat (113.10.13), der über die Brust herab
verknöpft wurde und mit halblangen weiten Aermeln besetzt war; einen Mantel mit Kragen und Futter
von Pelzwerk und eine hohe spitze Mütze, die in verschiedener Weise mit Zackenkrone, Pelzrand und
Nackentuch ausgestattet war. Die Mongolen in den östlichen Ländern, namentlich die chine-
sischen, trugen durchgehends weite Pumphosen (113.15) »die nicht anders als ungebundene Schiffs-
segel um die Beine hingen«, schwere dicke Stiefel, die von solcher Weite, dass man »sie mit leichter
Mühe davon hätte schlenkern und abwerfen mögen«, ein Kamisol ohne Aermel und darüber einen
Wamms von Schafsfcllen, die Wolle nach aussen gekehrt und gleichfalls ohne Aermel, so dass die
Arme bis an die Schultern nackt blieben, schliesslich eine niedere Mütze mit stattlichem Zobelbräme.
Mongolen anderer Florden trugen seidene oder baumwollene Röcke mit langen Aermeln, deren untere
Enden wie Pferdehufe zugeschnitten waren und über die Hände herabfielen, so wie es jetzt noch bei
den chinesischen Röcken der Fall ist (vergl. 100. 11. 101. 21), dazu an einigen Orten noch gelbe Spenzer
(vergl. 101.7.12). Um die Lenden schlössen sie einen breiten Gürtel, an welchem zwei braune Schnupf-
tücher, ein Messer und zwei kleine Beutel mit Tabak und Feuerzeug hingen. Im Sommer beliebten sie
Mützen von geflochtenem Stroh, im Winter aber solche von rother Seide oder Leinwand mit Zobel ver-
brämt und einem Busche von hochroth gefärbtem Pferdehaare bepflanzt. Die Weiber stellten ihre
Gewandstücke aus Fellen oder rothen und grünen Zeugen her, als Plalsschmuck verwandten sie Amulette.
Die Priester hatten einen rothen breiten Schirmhut, einen langen weissen Oberrock, rothen Gürtel und
gelben Spenzer. Als Schutzwaffen führten die Soldaten eine Sturmhaube von Eisen, die hochgespitzt
und mit rothem Plaarbusche, sowie mit langen spitzen Wangen- und Nackenklappen ausgestattet war;
ferner einen wattirten Rock, der mit Eisenstücken benagelt, so dass er bei jeder Bewegung ein Gerassel
ten Jahrhunderts bekannt, als Tschingis Chan, jener bis heute einzig in der Geschichte dastehende
Eroberer und Massenmörder, sein riesiges asiatisches Reich begründete, welches von Fecking bis nach
Ungarn hinein, vom Himalaja bis zum Eismeere reichte. Seine Nachfolger theilten die Welt, die
er ihnen erobert hatte: der eine machte sich zum Kaiser von China, der andere zum Grossmogul
von Indien, der dritte setzte sich an den Ufern der Wolga unter den türkischen Stämmen fest,
auf welche allmählich der Name der Tataren überging; die Nachfolger des letzteren beherrschten als
Chane der Kiptschak, der »goldenen Horde«, von der jetzt verschwundenen Hauptstadt Serai aus
fast zwei Jahrhunderte hindurch das russische Reich.
Wie von den Arabern und Türken, so fehlen auch von den Mongolen der Frühzeit alle
bildlichen Darstellungen. Die ersten Abbildungen überliefert uns das 16. Jahrhundert. Die Tracht
unter den verschiedenen Horden, welche so ungeheure Strecken bewohnten, zeigte sich mehr be-
züglich des Stoffes als des Schnittes übereinstimmend; die östlichen Mongolen trugen sich anders
als die westlichen. Die Kleider aber bestanden durchweg aus gegerbten Fellen, aus Leder und
gefilzten Zeugen, aus Baumwolle und Seide. Die allgemeine Volkstracht der westlichen Mon-
golen stimmte im Wesentlichen mit jener der Scythen überein; auch war sie bei Männern und
Weibern nahezu dieselbe; sie bestand aus weiten leinenen Hosen, welche jedoch nicht unter allen
Stämmen üblich (113.9.), einem Untervvammse, einem vorn herab offenen Knierocke mit halblangen
ziemlich weiten Aermeln und breitem Umlegekragen, einem Gürtel, schweren plumpen Stiefeln, einem
runden wattirten und ringsum mit Zotteln behangenen Käppchen für den kahlgeschorenen Kopf der
Männer, für die Weiber aus einem Stücke Leinenzeuges, welches umgewickelt wurde. Der Oberrock vor-
nehmer Mongolen (113. 11) fiel bis auf die Füsse, hatte halblange doch weite Aermel und einen grossen
Umlegekragen; er war gleichfalls vorn der ganzen Länge nach offen, wurde aber nicht gegürtet,
sondern über die Brust herab mit Knöpfen und Litzen geschlossen. Das Haar blieb stehen und wurde
in Zöpfe geflochten, welche an den Schläfen herab auf die Brust fielen; die Mütze war ziemlich
hoch, viereckig oder gespitzt und breit mit Pelz verbrämt. Die Wämmser der Soldaten waren gesteppt
(113. 14); die Röcke wurden gegürtet und mit den langen Schössen in den Gürtel untergesteckt. Die
Chane der Tataren trugen als Ornat einen langen Rock von Brokat (113.10.13), der über die Brust herab
verknöpft wurde und mit halblangen weiten Aermeln besetzt war; einen Mantel mit Kragen und Futter
von Pelzwerk und eine hohe spitze Mütze, die in verschiedener Weise mit Zackenkrone, Pelzrand und
Nackentuch ausgestattet war. Die Mongolen in den östlichen Ländern, namentlich die chine-
sischen, trugen durchgehends weite Pumphosen (113.15) »die nicht anders als ungebundene Schiffs-
segel um die Beine hingen«, schwere dicke Stiefel, die von solcher Weite, dass man »sie mit leichter
Mühe davon hätte schlenkern und abwerfen mögen«, ein Kamisol ohne Aermel und darüber einen
Wamms von Schafsfcllen, die Wolle nach aussen gekehrt und gleichfalls ohne Aermel, so dass die
Arme bis an die Schultern nackt blieben, schliesslich eine niedere Mütze mit stattlichem Zobelbräme.
Mongolen anderer Florden trugen seidene oder baumwollene Röcke mit langen Aermeln, deren untere
Enden wie Pferdehufe zugeschnitten waren und über die Hände herabfielen, so wie es jetzt noch bei
den chinesischen Röcken der Fall ist (vergl. 100. 11. 101. 21), dazu an einigen Orten noch gelbe Spenzer
(vergl. 101.7.12). Um die Lenden schlössen sie einen breiten Gürtel, an welchem zwei braune Schnupf-
tücher, ein Messer und zwei kleine Beutel mit Tabak und Feuerzeug hingen. Im Sommer beliebten sie
Mützen von geflochtenem Stroh, im Winter aber solche von rother Seide oder Leinwand mit Zobel ver-
brämt und einem Busche von hochroth gefärbtem Pferdehaare bepflanzt. Die Weiber stellten ihre
Gewandstücke aus Fellen oder rothen und grünen Zeugen her, als Plalsschmuck verwandten sie Amulette.
Die Priester hatten einen rothen breiten Schirmhut, einen langen weissen Oberrock, rothen Gürtel und
gelben Spenzer. Als Schutzwaffen führten die Soldaten eine Sturmhaube von Eisen, die hochgespitzt
und mit rothem Plaarbusche, sowie mit langen spitzen Wangen- und Nackenklappen ausgestattet war;
ferner einen wattirten Rock, der mit Eisenstücken benagelt, so dass er bei jeder Bewegung ein Gerassel



