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Cichorius, Sehenswürdigkeiten und Fremdenverkehr.

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leicht in dem erhaltenen Grabmal seiner Familie; er hatte ein Alter von 68 Jahren
erreicht. Seine hässliche Tochter hatte, freilich nur mit Widerstreben und auf
Drängen des Kaisers Septimius Severus, denaus einer der vornehmsten griechischen
Familien Kleinasiens stammende Sophist Hermokrates geheirathet, doch wurde die
Ehe bald gelöst (Philostr. ebenda II, 25. 4). Von Schriften des Antipater nennt Phi-
lostratus eine Geschichte des Septimius Severus sowie 'Okijrrciotxoi und Ilava&yjvaixoi'
Xoyoi. Sein Hauptgegner war der Sophist Herakleides.

Aufser Antipater stammte von bekannteren Persönlichkeiten aus Hierapolis
vor allem der berühmte Stoiker Epiktet27 (s. Suidas, s. v.), der aber nur als Sklave
dort geboren war und in seinem späteren Leben schwerlich Beziehungen zu seiner
Heimathstadt hatte. Theodorus von Hierapolis, der Verfasser eines Werkes über
Agone, wird später noch zu erwähnen sein. Von den christlichen Autoren scheint
Apollinaris nach Photius, Bibl. Cod. 14 zu Hierapolis selbst geboren zu sein. Ein
junger Ti. Claudius Kallixenus aus Hierapolis erscheint als Schüler des Sophisten
Soterus zu Ephesus auf der Inschrift des brittischen Museums DXLVIII, die er mit
mehreren anderen Studenten zu Ehren seines Lehrers errichtete.

Einzelne Bürger von Hierapolis finden wir auf Inschriften in den verschie-
densten Gegenden des Reichs, so zu Dionysopolis, Jourti. of Hell. Stud. IV, 381, zu
Rom (Inschriften, Anhang 7), zu Iasos, Waddington 286, wo ein Metöke Dionysius
Nikanoris 'Ufpot-joXtxrjC eine Summe von hundert Drachmen giebt. Dafs hier das
phrygische Hierapolis gemeint ist, kann nicht bezweifelt werden, da auf der ganz
gleichartigen Inschrift, ebenda 284, zu Iasos Männer aus Laodicea und Antiochia am
Mäander erscheinen. Die Inschrift stammt aus dem zweiten Jahrhundert v. Chr. und
ist dann der älteste Beleg für den Namen der Stadt. In anderen Fällen ist es nicht
zu entscheiden, welches Hierapolis gemeint ist, so auf der attischen Inschrift C. I. A.
II, 3037 und auf einem Stein aus Yalowadj (Antiochia in Pisidien) bei Sterret 141.

Sehenswürdigkeiten und Fremdenverkehr.

Verschiedene günstige Umstände haben zusammengewirkt, um einen aufser-
gewöhnlich regen Fremdenverkehr in Hierapolis herbeizuführen. Zunächst trug hierzu
wohl vor allem die aufserordentlich glückliche Lage der Stadt an einer der wichtigsten
Verkehrsstrafsen Kleinasiens bei, der grofsen Route von Sardes nach Syrien und dem
Osten, auf der schon Xerxes auf seinem Zuge und später in umgekehrter Richtung
Kyrus mit den 10000 Griechen passierte. Gerade in Hierapolis gabelte sich dieselbe
und führte einmal nach Laodicea, das andere Mal direkt nach Apamea. Aber auch
die zweite grofse Verkehrsstrafse Kleinasiens, die von Ephesus aus durch das Mäander-
thal ostwärts nach Apamea führt, geht in ganz geringer Entfernung vorüber.

Abgesehen jedoch von dem hierdurch veranlassten Verkehr von zufälligen
Passanten und abgesehen von dem noch besonders zu erörternden Handelsverkehr
treten nun als besondere Anziehungspunkte noch dreierlei hinzu, die Naturmerk-
würdigkeiten, die Heilquellen und die zu Hierapolis gefeierten Spiele.

27) Der Name kommt auch sonst zu Hierapolis vor, s. Inschrift 288.
 
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