Hyrtl, Joseph
Onomatologia anatomica: Geschichte und Kritik der anatomischen Sprache der Gegenwart ; mit besonderer Berücksichtigung ihrer Barbarismen, Widersinnigkeiten, Tropen, und grammatikalischen Fehler — Wien, 1880

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300. Pylorus.

angustus mit einem Thürhüter : velut janitor (uuXwpo«;1) quispiam
justus, nulli ante, quam in chylum redactum sit et concoctum, tran-
situm ad intestina concedens. Nicht die cxevovrtc, wohl aber der
^uXwpöc, wurde ein stabiler anatomischer Terminus, dessen latei-
nische Uebersetzung* , als Ostiarius, Hostiarus, und Janitor,
ehedem viel öfter gebraucht wurde als jetzt. —■ Mundinus
spricht von Pylorus, als Portanarium, hinter welchem das
italienische portinajo, Portier, steckt. Pliylax traf ich nur ein
einziges Mal im Valverda. Er hat es dem Julius Pollux
ausgeführt. Pileron und Pilorium sind zwei, von Zerbis, dessen
Name ehrenhalber nie genannt werden kann, dem Pylorus
angethane Misshandlungen. — Von Magenausgang, unterer
Magenmund, und Pförtner, sprechen die Deutschen. —
Die Membrana orbicidaris des Riol an, und der Circulus Hattert,
sind nur Synonyme für die Valvula pylori des Vesal, deren
Kreismuskelfasern den Magenausgang während der Verdauung
vollkommen abschliessen, weshalb Sommer ring die Pylorus-
klappe geradezu als Sphincter ventricidi behandelt2). Galen
spricht von einer drüsigen Beschaffenheit des Pylorus: in multis
certe animalibus, velut glandulosa quaedam substantia (otov aSevtbS.Yj?
Tiq cpuctc), angustiam adauget^). — Der Uebersetzer des Rufus,
umschreibt den Pylorus, mit primus intestini exortus. Van Hel-
mont schrieb seiner Zeit eine gelehrte Abhandlung über die
Thätigkeit des Pförtners. Sie führt den Titel: Pylorus Reetor4).
Galen liess einen Gang aus der Gallenblase zum Pylorus
gehen r').

1) Von tu6Xyj ? Thür und Stadtthor, und opaw, contrahirt 6p<7),
sehen, blicken, ergo der Wächter, welcher auf das Thor zu
sehen hat.

2) Eingeweidelehre, §. 141.
:i) Loco cit.

4) Im Ortus medicinae, Amstel. 1648.

ü) Administrationes anat., Lih. VI (Gorraeus).
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