Hyrtl, Joseph
Die alten deutschen Kunstworte der Anatomie: mit Synonymen-Register und alphabetischem Index — Wien, 1884

Seite: 29
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Busen. Butzer.

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aus franfert ben getüölbten band},
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ben füffet it?r gefelln.

Wir finden das Büschlin noch in einer anderen Verwendung,
nämlich als Nachgeburt, Secundina. Im Vocabularius anat.
von Meister Hans wird das Kindsbüschelin erwähnt. Die
Cotyledonen des Chorion und des Mutterkuchens haben wirk-
lich, besonders in jüngeren Perioden der Schwangerschaft, das
Ansehen von Gefässbüscheln.

Busen.

Busen ist im deutschen Vesal der Sinus falciformis,
fol. LXXI, a, welcher im deutschen Realdus Columbus,
pag. 54, als Durchzug gleich einer Ader auftritt.

Butzer.

Die Butzer im Spiegel der Anat., pag. 132, und die Aus-
putzer im deutschen Bartholin, pag. 573, sind dasselbe, was
die Ussgäng (sieh' dieses Wort) im Meister Hans, nämlich
Reinigungsorgane, welche die Arabisten als Emunctovia in die
medicinische Sprache einführten. Drüsen, von welchen man
nicht wusste, was mit ihnen zu machen, wurden mit dem Amte
betraut, wichtige Organe von allerlei Unrath zu entledigen, der
sich in ihnen bildete. So waren die Glandulae inguinales die
Leberbutzer, die Glandulae axillares die Hertzenbutzer,
die Ohrspeicheldrüse der Hyrnbutzer, u. s. w. Mit der Ent-
deckung der Lymphgefässe und der Ausführungsgänge der
Parotis und anderer Drüsen, wurden auch diese Butzer aus
der Anatomie verputzt und gehören nur mehr der Geschichte
an. Veger (Feger) und Kerer (Kehrer) finde ich gleichfalls
in meinen Noten verzeichnet.

) Rauch = rauh, apilis crispis, erhielt sich noch in Eauchwaare.
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