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Grohmann, Johann Gottfried [Editor]
Ideenmagazin für Liebhaber von Gärten, englischen Anlagen und für Besitzer von Landgütern — 1798-1799 (Heft 19 -24)

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https://doi.org/10.11588/diglit.17635#0005
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I

I

Ta b. I.

Iiis kann Stimmungen der Seele geben, und giebt ihrer zuverlässig, welche vermöge
der sonderbaren Laune, die darin herrscht, in einer gewissen unbeschreiblichen Ana-
logie mit dem Zimmer stehen, das wir auf diesem Blatte darstellen. Und wenn es
erwiesen ist, dafs die Stimmung und Rührung unsrer Seele sehr oft von den Gegen-
ständen, die uns umgeben, abhängt, so könnte man sich durch die Anlage und Ver-
zierung eines Zimmers in diesem Geschmack, den ich den phantasti-ch- arabesken
nennen möchte, eine Quelle von launigen, sonderbaren Spielen des Gefühls eröffnen.

Das Bunte dieses Zimmers scheint zwar auf den ersten Augenblick das Auge
zu beleidigen: aber — ich weifs nicht, ob mich mein Gefühl täuscht — bei genaue-
rer Betrachtung bin ich sehr geneigt, recht herzlich Und gutmüthig zu lachen, und
dem Künstler für das Wohlthuemle eines unschuldigen Lachens, das meine ganze
Seele erheitert, zu danken.

Dürft' ich voraussetzen, dafs diese Verzierung auf andere denselben Eindruck
machen könnte, so würd' ich sie zu einem Speisesahl nicht genug empfehlen können.

Uebrigens ist alles, Säulen, Vasen, Giebel, Statüe, Luft, u. s. w. nichts als
Täuschung des Pinsels und der Palette.

Tab. II.

Dieses Gebäude in Korinthischer Ordnung, wovon ich nicht weifs, ob ich es
einen bedeckten Säulengang, einen Triumphbogen, oder ein propyläum nennen soll,
wird in einem Park d a eine sehr gute Wirkung machen, wo der Vorgrund üppig
und wild bewachsen ist, und sich hinter dem Gebäude eine lange, breite Durchsicht
über lachendes Grün, freundliche Gewässer, u. s. f. öffnet.

Der Erfinder desselben hätte vielleicht zum Vortheil seines Werkes besser
gethau, wenn er die beiden, hinten quer vorstehenden Säulen, nebst dem auf ihnen
ruhenden Gesimse, weggelassen hätte.

Der gewölbte Bogen desselben ist mit Mosaik verziert.

Tab. III.

Zu Folge des auf diesem Blatt' enthaltenen Grundrisses des vorigen Gebäudes
sieht man, dafs es zu Sommerwohnungen einer ganzsn Familie, und zu allen erfor-
derlichen Bequemlichkeiten Platz genug enthält.
No. XIX. i

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