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Grohmann, Johann Gottfried [Editor]
Ideenmagazin für Liebhaber von Gärten, englischen Anlagen und für Besitzer von Landgütern — 1798-1799 (Heft 19 -24)

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https://doi.org/10.11588/diglit.17635#0085
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Tab. I.

Dieses Blatt enthält einen schönen Brunnen, in Gestalt einer Kapelle, in zusammen-
gesetztem Geschmack. Das Wasser fällt aus einer Vase durch vier Hundeköpfe (als
Symbol der Treue) in ein ovales Becken. Das darüber befindliche Gebäudchen wird
von sechs Säulen getragen, die auf drei steinernen Stufen stehen, bis hoch über das
Dach hinaus, jedoch in verjüngter Stärke, fortgesetzt, und oben mit einem Knauf ver-
zieret sind.. Die Giebel sind mit bunten Glasscheiben versehen.

Das Ganze kann auch als Denkmahl, z. B. eines geliebten Dichters, gebraucht

werden.

Tab. IL

Ein Landhaus im Neapolitanischen Geschmack, mit einer bedeckten Gallerie im
zweiten Stockwerke. Es wird in einem so genannten Sommer- oder Mittagsgarten seine
Stelle finden; damit aber diese Bauart nicht ohne Sinn sei, mufs das Gebäude in einer
freien, den Strahlen der Sonne ganz ausgesetzten Szene stehen, und gegen Mittag gerich-
tet sein. Befindet sich vor demselben ein kleiner See , su wird es desto besser sein, weil
man durch' die frische Luft, die der Wind von daher bringt, dem Gebäude selbst einen
desto gröfsern Schein der Wahrheit und Nothwendigkeit dieser seiner Einrichtung giebt,
indem man dadurch ein heifses Klima vorauszusetzen scheint.

Tab. III

Eine Familie, die das wahre Glück des Lebens kannte, zog sich aus dem Geräusche
der Stadt und des Hofes zurück, und wollte auf dem Lande sich selbst und der Natur
leben. Auf das innigste vereint, und aller Flitterpracht der Grofsen satt, wünschte sie
auch im Tode nicht getrennt zu werden , und die Bescheidenheit und Prunklosigkeit, in
welcher die letzt en Tage ihres Lebens verflossen, auch auf ihre Ruhestätte nach dem Tode
überzutragen. Sie baute sich das Begräbnifs im ländlichen Style, das auf diesem Blatte
vorgestellt ist.

Der Leser denke sich ohngefähr eine Familie, wie die Familie Morvals, die zu
Ende des vierten Gesanges von Marnezia's Gedicht über die Gärten *) geschildert ist.

Tab. IV.

Der heilige Born, ein Gebäude im Aegyptischen Styl, mit einem kleinen Portal,
das von zwei Säulen getragen wird, und einer Sphinx verziert. Man kann sich dieses Ge-
bäudes auch statt eines Eis - oder Weinkellers bedienen, nur darf bei Anlegung desselben
nicht vergessen werden , dafs es durchaus in einer schaurigen, Ehrfurcht erweckenden
Szene zu stehen kommen mufs.

*) Schone Gartenkunst, Phantasien Und Grundsätze fiber die ländlich« Natur , nach Iktarnezia, von I. G.
Grohmann. Zweite Ausgabe. S. 2ß2 IT.
Nro. XXIV. »
 
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