Tab. I.
Wir liefern auf diesem Blatt’ einen achteckigen, offenen' Tempel, im Morgenlän-
dischen Geschmack, der auf einer fünf Stufen hohen Terrasse steht. Die Füllungen
der Bogen bestehen aus bäurischem Werk, und das ausgeschweifte .kuppelartige
Dach ist geribbt.
Wir glauben übrigens nicht oft genug wiederholen zu können , dafs Ge-
bäude in einem Geschmacke, der einem gewissen, von uns entfernten Lande be-
sonders eigen ist, nicht anders, als mit vieler Vorsicht und Behuthsämkeit in ei-
nem Garten angebracht werden dürfen, weil man dadurch leicht der Gefahr ausge-
setzet wird, aus seinem Garten ein gar lächerliches Dihg zu machen, indem man
nämlich so zu sagen mit dem einen Fufse in Persien oder Aegypten, und mit dem an-
dern in den Abendländern steht. Beispiele dieser Abgeschmacktheiten sind nicht
selten ■, und eben so wenig zu entschuldigen, als sie leicht zu vermeiden sind.
Tal. 11.
Der auf diesem Blatte dargestellte Altar ist der Gesundheit gewidmet, und
aus dem Weimarischen Park entlehnt.
Wir glauben übrigens kaum erinnern zu dürfen, dafs die Szene, in wel-
cher dieser Altar steht, einen sehr heitern, lachenden und üppig grünenden und
blühenden Anblick gewähren mufs, denn die Göttin der Gesundheit wird doch ih-
ren Altar wenigstens mit ihrer Gegenwart beehren, und ihre Gegenwart mufs auch
auf die unbelebte Natur wirken.
Unter dem Altäre befindet sich eine Brücke von ganz rohen und unbehaue-
nen und unbeschnittenen Eichenstämtnen, die sich gleichfalls im Park zu Weimar
befindet, und nur, wie hier, in einer Waldscene angebracht werden kann.
Tab. III.
Die auf diesem Blatte dargestellten Gegenstände sind:
1. ) Ein Chinesisches Häuschen, aus einem Französischen Werke, les Jar-
dins chmöis betitelt, entlehnt. Die eine Seite desselben ruhet auf zwei hohen
Säulen, und die andere auf einer Felsenklippe. Uebet die hinter dieser Klippe
befindliche Kluft führt eine Brücke.
Diese Stellung des Häuschens giebt ihm ungemeine Wahrheit, indem die
grofse Bevölkerung in China die Benutzung jedes Fleckchens nothwendig macht.
Wäre der Fels mit hinaufgetragener Erde bedeckt und bebaut> so würde die
Wirkung noch vermehret werden.
2. ) Zwei Vermachungen von rohen Stäbchen und Flechtwerk.
3. ) Ein Gartengebäudchen von Lehmwänden, mit rohen Holzstäbchen be-
kleidet, und mit einem Giebel, dessen Feld ein rundes Fenster hat, und einer
No. XXXI.
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Wir liefern auf diesem Blatt’ einen achteckigen, offenen' Tempel, im Morgenlän-
dischen Geschmack, der auf einer fünf Stufen hohen Terrasse steht. Die Füllungen
der Bogen bestehen aus bäurischem Werk, und das ausgeschweifte .kuppelartige
Dach ist geribbt.
Wir glauben übrigens nicht oft genug wiederholen zu können , dafs Ge-
bäude in einem Geschmacke, der einem gewissen, von uns entfernten Lande be-
sonders eigen ist, nicht anders, als mit vieler Vorsicht und Behuthsämkeit in ei-
nem Garten angebracht werden dürfen, weil man dadurch leicht der Gefahr ausge-
setzet wird, aus seinem Garten ein gar lächerliches Dihg zu machen, indem man
nämlich so zu sagen mit dem einen Fufse in Persien oder Aegypten, und mit dem an-
dern in den Abendländern steht. Beispiele dieser Abgeschmacktheiten sind nicht
selten ■, und eben so wenig zu entschuldigen, als sie leicht zu vermeiden sind.
Tal. 11.
Der auf diesem Blatte dargestellte Altar ist der Gesundheit gewidmet, und
aus dem Weimarischen Park entlehnt.
Wir glauben übrigens kaum erinnern zu dürfen, dafs die Szene, in wel-
cher dieser Altar steht, einen sehr heitern, lachenden und üppig grünenden und
blühenden Anblick gewähren mufs, denn die Göttin der Gesundheit wird doch ih-
ren Altar wenigstens mit ihrer Gegenwart beehren, und ihre Gegenwart mufs auch
auf die unbelebte Natur wirken.
Unter dem Altäre befindet sich eine Brücke von ganz rohen und unbehaue-
nen und unbeschnittenen Eichenstämtnen, die sich gleichfalls im Park zu Weimar
befindet, und nur, wie hier, in einer Waldscene angebracht werden kann.
Tab. III.
Die auf diesem Blatte dargestellten Gegenstände sind:
1. ) Ein Chinesisches Häuschen, aus einem Französischen Werke, les Jar-
dins chmöis betitelt, entlehnt. Die eine Seite desselben ruhet auf zwei hohen
Säulen, und die andere auf einer Felsenklippe. Uebet die hinter dieser Klippe
befindliche Kluft führt eine Brücke.
Diese Stellung des Häuschens giebt ihm ungemeine Wahrheit, indem die
grofse Bevölkerung in China die Benutzung jedes Fleckchens nothwendig macht.
Wäre der Fels mit hinaufgetragener Erde bedeckt und bebaut> so würde die
Wirkung noch vermehret werden.
2. ) Zwei Vermachungen von rohen Stäbchen und Flechtwerk.
3. ) Ein Gartengebäudchen von Lehmwänden, mit rohen Holzstäbchen be-
kleidet, und mit einem Giebel, dessen Feld ein rundes Fenster hat, und einer
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