236
Geza Dukes
Unterschied verknüpft. In der PsyAoanalyse hiift der Kranke mit
seiner bewußten Bemühung gegen seinen Widerstand, denn er hat
ja einen Nutzen von dem Examen zu erwarten, die Heilung; der
Verbrecher hingegen arbeitet nicht mit dem Kriminologen >er würde
gegen sein ganzes IA arbeiten« T Demzufolge wird seine Seele dem
Kriminalpsychoanalytiker im allgemeinen niAt zugängliA sein. Deshalb
ist auA niAt zu hoffen, daß die PsyAoanalyse behufs Klarlegung
des Tatbestandes und der Motive der Tat vor dem Urteil ähnliAe
Verwendung finden könnte wie in der ärztliAen Praxis. NiAt aus=*
gesAlossen wird es aber sein, die Erfahrungen der ärztliAen PsyAo-
analyse auA sAon im Laufe des UntersuAungsverfahrens und
bei der Hauptverhandlung auf Tat und Täter derart anzuwenden,
wie dies bereits mit DiAterwerken, Mythen oder längst verflossenen
gesAiAtliAen Handlungen vielfaA geschieht, wo ja auA die MögliA-
keit fehlt, die Person des Künstlers oder MythendiAters einer
direkten Analyse zu unterziehen. — Aber nach dem reAtskräftig
erbraAten Urteile wird — wie Ferenczi vermutet — mögliAer^
weise die unmittelbare Analyse des Täters vorgenommen werden
können. Der reAtskräftig Verurteilte sieht siA einerseits niAt mehr
der Gefahr gegenüber, seine Lage durA AufriAtigkeit zu ver-
sAlimmern, anderseits wird ihn die MögliAkeit, sein Gewissen zu
erleiAtern und gegen seinen kriminellen Hang Heilung zu Enden,
dazu bewegen, seine Seele dem PsyAoanalytiker gegenüber
ebenso zu öffnen, wie dies der Arzt von seinen Kranken fordert.
Mit der psyAoanalytisAen UntersuAung solAer Verurteilter könnte
dann einerseits der theoretisAe Zwedt verfolgt werden: die ein-
gehende ErforsAung der kriminogenen seelisAen Determinanten
und Begründung der psyAoanalytisAen Kriminologie, anderseits die
im besten Sinne erfaßte Spezialprävention: die ^Kriminal therapie«
(Ferenczi) beginnen.
* Freud: Tatbestandsdiagnostik und Psychoanalyse.
Geza Dukes
Unterschied verknüpft. In der PsyAoanalyse hiift der Kranke mit
seiner bewußten Bemühung gegen seinen Widerstand, denn er hat
ja einen Nutzen von dem Examen zu erwarten, die Heilung; der
Verbrecher hingegen arbeitet nicht mit dem Kriminologen >er würde
gegen sein ganzes IA arbeiten« T Demzufolge wird seine Seele dem
Kriminalpsychoanalytiker im allgemeinen niAt zugängliA sein. Deshalb
ist auA niAt zu hoffen, daß die PsyAoanalyse behufs Klarlegung
des Tatbestandes und der Motive der Tat vor dem Urteil ähnliAe
Verwendung finden könnte wie in der ärztliAen Praxis. NiAt aus=*
gesAlossen wird es aber sein, die Erfahrungen der ärztliAen PsyAo-
analyse auA sAon im Laufe des UntersuAungsverfahrens und
bei der Hauptverhandlung auf Tat und Täter derart anzuwenden,
wie dies bereits mit DiAterwerken, Mythen oder längst verflossenen
gesAiAtliAen Handlungen vielfaA geschieht, wo ja auA die MögliA-
keit fehlt, die Person des Künstlers oder MythendiAters einer
direkten Analyse zu unterziehen. — Aber nach dem reAtskräftig
erbraAten Urteile wird — wie Ferenczi vermutet — mögliAer^
weise die unmittelbare Analyse des Täters vorgenommen werden
können. Der reAtskräftig Verurteilte sieht siA einerseits niAt mehr
der Gefahr gegenüber, seine Lage durA AufriAtigkeit zu ver-
sAlimmern, anderseits wird ihn die MögliAkeit, sein Gewissen zu
erleiAtern und gegen seinen kriminellen Hang Heilung zu Enden,
dazu bewegen, seine Seele dem PsyAoanalytiker gegenüber
ebenso zu öffnen, wie dies der Arzt von seinen Kranken fordert.
Mit der psyAoanalytisAen UntersuAung solAer Verurteilter könnte
dann einerseits der theoretisAe Zwedt verfolgt werden: die ein-
gehende ErforsAung der kriminogenen seelisAen Determinanten
und Begründung der psyAoanalytisAen Kriminologie, anderseits die
im besten Sinne erfaßte Spezialprävention: die ^Kriminal therapie«
(Ferenczi) beginnen.
* Freud: Tatbestandsdiagnostik und Psychoanalyse.


