Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 19.1908

Seite: 56
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INN EN-DEKORATION

die nirgends im deutschen Reiche so stark wie
hier ausgebildete Neigung zum Einfamilienhause,
macht an sich schon Bremen zum besonders ge-
eigneten Boden zu gleichgesinnten künstlerischen
Absichten, wie sie jenseits des Kanals sich eben
auf Grund der Einfamilienwohnweise ausgebildet
haben; die Beziehungen zu England liegen und
lagen auch seit einem Jahrhundert hier näher als
sonst irgendwo: und darum ist es nur natürlich,
wenn verwandtes Streben auch zu verwandten
Architekturformen hinführt.

Dazu kommt als persönlichste Begabung in
diesen Architekturen von Runge & Scotland ein
feiner Blick für das Malerische, ein Sinn für die
Behaglichkeit der kleinen Winkel und Ecken, und
zugleich eine ausgesprochene Neigung zu male-

rischen Stimmungen. — Sehr häufig haben die
beiden Künstler zu ihren Bauten auch einige
Haupträume des Innern entworfen; und wer die
Aufgabe hat, ihre Kunst zu würdigen, darf die
besondere Geschicklichkeit, mit der sie gerade
die Raumkunst, die dekorative Ausbildung der
Innenräume, ausüben, nicht unbeachtet lassen.
Mobiliar und Gerät alter Bauernkunst oder andere
Sammelobjekte mit moderner Raumgestaltung zu
verbinden, oder mit den einfachsten Mitteln
moderner Art Wände, Decke und Mobiliar zu
einem harmonischen Ganzen zu komponieren, ein
andermal wieder sich in persönlich freier Weise
an die Stimmung des Empiregeschmacks anzu-
lehnen — alles wird ihnen gleich heiter und
zwanglos gelingen; es ist nichts monumental Groß-

* Juan

ARCHITEKTEN KUNGE & SCOTLAND —

BREMEN.

Ent-ivurf für das Landhaus des Herrn
Dr. Koepp -Rekum-Farge. Garten-Seite.
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