Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 24.1913

Seite: 81
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DIE KOCHANLAGE IM STÄDTISCHEN KRANKENHAUS ZU DARMSTADT.

AUSGEFÜHRT DURCH GEBRÜDER ROEDER-DARMSTADT.

Die neue Kochanlage des städtischen Kranken-
hauses in Darmstadt wurde den neuesten
Anschauungen über Hygiene entsprechend aus-
geführt. Die Räume sind groß, hell und vor-
züglich ventiliert und so unterteilt, daß jeder
Vorgang zur Speisenbereitung in einem be-
sonderen Raum geschieht. Aus den Vorrats-
räumen kommen die Nahrungsmittel in den
Vorbereitungsraum, welcher mit zahlreichen
elektrisch betriebenen Maschinen und Appa-
raten zum Waschen, Schälen, Mahlen, Sieben
und Zerteilen eingerichtet ist. Die weitere
Verarbeitung geschieht in den Küchen. An-
geschlossen sind noch zweckmäßig eingerich-
tete Räume zum Spülen der Koch- und Eß-
geschirre, sowie zur Warmhaltung und Aus-
gabe der fertigen Speisen. Die Küche ist
räumlich geteilt in eine Dampfkochküche zum
Kochen größerer Mengen von Suppen, Fleisch,
Gemüsen, Kaffee, Milch etc. und eine Koch-
und Bratküche mit Gasheizung zur Bereitung be-
sonderer Krankenkost. Die Einrichtung dieser

Küchen ist so ausgestattet, daß die Speisen
auf beste und billigste Weise, unter Erhaltung
ihres Nährwertes und ihrer besonderen Eigen-
schaften, bereitet werden können.

Die Dampfkochanlage besteht aus 8 Dampf-
kochkesseln von 110—250 Liter Inhalt. Damit
in diesen auch Speisen gekocht werden kön-
nen, welche eine geringere Temperatur wie
die des Dampfes erfordern, um das Anbrennen
zu vermeiden, sind diese Kessel mit einer
Wasserbadvorrichtung ausgestattet, welcher
bei einfacher Umschaltung eines Hebels so-
fort in Wirkung tritt. Es ist hierdurch er-
möglicht, die Speisen mit Dampf anzukochen
und durch das auf geringerer Temperatur ein-
stellbare Wasserbad weiter zu kochen oder
warm zu halten. Die Kessel sind doppel-
wandig, die Innenkessel aus Reinnickel, ebenso
die Deckel und die Außenkessel von Guß-
eisen mit emaillierten Mänteln. Zum Füllen
der Kessel dienen zwangläufig bewegte Aus-
läufe für kaltes und warmes Wasser. Die
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