Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 24.1913

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INNEN-DEKORATION

ARCHITEKT PAUL WÜRZLER-KLOPSCH IN LEIPZIG MUSIKZIMMER. VERTAFELUNG PAL1SANDER U. EBENHOLZ

die das gegebene Bild vervollständigen, kann
hier nicht weiter eingegangen werden, Lei-
stungen, unter denen solche Leipziger und anderer
Firmen, einer kleinen elsässischen Architekten-
gruppe usw. Erwähnung verdienen. Angenehm
fallen auch einige gut und zweckmäßig einge-
richtete Bade- und Ankleidezimmer auf. Gut
vertreten ist auf der Iba noch die Korbmöbel-
industrie und die Tapetenfabrikation, die in Kojen
ihre Produkte wirksam vorführt. Eine größere
Anstrengung hat die Salubragesellschaft gemacht,
die sich von Lucian Bernhard einen sehr liebens-
würdigen, fast kokett wirkenden Raum entwerfen
ließ, in welchem das Material vorzüglich zur Gel-
tung kommt. — Zum Schlüsse möge der schätzens-
werten Leistung, die die Iba in den bisher ein-
gerichteten Wohnhäusern der werdenden Garten-
vorstadt Marienbrunn bei Leipzig bietet, hier
wenigstens mit einer Erwähnung Genüge ge-
schehen. Stadtbauinspektor Hans Strobel,
Weidenbach & Tschammer, Poserund Erick
haben hier in Zusammenarbeit mit der Leipziger
Handwerkerschaft zweckmäßige und wohlfeile
Arbeiterwohnungen geschaffen. — R. C u. W. M.

RÄUME DER STADT MAGDEBURG

An den beiden neuen Räumen des Magdeburger
i \ Kaiser Friedrich-Museums, die zur Zeit auf
der »Iba«—Leipzig ausgestellt sind, kann man sehr gut
die charakteristischen Unterschiede zwischen einem
Repräsentationsraum und einem Herrenzimmer
klar machen. Das Interieur (S. 415) von Archit. Rud.
Rütschi - Magdeburg: reich, hell, kühl; mit der strengen
Aufteilung wechselvoll sprechender Wandflächen, dem
prunkvoll glänzenden Material, dem starken Akzent des
barocken Kronleuchters ein Raum, der, wie schon das
von Prof. Rud. Bosselt - Magdeburg stammende Portal
kündet, nicht zu konzentrierter Geistesarbeit, zu behag-
lichem Verweilen einlädt, sondern der glänzenden Unruhe
festlicher Geselligkeit oder dem repräsentativen Zere-
moniell offizieller Empfänge dienen soll. — Das Herren-
zimmer von Professor Georg Metzendorf-Essen
gibt den reinen Kontrast. Der Raum ist dem Museum
von Herrn Krupp von Bohlen und Halbach aus
dem Gedanken heraus gestiftet worden, »späteren Gene-
rationen einen Begriff von der Höhe unserer Wohnungs-
kultur zu geben«. Der Essener Raumkünstler, Architekt
und Kunstgewerbler hat in der Tat ein Zimmer geschaf-
fen, das seine aus einer überreich quellenden Phantasie zu
mehr und mehr verhaltenen Bildungen vordringende Per-
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