Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 24.1913

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INNEN-DEKORATION

MERKWORTE ZUM NACHDENKEN T^ie Fähigkeit, das Schöne zu sehen und sein Wesen

1 J zu begreifen, ist eine geistige Arbeit, die nur dann
Tst die Kunst die Kristall gestalt des Lebens und charak- müheloses Vergnügen bereitet, wenn sie in der Tat
X terisiert sie zugleich mit der Idealisierung, so steht sie geleistet wurde, d. h. wenn man seinem Formengedächtnis
der Natur als Bildungsmittel keineswegs nach; denn sie und Formenbewußtsein eine Anzahl bestimmter Schön-
bringt in vollendeter Form zur Anschauung, was oft in heitswerte dauernd übermittelte, welche sozusagen die
der Natur durch Zufall unvollkommen erscheint, und Bausteine u. Grundelemente des guten Geschmacks bilden,
darf ihr darum mit Fug und Recht als eine willkommene * gabler.
und notwendige Ergänzung zur Seite stehen. — carriere. "\ \ Tas wir mit Kunst bezeichnen, ist das Werk weniger

* * * hervorragender Geister, aber der Künstler nährt

lV/Tan sagt: Studiere, Künstler, die Natur! Es ist aber sein Wirken aus dem künstlerischen Triebe seines Volkes,

keine Kleinigkeit, aus dem Gemeinen das Edle, aus wie umgekehrt der künstlerische Volksgeist nur durch

der Urform das Schöne zu entwickeln. — goethe. die Befruchtung mit dem Kunstwerk wächst. Wolgast.

ARCHITEKT: PROF. PETER BEHRENS. BLICK IN DIE KÜCHE IM HAUSE WIEGAND. HOLZWERK UND WÄNDE WEISS
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